Christian Schnalke – Louma

Wie muss ein Roman sein, den man nicht aus der Hand legt, in dem man ganz drin ist und von dem man wünscht, dass er nicht zu Ende geht? Der nachwirkt, dessen Figuren einen noch lange begleiten, wie gute Freunde? So wie „Louma“ von Christian Schnalke!

Louma ist der Name der Frau, um die sich der gesamte Roman dreht, die aber, bevor die Geschichte überhaupt beginnt, bereits gestorben ist. Und schon dieser Beginn verursacht eine Gänsehaut: Louma wurde in einem Trauerwald beigesetzt, die Beisetzungsfeier ist vorüber, der Friedhof geschlossen. Da steigen ihre vier Kinder und ihr Ehemann über die Mauer und schlagen neben ihrem Grab ein Zelt auf: um sie in der ersten Nacht im Trauerwald nicht allein zu lassen! Was für ein Einstieg in diese wunderbare Familiengeschichte.

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Emma Stonex – Die Leuchtturmwärter

Der Klappentext klingt ein bisschen wie ein klassischer Agatha-Christie-Roman: drei Männer verschwinden aus einem verschlossenen Leuchtturm und tauchen nie wieder auf. Was ist geschehen?

Dieses tatsächliche Ereignis aus dem Jahr 1900 ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans der britischen Autorin, die die Ereignisse allerdings ins Jahr 1972 verlegt, sowie auf einer zweiten Zeitebene die Frauen der verschwundenen Leuchtturmwärter zwanzig Jahre später 1992 beobachtet.

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Henning Ahrens – Mitgift

Bei diesem Roman bin ich voreingenommen, denn ich mag Familienromane, die über mehrere Generationen das Schicksal einer Sippe schildern. Genau das ist nämlich das Thema von „Mitgift“, einem Roman, der für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert ist.

Henning Ahrens, deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der bereits für andere Werke mit Preisen ausgezeichnet wurde, erzählt im vorliegenden Buch von einer Bauernfamilie in Niedersachsen, die seit mehr als 200 Jahren ein und denselben Hof bewirtschaftet. Besonders konzentriert er sich auf die Ereignisse in der Mitte des 20. Jahrhunderts, also während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Anja Jonuleit – Das letzte Bild

Frage: Wie spannend kann eine Geschichte sein, wenn man das Schicksal der Hauptfigur von Anfang an kennt? Antwort: Hochspannend.

Die Autorin, von der ich gerne mehr lesen möchte, basiert ihren Roman auf einem wahren Ereignis: Im November 1970 wird in einem abgelegenen, einsamen Tal in Norwegen eine unbekannte Frauenleiche gefunden, verbrannt, unkenntlich. Niemand scheint sie zu vermissen, niemand erkennt sie. Auf diesem Geschehen baut Anja Jonuleit ihre faszinierende und ungemein fesselnde Handlung auf.

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Andrea Heuser – Wenn wir heimkehren

Dieser Roman ist vor allem das Psychogramm einer Familie oder vielmehr einer Frau, und das über mehr als 50 Jahre. Diese Frauenfigur ist faszinierend in ihrer Vielschichtigkeit, in ihrer Versponnen- und Versonnenheit. Dennoch hat der Roman etliche Längen, was die Freude beim Lesen etwas trübt.

Insbesondere die Männer im Leben der Protagonistin Margot sind entscheidend für ihren Lebensweg, beginnend mit ihrem Vater. Sie wird in Luxemburg geboren und wächst in der Vorkriegszeit in einer wohlhabenden Familie auf. Die Begegnung mit den deutschen Besatzern prägt sie ebenso wie die Ehe mit Hermann Heider. Wichtigster „Mann“ ist für sie aber immer ihr Sohn Fred. Auch seinen Lebensweg zeichnet der umfangreiche Roman nach.

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Robert Krause – 3 ½ Stunden

Allein der Titel suggeriert bereits die Spannung, die man, wie bekanntlich am perfektesten von Hitchcock angewandt, durch eine zeitliche Begrenzung des Geschehens erreichen kann. Die Handelnden haben nur dreieinhalb Stunden Zeit, eine nahezu lebenswichtige Entscheidung zu treffen. Nur leider verschenkt der Roman diese Möglichkeit zur Gänze.

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Nicolas Barreau – Die Zeit der Kirschen

Dieser Roman ist wirklich nur etwas für ausgeprägte und unerschütterliche Romantikerinnen. Was, das möchte ich betonen, nichts Schlechtes ist und keine negative Aussage über das Buch. Besonders, da mir der erste Teil der Geschichte um Aurélie und André, der vor einigen Jahren unter dem Titel „Das Lächeln der Frauen“ erschien, ausnehmend gut gefiel. Nur leider erreicht dieser Teil nicht die Leichtfüßigkeit, die Romantik und den Humor des Vorgängerbuchs.

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Hervé le Tellier – Die Anomalie

Was für eine abgedrehte Story! Was für ein wahnsinnig spannender Roman! Da fliegt ein Flugzeug im März von Paris nach New York und gerät in heftigste Turbulenzen. Doch alle kommen heil und gesund an und führen ihr Leben weiter. Alle, das sind unter anderem ein Architekt und seine Geliebte, die alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen. Das ist ein Auftragskiller, das ist ein Autor und Übersetzer. Weitere Passagiere sind ein nigerianischer Rapper, eine Schauspielerin und dann ist da noch der Flugkapitän.

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Christine Brand – Bis er gesteht

Allein schon wegen des ungewöhnlichen, aber wirkungsvollen Aufbaus ist dieser Kriminalroman absolut gelungen. Hinzu kommen ein besonderer Schreibstil, der gerade wegen der durchgängigen Neutralität, der reportagenhaften Distanz die Handlung umso mehr unter die Haut gehen lässt. Hier kommt deutlich die frühere Tätigkeit der Autorin als Gerichtsreporterin zum Ausdruck.

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Janine Adomeit – Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen

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Ein überzeugendes Debüt einer deutschen Autorin, von der man hofft, mehr lesen zu dürfen. Die Geschichte, die Janine Adomeit erzählt, wird vor allem getragen von den interessanten, vielschichtigen und überraschenden Charakteren, Menschen, die mit ihrem Schicksal hadern und sich ihm entgegenstellen wollen. Doch nicht allen gelingt das.

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Ulrike Herwig – Das Glück am Ende der Straße

Ein Roman mit allen Zutaten für eine herzerwärmende Geschichte. Aber genau das ist in meinen Augen auch das – zugegeben kleine – Manko an dem unterhaltsamen Buch der deutschen Autorin, die bereits unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hat. Denn es sind eben leider alles sehr bekannte Zutaten.

Der Plot wird aus zwei Sichten erzählt, die eine ist Elli, genannt Elvis, eine ältere obdachlose Frau, die regelmäßig auf einer Bank im Park sitzt und die gut betuchten Bewohner eines Villenviertels beobachtet. Die zweite Perspektive ist Lisa, eine dieser Bewohnerinnen, Ehefrau vom technikbesessenen Mark und Mutter dreier mehr oder weniger anstrengender Sprösslinge.

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Freya Sampson – Die letzte Bibliothek der Welt

Wieder ein Roman, in dem eine Bibliothek gerettet werden soll. Eine schöne, herzerwärmende, wenn auch leicht kitschige, hausbackene Geschichte, die uns die englische Autorin erzählt. Ein wenig haben mich die Story und die handelnden Personen an den Roman „Die Buchhandlung“ von Penelope Fitzgerald erinnert. Besonders die Hauptfiguren ähneln sich sehr.

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Andreas Izquierdo – Revolution der Träume

Die langersehnte Fortsetzung eines meiner Lieblingsbücher des vergangenen Jahres „Schatten der Welt“. Die Handlung schließt fast nahtlos an den Vorgängerband an, beginnt im November 1918, mit der Absetzung des deutschen Kaisers und der Ausrufung der Republik.

Vorangeschickt sei der Hinweis, dass manches in dieser Fortsetzung ohne die Kenntnis des ersten Bandes nur teilweise verständlich ist. Die Vorgeschichte der drei Protagonisten bedingt ihr Handeln in der Nachkriegszeit entscheidend, genau wie die Begegnungen mit ihren alten Freunden und Feinden. Es wird einiges aus dem ersten Teil erwähnt, aber in angenehm unaufdringlicher Weise.

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Anne Mette Hancock – Narbenherz

Wenn man eine zusammenhängende Reihe von Romanen liest, mit wiederkehrenden Protagonistinnen, dann ist es ein wenig wie das Wiedertreffen von guten Bekannten. So zumindest war mein Gefühl, als ich diese Fortsetzung des Sensationserfolgs „Leichenblume“ der dänischen Autorin in die Hand nahm. Mit dem ersten Band hatte sie sämtliche Bestsellerlisten gestürmt. Und es ist zu erwarten, dass dieser zweite Roman um Heloise Kaldan dem in nichts nachstehen wird. Mich hat er jedoch nicht ganz so sehr begeistert wie die erste Folge.

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Stefan Hornbach – Den Hund überleben

Romane um Krankheit gehen immer zu Herzen, berühren die Leserinnen. Wenn die Krebserkrankung zusätzlich noch einen jungen Mann trifft, der gerade am Beginn seines Erwachsenenlebens steht, erschüttert es umso mehr.

Der Debütroman des jungen deutschen Autors Stefan Hornbach, der bereits mit Theaterstücken Furore gemacht und Preise eingesammelt hat, dreht sich genau darum.

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Doris Knecht – Die Nachricht

Zunächst einmal ist der Titel des Romans irreführend, denn die Hauptfigur erhält nicht eine, sondern sehr viel verstörende Nachrichten. Und diese beleidigenden Nachrichten erreichen nicht nur sie, sondern auch ihre Familie, ihre Freunde und Kollegen.

Doris Knecht, eine vielfach ausgezeichnete österreichische Autorin, ist bekannt für ihre sehr eigene Sprache. Diese kommt im vorliegenden neuen Buch wieder zum Ausdruck.

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Tayari Jones – Das Jahr, in dem wir verschwanden

Es ist ja bekannt, dass Erstlingswerke von Autor:innen es oft schwer haben, einen Verlag zu finden. Erst, wenn das zweite oder dritte Buch der Autorin ein Erfolg war, werden die Frühwerke ebenfalls herausgegeben. Dabei stellt sich dann manches Mal heraus, dass die ersten Ablehnungen vielleicht nicht ganz unbegründet waren. Denn die Erfolge der weiteren Romane besagen nichts über die Qualität der Debüts.

Für den vorliegenden Roman von Tayari Jones fällt es mir schwer, genau dies zu beurteilen. Von ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Roman „Das zweitbeste Leben“ war ich wirklich begeistert und ich bedaure, dass ich ihr anderes Buch „In guten wie in schlechten Tagen“ bislang noch nicht lesen konnte.

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Minu D. Tizabi – Revolution morgen 12 Uhr

Eine Autorin, die mit 14 Abitur macht und mit 22 ihr Medizinstudium beendet, schreibt nun auch noch einen Roman. In diesem Debüt erzählt sie von Sean Christophe, einem 24-jährigen Mann, der sich selbst in die Psychiatrie einweist, weil er unter heftigen Angststörungen leidet. Dort erhält er jeden Abend mysteriöse Anrufe, bei denen lediglich unverständliches französisches Kauderwelsch an sein Ohr dringt. Bis zu dem Tag, an dem er eine Verbindung zu erkennen glaubt zwischen den Anrufen und Dingen, die er täglich erlebt. So wie seine Entdeckung des Plakats mit dem titelgebenden Aufruf „Revolution morgen 12 Uhr“.

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Tessa Korber – Alte Freundinnen

Freundschaft ist etwas sehr Kostbares, besonders wenn sie über viele Jahre existiert. Eine solche Freundschaft besteht zwischen Franziska, Annabel, Nora und Luise, die sich seit ihren Studienzeiten kennen. Jede ist anders und ihre Lebenswege sind völlig unterschiedlich, dennoch haben sie über die  vielen Jahre zusammengehalten, standen einander zur Seite, teilten Freud und Leid. Und sie hatten einen Traum: im Alter wollten sie zusammenziehen, eine WG bilden.

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Marc Roger – Die Bücher des Monsieur Picquier

Wenn ein kultivierter, belesener ehemaliger Buchhändler und ein 18-jähriger ungelernter Hilfsarbeiter aufeinandertreffen, erwartet man eher keine innige Freundschaft zwischen ihnen. Doch genau diese entwickelt sich, als der junge Grégoire, als Hilfskraft in der Küche eines Seniorenheims tätig, dem alten Mann begegnet.

Das Zimmer von Monsieur Picquier ist voller Bücher, die er aus seiner Buchhandlung rettete, als er diese schließen musste. Seine Parkinson-Erkrankung macht es ihm unmöglich, noch darin zu lesen. So bittet er Grégoire, ihm vorzulesen.

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Olaf Müller – Herr über Leben und Tod bist du

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Wer gerne Kriminalromane liest, landet früher oder später in der Eifel. Und wer dazu noch historische Bezüge in Krimis mag, sowieso. Ich habe keine Ahnung, warum die Eifel ein so bevorzugter Schauplatz von mörderischen Handlungen ist. In jedem Fall ist sie aber ein Garant für Spannung.

So auch in dem neuen Roman des Aachener Autors Olaf Müller, der darin den vierten Fall von Kommissar Michael Fett erzählt.

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Amélie Cordonnier – Die Entscheidung

Wer noch nicht weiß, was Worte anrichten können, sollte diesen Roman lesen. Die französische Autorin schildert genau das in ihrem Debüt. Und wie sie das tut, das geht unter die Haut, das wühlt auf, verschreckt. Daran ändert auch die etwas anstrengende Erzählweise nichts.

Eine ganz normale Familie – Vater, Mutter, zwei Kinder. Und doch ist nichts so, wie es von außen scheint. Aurélien, der Vater, verliert die Beherrschung, schreit, tobt und beleidigt dabei seine Frau mit Worten, die in Körper und Seele einschneiden, tiefe Wunden hinterlassen. Auch bei den Kindern, dem 15-jährigen Vadim und der sieben Jahre alten Romane.

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Rosie Walsh – Ein ganzes Leben lang

Mit ihrem Debüt „Ohne ein einziges Wort“ war die englische Autorin Rosie Walsh wochenlang auf den Bestsellerlisten. Es ist zu vermuten, dass auch der neue Roman diese stürmen wird. Vereint er doch alles, was eine anrührende Geschichte ausmacht: Liebe, Verzweiflung, Sehnsucht, Krankheit, Kinder und Tiere.

Emma ist Meeresbiologin, Mutter von Ruby, Ehefrau von Leo und sie leidet an Blutkrebs. Leo, von Beruf Verfasser von Nachrufen, bekämpft seine Sorgen um die geliebte Frau damit, dass er beginnt, einen Nachruf auf sie zu schreiben.

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Beate Ferchländer – Die Apfelstrudelmisere

Mal was ganz anderes: ein Krimi, aus der Sicht der Täterin geschrieben. Und was für ein abgründiger, schwarzhumoriger Krimi, den uns die österreichische Autorin hier vorlegt.

Die schöne und nicht minder lustige Witwe Helene, deren erster Mord im Roman „Das Nussstrudelkomplott“ von Beate Ferchländer nachzulesen wäre, wird von Inspektor Moravec erpresst, der belastende Fakten gegen sie und ihre Haushälterin Tereza in Händen zu haben behauptet. Denn der Inspektor, statt seinen beruflichen Pflichten nachzukommen, ist unsterblich (!) in Helene verliebt und will, dass sie ihn heiratet. So unter Druck gesetzt, willigt sie ein, nur um diese Entscheidung umgehend bitterlich zu bereuen.

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Melissa Harrison – Vom Ende eines Sommers

Für diese Rezension habe ich länger gebraucht als sonst. Nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, weil es so besonders ist, dass ich lange überlegt habe, wie ich das in Worte fassen kann.

Im Grunde ist es die Geschichte eines Teenagers in den frühen dreißiger Jahren in England. Edith, genannt Edie, lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof, der ums Überleben kämpft. Sie ist anders als der Rest ihrer Familie, Edie ist intelligent, sie verschlingt Bücher, ist lernbegierig und hinterfragt alles und jedes. Sie leugnet, einsam zu sein, obwohl sie es ganz offensichtlich ist. Ihre ältere Schwester ist jung verheiratet und gerade Mutter geworden, ihr Mann erlaubt ihr keine Besuche bei den Eltern, so dass die beiden Schwestern, die sich immer nahestanden, sich nur selten sehen.

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Marcy Dermansky – Wirklich nett

Dieser Roman lässt mich etwas ratlos zurück. Das mag an der Erzählweise liegen oder auch am Thema, ich kann es nicht festmachen. Doch schon die Anzahl der Perspektiven – die Handlung wird von sage und schreibe fünf Figuren in der Ich-Form erzählt – macht die Lektüre schwierig. Hat man sich gerade in eine Szene, eine Erzählweise, einen Sprachduktus eingelesen, wechselt der Erzähler und man wird komplett herausgerissen aus der Handlung.

Das erschwert nicht nur, den Geschehnissen zu folgen, sondern auch, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. Wobei so wirklich viel auch nicht geschieht, es wird vielmehr reflektiert, gegrübelt, misstraut; es wird diskutiert, verhandelt; man lehnt sich ab, nähert sich an.

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Mariam T. Azimi – Tanz zwischen zwei Welten

Die Autorin, in Kabul geboren und als Kind nach Deutschland gekommen, erzählt von Wana, einer Frau Anfang 40 mit afghanischen Wurzeln. Wie die Autorin lebt auch die Protagonistin in Berlin, zusammen mit Freund und Sohn. In Rückblicken erleben wir ihre Kindheit in Afghanistan, die Flucht nach Europa und die schwere Zeit der Eingewöhnung. Die Einschulung und die Ausgrenzung, die Suche nach Freundschaften, das Hadern mit der eigenen Herkunft und der Diskrepanz zwischen der eigenen Kultur und der im neuen Heimatland.

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Golnaz Hashemzadeh Bonde – Was bleibt von uns

Diesem Buch muss man sich stellen, muss es aushalten. Denn es tut weh, es ist aggressiv, es verstört. Die Autorin, als Kind aus dem Iran nach Schweden geflohen, schont ihre Leserinnen nicht. Sie eröffnet vielmehr einen ungewohnten, einen gewöhnungsbedürftigen Blick auf Krankheit und Tod.

Der Klappentext führt hier eher in die Irre. Im Grunde geht es um die Bewältigung von und den Umgang mit der Nachricht, bald sterben zu müssen. Das ist es, was der Protagonistin und Ich-Erzählerin Nahid widerfährt. Nahid, im Iran geboren und aufgewachsen, lebt heute, sie ist sechzig Jahre alt, in Schweden. Sie wohnt allein, ihre Tochter Aram lebt in einer Beziehung mit dem Schweden Johann.

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Therese Anne Fowler – Gute Nachbarn

Das ist wieder so ein Roman, bei dem es mir schwerfällt, zu sagen, er gefällt mir oder er gefällt mir nicht. Denn obwohl die Autorin sehr subtil Spannung aufbaut und mittels einer ungewohnten Perspektive fesselt, bedient sie gleichzeitig viele Klischees. Auch ist die Handlung leider trotz allem vorhersehbar.

In einer zu einigem Ansehen gekommenen Siedlung in North Carolina zieht eine wohlhabende Familie in ein neues, etwas protziges Haus. Diese neuen Bewohner haben es sich bereits vor ihrem Einzug mit ihrer Nachbarin Valerie verdorben, da durch die Bautätigkeiten ihr Garten und besonders eine sehr alte Eiche darin Schaden genommen haben.

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Caethe Worring – Das Gift der Schlangen

Dieser Roman entwickelt seine Anziehungskraft erst nach einer guten Weile. Die ersten mehr als hundert Seiten muss man durchhalten und dabei auch hinnehmen, dass der eigentliche Protagonist erst spät eingeführt wird. Das ist ein ziemliches Manko und nicht das einzige dieses Debütromans, den ich aber dennoch mit großem Vergnügen verschlungen habe.

Sobald sich die Leserin nämlich in dem umfangreichen Personaltableau zurechtfindet und die Sympathien zu den Figuren wachsen, ist sie durch die spannende Handlung gefangen. Ich konnte den Roman erst wieder aus der Hand legen, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

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