Erika Swyler – Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt

Bei der Lektüre dieses Romans war ich oft zwischen Lachen und Weinen hin und her gerissen. Und habe mir die Frage gestellt, wie ein Buch so schön sein kann, wenn man gleichzeitig nicht einmal die Hälfte von dem versteht, was geschieht?
Die mit Mann und Kaninchen auf Long Island lebende Autorin erzählt in ihrem sensiblen und trotzdem hochspannenden Roman die Geschichte von Nedda.

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Mirna Funk – Zwischen Du und Ich

Das ist wieder einmal so ein Roman, bei dem es schwerfällt, sich ein eindeutiges Urteil zu bilden. Das Thema, dessen sich die in Ost-Berlin geborene Autorin annimmt, ist interessant und kann nicht oft genug angesprochen werden. Der Stil ist modern, rasant, brachial, aber auch verstörend, nicht einfach zu lesen. Die Figuren sind es aber vor allem, die diesen Roman zu einer schwer verdaulichen Lektüre machen.

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Pascal Engman – Rattenkönig

Um es gleich vorweg zu nehmen: der Roman hat mich enttäuscht. Weder fand ich Zugang zur Handlung noch konnte ich mich für den Stil des Autors erwärmen.

Vorrangiges Thema soll die Gefahr durch sogenannte „Incels“ sein. Incel steht für Männer, die angeblich ungewollt Single sind, die sich von Frauen verachtet, abgelehnt fühlen. Dieses Gefühl kompensieren sie durch extreme Gewalt gegen Frauen, oft in Gruppen, oft durch Vergewaltigung, Folter, ja sogar Mord.

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Sabine Friedrich – Was sich lohnt

Wie soll man ein Buch rezensieren, das sich mit historischen Figuren und historischen Ereignissen befasst, auch wenn es vordergründig als Roman erscheint? Noch schwieriger wird es, wenn es sich bei den Ereignissen um den Widerstand gegen die Nationalsozialisten in den 30er und 40 Jahren des letzten Jahrhunderts handelt. Denn die Handlung entzieht sich von vornherein einer Bewertung. Bleibt also, den Stil der Autorin zu betrachten.

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Willem Asman – Enter: Die Wahrheit wird dich töten

Ein furioser Action-Thriller, rasant und hochspannend, mit Schauplätzen in Amsterdam, London, New York und Miami. Geschickt konstruiert und packend geschrieben, mit einer vielschichtigen Protagonistin.

Der niederländische Autor vermischt Agentenstory mit Familiendrama und Verbrechergeschichte. In Amsterdam lebt Tyler Young mit ihrer 15-jährigen Tochter Charlie. Was Charlie nicht weiß: Tyler hat eigentlich einen ganz anderen Namen und lebt im Zeugenschutzprogramm mit einer neuen Identität. Ihrer Tochter hat sie erzählt, Charlies Vater sei tot, bei einem Brand umgekommen, zusammen mit dem Familienhund Buster. In Wahrheit hat Tyler vor Jahren gegen ihren Mann ausgesagt und musste danach untertauchen.

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Delphine de Vigan – Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Ein geradezu grausames Buch, das umso wirkungsvoller ist, da diese Geschichte jedem von uns jeden Tag passieren könnte. So realitätsnah ist sie. Und so erschütternd gut ist sie geschrieben.

In die Protagonistin dieses kleinen Romans kann sich jeder, der berufstätig ist, mit Leichtigkeit einfühlen. Mathilde, früh verwitwet, lebt allein mit ihren drei Söhnen, ein Zwillingspaar und deren älterer Bruder. Sie liebt ihre Arbeit, bei der sie sich immer anerkannt fühlte und wo sie bisher erfolgreich und beliebt war. Doch das ändert sich schlagartig, ohne dass es ihr gelingt, die Ursache für diese gravierende Änderung zu ergründen.

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Natascha Keferböck – Bierbrauerblues

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Kennst du solche Bücher, die du unbedingt ganz schnell zu Ende lesen willst, weil du die Auflösung wissen möchtest? Und wenn du dann das Ende erreicht hat, bist du traurig, weil du nun die Figuren verlassen musst, die dich so gut unterhalten haben. Genau solch ein Buch ist der Krimi aus dem Salzburger Land von Natascha Keferböck. Sie erzählt uns von den Vorgängen im Dorf Koppenrieth, ein Ort, in dem jeder jeden kennt und jeder alles über jeden weiß oder zumindest zu wissen glaubt. Marie Steinhauser, eine bildhübsche und blitzgescheite junge Frau, heiratet zur Überraschung der gesamten Dorfbevölkerung den widerlichen, allseits unbeliebten und sehr unansehnlichen Brauer Max Riegler.

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Susanne Goga – Das Geheimnis der Themse

Zu diesem historischen Roman der Mönchengladbacher Autorin gibt es einen Vorgängerband mit dem Titel „Der verbotene Fluss“, den ich leider nicht gelesen habe. Doch auch ohne diese Vorgeschichte zu kennen, kann man das neue Buch verstehen und genießen. So man denn diese Romangattung mag.

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Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek

Wer kennt ihn nicht, den alten Schwarz-Weiß-Film „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart, den man jedes Jahr um die Weihnachtszeit im Fernsehen anschauen kann. An diesen Film erinnert mich der neue Roman des britischen Autors Matt Haig.

Nora Seed, Mitte Dreißig, ist in ihren eigenen Augen eine komplette Versagerin. Sie verliert ihren Job, ihre Katze wird überfahren, ihre beste Freundin hat den Kontakt zu ihr abgebrochen und ihr Bruder will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Nora beschließt, es ist Zeit, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

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Anne Mette Hancock – Leichenblume

Den Namen dieser Autorin werde ich mir merken. Ihr Roman, der erste und bereits mehrfach ausgezeichnete der Dänin, bricht in Dänemark und anderswo bereits Verkaufsrekorde. Und ich möchte sagen, ziemlich zu Recht.  

Heloise Kaldan, Investigativjournalistin in Kopenhagen, sitzt in der Bredouille, denn offensichtlich ist sie auf eine falsche Informationsquelle hereingefallen und hat nun heftigen Ärger mit ihrem Chefredakteur und auch im Kollegenkreis.

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Claire Cameron – Neandertal

Natürlich erinnert der Roman an die berühmten Bücher von Jean M. Auel um „Ayla und den Clan der Bären“, in denen es ebenfalls um die Menschen vor Zehntausenden Jahren ging. Und doch ist das vorliegende Buch anders.

Denn Claire Cameron erzählt auf zwei weit auseinanderliegenden Zeitebenen die Geschichten von zwei völlig unterschiedlichen Frauen, die doch so vieles gemeinsam haben.

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Alma Bayer – Liebestöter

„Weiberheldinnen“ – so nennt Marina Pfister ihre Agentur, in der sie Frauen zu Heldinnen coacht. Sie will Frauen, insbesondere Ehefrauen, Mut und Selbstvertrauen geben, so dass diese ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich nicht länger von ihren Ehemännern unterdrücken lassen. Als auf Marina ein Mordanschlag verübt wird, ergeben sich daraus selbstredend zahlreiche Verdächtige, hätten doch all die besagten Ehemänner gerne mit ihr das eine oder andere Hühnchen gerupft. Zu der Verdächtigenriege kommt noch Marinas eigener Ehemann und manch anderer mehr oder weniger berühmte Einwohner Rosenheims hinzu.

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Kristina Hauff – Unter Wasser Nacht

Ein Buch um Trauer, Schuld und Zweifel, um Freundschaft und Nähe und um Fremdheit, ein Roman über Menschen, die verzweifelt um ihre Träume kämpfen.

Es ist fast so etwas wie eine großräumige WG, in der sie leben. Sophie und Thies in dem einen Haus und direkt daneben Inga und Bodo mit ihren Kindern Jella und Lasse. Schon lange sind die Vier eng befreundet und wohnen nun nah beieinander, teilen Grundstück und Windrad, Scheune und Garten, Vergangenheit und Erinnerungen.

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Durian Sukegawa – Die Katzen von Shinjuku

Ein anrührender, einfühlsamer Roman um zwei Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Yama, ein junger, schüchterner Fernsehautor, der von seinem Vorgesetzten auf das Heftigste drangsaliert wird, betritt eines Abends eine winzige Bar im Viertel Shinjuku. Hinter der Theke der Bar bedient die ebenfalls sehr junge Yume. Eine wortkarge Frau, die schielt und die eine ganz besondere Beziehung zu Katzen hat. Um diese Katzen dreht sich auch die Katzenwette, bei der einige der Kneipengäste darauf wetten, welche Katze als nächste durch ein Oberlicht in den Raum hineinsehen wird. Zur besseren Unterscheidung der Tiere hat Yume einen sogenannten Katzenplan gezeichnet, der stets an der Kühlschranktür hinter der Theke hängt.

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Lutz Kreutzer – Die Akte Hürtgenwald

Eigentlich soll Kommissar Straubinger, strafversetzt von Köln nach Stolberg bei Aachen, das Archiv im Keller der Polizeistation aufräumen. Doch dabei findet er eine alte Akte, die von einem Todesfall im Jahr 1956 berichtet, ein gut situierter Bürger der Stadt ist im Wald unter ungewöhnlichen Umständen ums Leben gekommen.

Straubinger „riecht“ Ungereimtheiten bei diesem alten Fall und, mit Erlaubnis seines neuen Vorgesetzten, beginnt er unter den Einheimischen zu ermitteln. Dabei begegnet er mitteilsamen und zugeknöpften Mitmenschen, von denen der eine oder die andere durchaus etwas zu verbergen hat. Besonderes Interesse entwickelt Straubinger für den sogenannten Wolkenmaler, ein Eigenbrötler, der allein im Wald in einer selbstgebauten Hütte haust. Als ein Mord geschieht, der offensichtlich einen Bezug zu den Ereignissen der Vergangenheit hat, übernimmt Straubinger ganz offiziell die Ermittlungen auch in dem aktuellen Fall.

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Marc Hofmann – Der Mathelehrer und der Tod

Ein eigenbrötlerischer Deutschlehrer als Hobbydetektiv auf der Spur des Mörders eines Mathelehrers – das ist kurzgefasst die Handlung dieses Kriminalromans.

Marc Hofmann legt seinen Protagonisten eindeutig als Serienheld an, was sogar auf dem Cover so angegeben ist. Der Nachteil dieses deutlichen Hinweises ist, dass es der Spannung abträglich ist, dazu später mehr. Gregor Horvath, Alter unbekannt, feinsinniger und nach eigenem Bekunden im falschen Jahrhundert geborener Gourmet, findet eines Morgens die Leiche eines Kollegen. Als ermittelnder Kriminalbeamter taucht, welche ein Zufall, Horvaths Zwillingsbruder auf. Doch ein weiterer Doppelmord in der Innenstadt Freiburgs unterbricht die Arbeit der Polizei in der Schule, der Tod des Lehrers wird als Suizid zu den Akten gelegt.

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Kerstin Sgonina – Als das Leben wieder schön wurde

1954, Nachkriegszeit in Hamburg. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, manche und mancher trägt schwer an der eigenen Vergangenheit, andere vertragen sich nicht mit der neuen Zeit.  Viele Lücken sind in den Straßenzügen, wo die Bombenschäden noch nicht beseitigt sind. Nicht jeder findet eine richtige Wohnung, viele hausen in den sogenannten Nissenhütten. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, doch vor allem die jungen Menschen sind auch voller Optimismus und hochfliegenden Plänen.

In dieses Hamburg kommt die junge Greta, Anfang Zwanzig, die nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter aus Stockholm zurückkehrt in die Stadt ihrer Geburt. Sie will zu ihrem Vater, der mit seiner Frau, Sohn und Tochter hier lebt und sie will ihre Mutter finden, die seit Anfang der Vierziger Jahre spurlos verschwunden ist.

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Tea Ranno – Agata und ihr fabelhaftes Dorf

Beim Lesen dieses turbulenten Romans hatte ich ständig das Gefühl, ich sehe einen dieser alten italienischen Spielfilme, wie z.B. „Don Camillo und Peppone“ – die Älteren werden sich an diese noch erinnern. Überhaupt weckte die Lektüre in mir den Wunsch, den Roman einmal verfilmt zu sehen, denn ich glaube, dann erst entfaltet er seine ganze Wirkung, erlaubt doch die visuelle Wahrnehmung eine leichtere Unterscheidung zwischen den Handelnden als nur das Lesen der Namen.

Denn bei aller Freude über diesen unterhaltsamen, liebenswerten Roman verliert man sich doch einigermaßen in dem reichhaltigen Personaltableau, das nahezu alle Bewohner des kleinen sizilianischen Dorfs, dem Schauplatz der Handlung, umfasst.

Die im Titel erwähnte Agata – entgegen meiner fälschlichen, vom Klappentext geweckten Erwartung eine junge und sehr attraktive Frau – wird völlig unerwartet zur Witwe, als ihr Mann Constanzo einem Herzinfarkt erliegt.

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Jutta Mehler – Mord mit Puderzucker

Ein herziger, unterhaltsamer Krimi für ein verregnetes Wochenende – ausreichend spannend und abwechslungsreich, wenn auch ohne größeren Tiefgang.

Die drei betagten Hobbydetektivinnen Thekla, Hilde und Wally entdecken im Nationalpark Bayrischer Wald einen Toten im Tannenbaum. Dummerweise stellt sich heraus, dass der Tote der neue Lebensgefährte von Wallys Tochter Christina ist. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil die Damen grundsätzlich gerne Kriminalfälle lösen – siehe diverse Vorgängerbände der Autorin – starten die Drei ihre Nachforschungen.

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Mary Adkins – Das Privileg

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Das Schicksal von drei jungen Frauen steht im Mittelpunkt des Romans von Mary Adkins, deren Debüt „Wenn du das hier liest“ ich mit großem Vergnügen im vergangenen Jahr lesen durfte. Im Gegensatz zu jenem Buch ist das vorliegende sehr viel ernster.

„Das Privileg“ schildert die Ereignisse am Carter College, wo Bea und Annie ihr Studium beginnen und Stayja in der Cafeteria arbeitet. Alle drei sind gewissermaßen am Scheideweg, müssen Entscheidungen hinsichtlich ihres Lebensweges treffen, müssen sich selbst kennenlernen und müssen vor allem lernen, sich zu behaupten.

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Nienke Jos – Die Angst der Schweigenden

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Ein wirklich ungewöhnliches, ein gewöhnungsbedürftiges Buch. Sowohl was den Haken schlagenden Handlungsverlauf wie auch was den anfangs befremdlichen Schreibstil angeht.

Ich gestehe, während der ersten gut 100 Seiten war ich mehrere Mal versucht, das Buch wegzulegen. Es werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, aus neuen Perspektiven erzählt, ohne dass sich die Zusammenhänge erschließen. Die Protagonistin Inna ist verstörend gestört, sie spricht fast nichts, gibt, wenn reden sich nicht vermeiden lässt, einsilbige Antworten.

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Dieter Aurass – Jeden 3. Tag

Sein historischer Kriminalroman „Rheinland-Bastard“ (Rezension hier) hatte mir ausnehmend gut gefallen, so dass ich sehr gespannt auf diesen neuen Roman von Dieter Aurass war. Und spannend ist er, keine Frage.

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Lorraine Fouchet – Pinguine bringen Glück

Ein wunderschönes Buch mit einem etwas unpassenden Titel.

Der fünfzehnjährige Dom spielt nachts heimlich ein Computerspiel, als das Gerät plötzlich abstürzt. Kurz darauf stehen Notärzte und Sanitäter in der Wohnung, in der er mit seinem Vater wohnt. Doch sie können seinem Vater nicht mehr helfen. Sein Herz hat versagt. Doch wer hat die Ärzte gerufen? Dom erfährt, eine blonde Frau sei bei seinem Vater gewesen, als er starb. Wer ist sie? Sie muss im selben Haus wohnen, also muss er sie kennen.

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Rachel Joyce – Miss Bensons Reise

Bei Rachel Joyce darf man sich immer über originelle Figuren und unkonventionelle Handlungen freuen. So auch in ihrem neuen Buch, in dem sie uns von Margery Benson erzählt, einer leicht verschrobenen Hauswirtschaftslehrerin, die einen Traum hat: sie möchte den goldenen Käfer finden, den bislang noch niemand entdeckt hat. Als sie ein Kind war, hatte ihr Vater ihr ein Bild dieses Käfers gezeigt und damit ihr Interesse an diesen Tieren in ihr geweckt. Doch aus vielerlei Gründen hat sie diesen Traum jahrelang in ihrem Herzen verborgen, erst ein für sie erschütterndes Ereignis bringt sie dazu, ihr Leben zu ändern. Sie plant eine Reise nach Neukaledonien, um den Käfer zu suchen.

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Robert Galbraith – Böses Blut

1195 Seiten – und keine davon langweilig. Und dass, obwohl doch manch eine Szene, manch ein Handlungsstrang redundant zu sein scheint; ja auch bei J.K. Rowling, die die Reihe um den Detektiv Cormoran Strike unter dem Pseudonym Robert Galbraith schreibt. „Böses Blut“ ist der fünfte Band dieser Reihe, die auch eine Serie ist, denn auch wenn man jeden Band für sich lesen kann, nimmt doch vieles in der Handlung Bezug auf frühere Geschehnisse, entwickeln sich die Protagonisten von Band zu Band weiter.

Der aktuelle Fall von Cormoran Strike und seiner Partnerin Robin Ellacott ist eigentlich ein gerade eben nicht aktueller. Anna Phipps engagiert sie, um nach dem Verbleib ihrer vor 40 Jahren verschwundenen Mutter zu suchen. Die Ärztin Margot Bamborough verschwand 1974 auf dem Weg aus ihrer Praxis zu einem Treffen mit ihrer besten Freundin. Nie wurde geklärt, was mit ihr geschah. Verdächtigt wurde ein zu dieser Zeit gesuchter und später überführter Serienkiller, der unter bestialischen Umständen Frauen entführte, folterte und tötete. Doch er hatte nie zugegeben, auch Margot Bamborough getötet zu haben.

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Peter Høeg – Durch deine Augen

Wie in den beiden anderen Romanen des Autors, „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ oder „Der Susan-Effekt“, so steht auch in dem neuen Buch eine Wissenschaftlerin im Mittelpunkt des Geschehens. Lisa, so ihr Name, hat eine Methode entwickelt, das Bewusstsein sichtbar zu machen durch Licht. Dabei werden die Dinge, die sich im Unterbewussten festgesetzt haben und psychische oder physische Probleme verursachen, besonders hell und dadurch erkennbar. Und behandelbar. Lisa arbeitet in einem wissenschaftlichen Zentrum, in einem außerhalb der Stadt gelegenen Schloss, welches rund um die Uhr vom Geheimdienst bewacht wird.

Einer ihrer Patienten wird Simon. Simon hat versucht, sich umzubringen und sein Adoptivbruder Peter möchte den Grund dafür herausfinden und natürlich alles tun, damit Simon es nicht noch einmal versucht.

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Mhairi McFarlane – Aller guten Dinge sind zwei

Was kann man Besseres über einen Roman sagen, als dass man sich die halbe Nacht um die Ohren schlug, weil man ihn nicht aus der Hand legen konnte? Genau so erging es mir mit dem neuen Buch der schottischen Autorin, ihrem sechsten Roman. Mit ihren ersten fünf Romanen war es ebenso gewesen. Sie kann einfach unglaublich gute Bücher schreiben.

Gemeinhin wird diese Art von Romanen dem Genre „Chick-Lit“ zugeordnet, soll heißen, es geht um eine Liebesgeschichte, in deren Mittelpunkt eine junge Frau Mitte Dreißig steht. Meist beginnt die Geschichte damit, dass besagte Frau von ihrem bisherigen Partner verlassen wird, dass sie geringes Selbstvertrauen hat, weil sie sich bislang mehr oder weniger über ihren Partner definierte. Nur wenige der in dieses Genre eingereihten Romane sind aber so spannend und so gut geschrieben wie die von Mhairi McFarlane.

Im vorliegenden Buch ist es Laurie, deren langjähriger Freund Dan, nachdem er stets verkündet hatte, er wolle weder heiraten noch Kinder haben, ihr eröffnet, er habe eine Affäre mit einer anderen Frau, die nun ein Kind von ihm erwarte. Natürlich ist Laurie schwer geschockt, nach 18 Jahren plötzlich wieder als Single dazustehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Dan und sie in derselben Anwaltskanzlei arbeiten, sich also ständig über den Weg laufen. Da kommt ihr der Zufall zu Hilfe in Form eines blockierten Aufzugs, in dem sie ein paar Stunden lang mit dem Kollegen Jamie festsitzt. Jamie ist der unbeliebteste Anwalt in der Kanzlei, denn er gilt als ehrgeizig, eitel und als Frauenverschlinger.

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Uli Aechtner – Leise rieselt der Tod

Ein Krimi mit allen erforderlichen Zutaten: eine gewisse Zahl an Leichen, sehr viele Verdächtige, ein bisschen Liebe, ein ganz klein wenig Humor und eine Hobbydetektivin, die sich schließlich selbst in Gefahr bringt. Das Ganze rund ums Weihnachtsfest in einem alten Herrenhaus, welches in einem winzigen Dorf steht, das dann auch noch zeitweilig von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Zur Handlung: die frisch getrennte Jenny findet über Weihnachten Unterschlupf bei ihrem Kindheitsfreund Tom, der gerade in besagtes, noch weitgehend unmöbliertes Herrenhaus gezogen ist. Dort eröffnet er eine Arztpraxis, die aber bislang wenig Zulauf hat. Am Abend ihrer Ankunft stolpert Jenny vor der Haustür über ihre erste Tote, eine Zeitungsausträgerin im Weihnachtsmannkostüm. Weil Jenny nun fürchtet, dass ihr Freund Tom in Verdacht gerät, der Mörder zu sein, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Ihre Recherchen führen sie zuerst auf den „Seelenhof“, wo ein Weihnachtsflirtkurs abgehalten wird. Natürlich sind erstmal alle Teilnehmer des Kurses schwer verdächtig, in den Mord verstrickt zu sein.

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Jonas Jonasson – Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

Wieder hat der Autor des „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg“ eine herrliche Satire vorgelegt, ein furioser Spaß mit absurden Verstrickungen und kuriosen Verwicklungen und vor allem mit genial verrückten Figuren.

Zwar schießt Jonas Jonasson manches Mal über das Ziel hinaus, verläuft sich in Nebenhandlungen und verliert den Faden im Gewirr der Geschicke seiner Charaktere, aber das trübt nicht die Freude bei der Lektüre seines neuesten Machwerks.

Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die dennoch zu einem haltbaren Konstrukt verwebt sind. Da haben wir den Kunsthändler Viktor, der sich auf üble Weise die Kunsthandlung seines Schwiegervaters erschleicht, dann aber unmittelbar nach dessen Tod seine Frau, die Tochter ebendieses Kunsthändlers, quasi mittellos vor die Tür setzt. Da haben wir Kevin, den möglicherweise Sohn von Viktor, den seine Mutter kurz vor ihrem Tod in Viktors Obhut gibt, was diesem jedoch keineswegs in den Plan passt. Also setzt Viktor Kevin, als dieser kurz vor der Volljährigkeit steht, mitten in Afrika in der Savanne aus, hoffend, die hungrigen Löwen würden sein Problem lösen. Und schließlich haben wir Ole Mbatian, den Medizinmann der Massai, der den ihm von Gott gesandten Sohn Kevin zum fähigsten Massai des Dorfes ausbildet. Kevin, Ole und Jenny, Viktors betrogene Ex-Frau, schließen sich zusammen, um gemeinsam mit Hugo, dem Direktor der „Rache ist süß GmbH“, an Viktor ausgiebig und genüsslich Rache zu nehmen.

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Diane Setterfield – Was der Fluss erzählt

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Es war einmal ein Wirtshaus …“ (S. 11). So beginnt dieser märchenhafte Roman, der zugleich spannend, mystisch, amüsant, poetisch, fantastisch und sogar ein wenig gesellschaftskritisch ist.

Mit liebevollem Augenzwinkern sowie hin und wieder einem zarten Hauch von Ironie erzählt die Autorin von geheimnisvollen Ereignissen gegen Ende des 19. Jahrhunderts am Oberlauf der Themse. Es beginnt eines Abends in besagtem Wirtshaus, als ein schwer verletzter Mann die Schenke betritt, in den Armen ein kleines Mädchen. Sie ist tot, so hat es den Anschein und so beurteilt es auch Rita, die erfahrene und stets pragmatische Krankenschwester des Ortes. Doch das täuscht, die Kleine erwacht und von nun an steigt die Spannung von Seite zu Seite.

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