Kategorie: Roman
VON DER BACKLIST: Sally Smith – Der Tote in der Crown Row
⭐⭐⭐⭐⭐

Ungemein vielschichtiger Krimi um einen Richtermord in London im Jahr 1901
Wenn eine Kronanwältin einen Kriminalroman schreibt, der unter Kronanwälten und Lordrichtern spielt, dann kann man davon ausgehen, dass Setting, Figuren und Stimmung des Romans authentisch sein können. Das genau ist hier der Fall, auch wenn die Autorin ihren absolut gelungenen Debütroman im London des Jahres 1901 ansiedelt.
(mehr …)Antoine Laurain – Fehlerhaft und wunderbar
⭐⭐⭐⭐

Eine fast poetische Geschichte rund um Rechtschreibung, Rechthaben und recht handeln
Was ein Diktat alles auslösen kann und welche Folgen das zeitigt, davon handelt der neue kurze Roman des bekannten französischen Autors.
(mehr …)Tim Frühling – Ploatzlich Tot
⭐⭐⭐

Netter, leichtgewichtiger Krimi aus der Rhön – sympathisches Personal, wenig Spannung
Nein, der Titel ist kein Schreibfehler. Er bezieht sich auf das für die Rhöner Region typische Leib- und Magengericht Zwiwwelsploatz (= Zwiebelkuchen), der im Roman reichlich verdrückt wird.
(mehr …)Kristen Perrin – Das Mörderarchiv: Tante Frances hat kein Herz für Mörder
⭐⭐⭐⭐

Ein alter und ein neuer Mord, Tante Frances‘ Nichte klärt auf
Ein neuer Band in einer netten Krimireihe, die auf dem Archiv einer Frau aufbaut, die bereits im ersten Band verstarb. Ihre Nichte und Erbin findet in besagtem Archiv immer wieder Hinweise auf vergangene Verbrechen – die, welch Wunder, mit aktuellen Morden in Zusammenhang stehen.
(mehr …)Camille Pagán – Harold und der Buchhändler
⭐⭐⭐⭐

Aus Hundesicht erzählt: rührend, aber auch ein bisschen sentimental
An sich ein netter Kunstgriff, einen Roman in Ich-Form aus der Perspektive eines Hundes zu erzählen. In diesem Buch gelingt das auch weitestgehend, die Geschichte ist berührend, zu Herzen gehend, aber manchmal auch ein wenig zu tränenreich, zu sentimental.
(mehr …)Emily Winston – Der Mordclub von Shaftesbury: Tod verpflichtet
⭐⭐⭐⭐⭐

Temperamentvoll, herrlich komisch und erstaunlich britisch
Erstaunlich deswegen, weil die Autorin gar keine Engländerin ist, sondern eine deutsche Krimi-Schriftstellerin, die hier unter einem englischen Pseudonym die Reihe um die Eheanbahnerin Penelope St. James veröffentlicht.
(mehr …)Sharon Gosling – Der vergessene Wald
⭐⭐⭐⭐

Recht vorhersehbare Liebesgeschichte in schöner Kulisse
Sharon Goslings Romane sind meist ein Lesevergnügen, auch wenn sie nicht immer ganz am Kitsch vorbeikommt. Dafür sind es immer stimmungsvolle Settings, interessante Figuren und eine unterhaltsame Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Frauen, die einen Neuanfang wagen oder aus Gründen dazu veranlasst werden.
(mehr …)Colleen Cambridge – Das Theatermord Geheimnis
⭐⭐⭐⭐⭐

Sympathische Hobbydetektivin inmitten zahlreicher Verdächtiger – gelungene Fortsetzung der Reihe
Der inzwischen vierte Band um Agatha Christies Haushälterin Phyllida Bright, die stets nonchalant fiese Mordfälle aufklärt, unterhält bestens, vor allem dank der charmanten und geheimnisvollen Hauptfigur.
(mehr …)Mark Mupotsa-Russell – Das kleine Handbuch einer Vorstadt-Killerin
⭐⭐⭐⭐⭐

Actionreiche und ziemlich blutige Geschichte um eine Mutter auf Rachefeldzug
Den im Klappentext verkündeten Humor, selbst den schwarzen, sucht man in diesem Roman vergeblich. Doch die rasante Story um eine ehemalige Auftragskillerin, die zur Rachegöttin wird, liest sich spannend, fesselt und unterhält, wenn auch auf eine manchmal etwas drastische Art.
(mehr …)Beate Maly – Raub in der Wiener Werkstätte
⭐⭐⭐⭐

Historischer Krimi aus Wien – nett, mit sympathischem Personal, aber ein wenig spannungsarm
Ein neuer Krimi um den erfolgreichen Kommissar Max von Krause und die liebenswerte Lili Feigl, die in der Wiener Werkstätte als Putzfrau arbeitet. Diesmal werden sie in einen Mordfall verwickelt, der zunächst im Zusammenhang mit spektakulären Juwelendiebstählen zu stehen scheint.
(mehr …)Tracey Rose Peyton – Um uns nur Dunkelheit
⭐⭐⭐⭐⭐

Packender Roman um ein schreckliches Kapitel der amerikanischen Geschichte – ungewöhnlich erzählt
Was für ein nachhallender Roman, was für eindringliche Figuren und welch ein interessanter Erzählstil. Dieses Buch bleibt in Erinnerung, es erschüttert, macht wütend und sehr, sehr traurig.
(mehr …)VON DER BACKLIST: K.J. Reilly – Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
⭐⭐⭐⭐⭐

Sehr berührender Jugendroman um die Aufarbeitung von Trauer
Wie damit umgehen, wenn die eigene Mutter bei einem Verkehrsunfall getötet wird? Wie die Trauer, die Wut verarbeiten? Und die Rachegefühle.
Der 17jährige Asher steht vor diesen Fragen, die ihn völlig überfordern. Seine Mutter wurde getötet, als sie für ihn neue Fußballschuhe kaufen wollte. Ein Sattelschlepper hat ihr Auto zertrümmert, sie starb. Zurück blieben Asher, sein Vater und die vierjährige kleine Schwester.
(mehr …)Philippa Perry – Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Phillips und der tote Klient
⭐⭐⭐

Spröde Protagonistin, ein verworrener Fall und wenig Spannung
Am Untertitel dieses Buchs kann man schon erkennen, dass dies als Reihe ausgelegt ist, man also mit weiteren von der Therapeutin Pat Phillips gelösten Mordfällen zu rechnen hat. Doch war dieser erste Fall nicht wirklich fesselnd genug, um mir Lust auf Fortsetzungen zu machen.
(mehr …)Camilla Barnes – Keine Kleinigkeit
⭐⭐⭐⭐⭐

Eigentlich eine ganz normale Familie – doch diese Ehe hat es in sich
Ein Roman, in dem nicht viel geschieht, der aber doch fesselt wie ein guter Krimi – das zu schreiben ist schon eine Kunst. Gelungen ist dies der in Paris lebenden Engländerin Camilla Barnes direkt mit ihrem Debüt.
(mehr …)Marcel Huwyler – Der Herr Wälti und das fette Alphorn
⭐⭐⭐⭐⭐

Ziemlich abgedreht, ungemein witzig und dazu noch ein bisschen spannend
Der Name Huwyler ist und bleibt einfach ein Garant für gute Unterhaltung, für ganz spezielle Figuren, für verwickelte Geschichten und für viel Spaß an urigen Worten. So auch hier im zweiten Band der Reihe um den taxifahrenden, selbsternannten Detektiv Wälti (dessen Vorname ein tiefes Geheimnis bleibt).
(mehr …)Thomas Montasser – Die Wanderbücherei
⭐⭐⭐

Die immer gleiche Geschichte – immer wieder berührend
Wenn Zwei sich nicht lieben dürfen, ist das immer eine tragische Geschichte. Und wenn die Politik, die Geschicke Schuld sind am Drama der Liebenden, dann ergibt das stets reichlich Stoff für zu Herzen gehende Romane.
(mehr …)Alexandra Holenstein – Arrivederci am Lago Maggiore
⭐⭐⭐⭐⭐

Ein Hotel voller Mord und Intrigen – sprachlich gelungener, leichtfüßiger Krimi
Tabea Kummer geht wieder auf Mörderjagd, natürlich unfreiwillig und ebenso natürlich erfolgreich. Die leicht unterforderte Lehrerin übernimmt in den Ferien auf Wunsch ihres Vermieters den Job als Hausdame in dessen Hotel, quasi als dessen Vertretung während seiner Abwesenheit. Hätte sie vorher gewusst, was sie erwartet …
(mehr …)Claire Fuller – Das Gedächtnis der Tiere
⭐⭐⭐

Nach starkem Beginn etwas abflachende Dystopie mit mittelmäßigen Figuren
Zuerst hat mich dieser Roman wirklich gepackt, war der Einstieg spannend und vor allem erinnerte es mich an den ganz wunderbaren Roman „Die Letzte macht das Licht aus“ von Bethany Cliff. So waren dann meine Erwartungen nach den ersten Kapiteln dementsprechend hoch.
(mehr …)Alexandra Kui & Peter Godazgar – Böse Aussicht
⭐⭐⭐

Brandstiftung und Mord im Harz – nettes Ermittlerduo in einem eher ruhigen Krimi
Die Fortsetzung des ersten Harz-Krimis der beiden Verfasser:innen, der mich wirklich begeistert hatte mit seinem Humor, seinen sympathischen Figuren und der unterhaltsamen Story. Diesmal haben es Polizist Andreas und Tourismusbeauftragte Ariane mit einer in Brand gesteckten Hütte und einer dort gefunden Leiche zu tun.
(mehr …)Sandra Lüpkes – Ein Ort, der bleibt
⭐⭐

Ziemlich langweilige Geschichte um drei Frauen und einen Garten zu unterschiedlichen Zeiten
Die Autorin Sandra Lüpkes ist sehr erfolgreich mit ihren immer gelungenen Kriminalromanen und als Drehbuchautorin (Wilsberg, Friesland u.ä.). Aber auch mit historischen Romanen konnte sie mich bislang überzeugen.
(mehr …)Leonie Swann – Widdersehen
⭐⭐⭐⭐⭐

Ein neuer Schafskrimi – absolut gelungen, herrlich komisch und dabei auch noch tiefgründig
Endlich die Fortsetzung der erfolgreichen Schafskrimi-Reihe von Leonie Swann. Und der neue Band steht dem Beginn in nichts nach – allerdings hätte es nicht geschadet, wenn ich die ersten Romane „Glenkill“ und „Garou“ noch einmal gelesen hätte, bevor ich in „Widdersehen“ eingestiegen bin. Obwohl man das neue Buch auch ganz wunderbar versteht, ohne die ersten Bände zu kennen.
(mehr …)Jess Kidd – Mord in der Pension Möwennest
⭐⭐⭐⭐

Ex-Nonne auf der Suche nach der verschwundenen Freundin – nicht gänzlich überzeugender Krimi
Ich liebe normalerweise die Romane von Jess Kidd, die mystische, fantastische Geschichten erzählen voller geheimnisumwobener Figuren. Doch dieses neue Buch ist anders, es fehlen genau diese Mystik, die Fantasie und auch leider ein bisschen die Spannung.
(mehr …)Ross Montgomery – Tee, Tod und die versiegelte Tür
⭐⭐⭐⭐⭐

Charmante Story mit Witz, Tempo und Humor – klassischer Krimi voller Wendungen
Die ultimative Herausforderung für Ermittler, egal ob Hobbydetektivin oder Inspektor: Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ohne Geheimtür und ohne jeden Hinweis auf Täter oder Täterin.
(mehr …)Dana Lukas – Ein Huhn kommt selten allein
⭐⭐⭐⭐⭐

Wohlfühlgeschichte, warmherzig erzählt, wenn auch ein wenig zu heile Welt
Romane, deren Handlung sich mittelbar um Tiere dreht, sind momentan zahlreich zu finden. Was kein Nachteil sein muss, machen sie doch meist recht viel Spaß und erzählen nette und oft humorvolle Geschichten.
(mehr …)Laura Baldini – Und sie schenkten ihnen ein Zuhause
⭐⭐⭐⭐⭐

Roman um von Anna Freud gegründete Kriegswaisenhäuser in England – spannend, berührend, interessant
Auch wenn der Titel dieses Roman ein bisschen arg kitschig klingt und auch wenn die Geschichte, die die hier unter Pseudonym schreibende Beate Maly erzählt, manchmal ein bisschen ins Süßliche abgleitet, so ist das Ganze doch sehr fesselnd. Insbesondere der historische Hintergrund macht die Story packend und interessant.
(mehr …)Vera Zischke – Pina fällt aus
⭐⭐⭐⭐⭐

Berührende Geschichte um Mutterliebe, Einsamkeit, Nachbarschaft und Hilfsbereitschaft
Auf spröde Weise und vielleicht gerade darum zu Herzen gehend erzählt Vera Zischke von Eigenbrötlerinnen und Sonderlingen, von aufbegehrenden Teenagern und einsamen Greisinnen, von unerschütterlicher Mutterliebe, von verzweifelter Sorge und helfenden Händen.
(mehr …)VON DER BACKLIST: Anne C. Voorhoeve – Chicken impossible
⭐⭐⭐⭐⭐

Zwei Schwestern und vier Hühner – Familie ist lebensgefährlich
Dass dies der erste Krimi für Erwachsene ist, den diese Autorin veröffentlicht, mag man kaum glauben. So genial ist der Mix aus tierischem Spaß und emotionalem Familienzwist, so perfekt die Balance zwischen Humor und Drama, zwischen ironischem Witz und höchster Spannung.
(mehr …)Laura Dickerman – Shared Desk
⭐⭐

Gute Plotidee schlecht umgesetzt – abgebrochen
An diesen Roman bin ich mit froher Erwartung herangegangen, die Idee, die dem Plot zugrunde zu liegen schien, wirkte interessant und war mal etwas neues. Aber schlechter Schreibstil und die ebenfalls nicht gut gelungene Übersetzung verdarben mir komplett den Spaß.
(mehr …)Sunil Mann – Ziemlich beste Verbrecher
⭐⭐⭐⭐⭐

Witzige Geschichte um zwei schräge Hobbydetektive mit dubioser Vergangenheit – Fortsetzung erwartbar
Aus finanzieller Not heraus Detektiv spielen, auch eine Möglichkeit, die Kasse zu füllen. Hier stehen zwei ältere Herrschaften vor dem Problem, wie sie zu Geld kommen. Alois Mistelzweig und Berta Bartók, die im schlossähnlichen Haus ihrer auf merkwürdige Weise verschwundenen Arbeitgeberin wohnen, müssen dabei nicht nur ihre Geldnöte bekämpfen, sondern auch verhindern, dass jemand nach eben dieser Arbeitgeberin sucht.
(mehr …)Jacqueline Harpman – Ich, die ich Männer nicht kannte
⭐⭐⭐⭐⭐

Trotz der langsamen Erzählweise spannend, dabei tiefsinnig und auch erschreckend
Dieser Roman ist einerseits durchaus verstörend und lässt die Leserin mit vielen Fragen zurück, andererseits aber auch hochdramatisch, fesselnd und berührend. Doch die im Klappentext hergestellten Vergleiche zu „Die Wand“ von Marlen Haushofer oder „Der Report der Magd“ von Margret Atwood passen meiner Meinung nach nicht wirklich. Auch würde ich das Buch nicht als feministisch bezeichnen.
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