Paul Lüdicke – Sarg niemals nie

Die Idee, einen Krimi um ein Bestattungsunternehmen herum zu entwerfen, ist ja nun wirklich nicht neu. Hier ist es diesmal die Tochter des Bestatters, ihres Zeichens Assistenzärztin an der Charité, die sich zur Mordermittlerin aufschwingt.

Betty Pabst nimmt sich einen Burnout und reist, um sich von der anstrengenden Tätigkeit in der Klinik zu erholen, nach Hause nach Bielefeld zu ihrer Familie. Vater, Mutter und Bruder empfangen sie weniger herzlich, als sie erwartet, alle scheinen irgendwelche Geheimnisse voreinander zu haben.

(mehr …)

Nadifa Mohamed – Der Geist von Tiger Bay

Dieser Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, ist erschütternd, aber keineswegs leicht zu lesen. Der Stil der in Somalia geborenen Autorin ist eine Herausforderung. Vor allem die ersten etwa 150 Seiten muss man durchhalten können.

Erzählt wird die Geschichte von Mahmood Mattan, ein Somalier, der 1952, Jahre nach seiner Ankunft, in Cardiff mehr schlecht als recht als Tagelöhner lebt.  Im Hafenviertel Tiger Bay, zwischen Kneipen, heruntergekommenen Unterkünften und kleinen Läden schlägt er sich durch. Nur hin und wieder trifft er seine Ex-Frau und besucht seine Kinder.

(mehr …)

Marcel Huwyler – Frau Morgenstern und die Verschwörung

Was für ein spannender, was für ein exzellent geschriebener Roman! Und was für eine abgefahrene Story.

Der Schweizer Autor hat in diesem bereits dritten Band um die Auftragsmörderin Violetta Morgenstern alle Register gezogen, die einen Krimi mit Tiefgang auszeichnen. Die Figuren sind plastisch, sympathisch, lebendig und dabei so realistisch. Die Geschichte zwar völlig irrsinnig, aber vermutlich (leider) nicht völlig unmöglich. Die Szenen unglaublich dynamisch, ohne falsche Action, mit reichlich Cliffhangern und mit etlichen Nebenhandlungssträngen, die aber mindestens so fesselnd und spannend sind wie der Hauptplot. Und diese Sprache, diese herrliche, so punktgenau treffende Wortmalerei, die ihresgleichen sucht.

(mehr …)

Mhairi McFarlane – Du hast mir gerade noch gefehlt

Es gibt Autorinnen,  die enttäuschen ihre Leserinnen nie. Mhairi McFarlane ist so eine Autorin. Wenn man ein Buch in die Hand nimmt, den ersten Satz, den ersten Absatz liest und dann erst wieder aufschaut, wenn man den letzten Satz gelesen hat – dann ist es bestimmt ein Buch von ihr.

Sie fängt ihre Leserin ein, sofort. Dabei ist es schwer zu sagen, woran es liegt, warum es sofort, auf der ersten Seite geschieht. Vielleicht liegt es an den so lebendigen, sympathischen Figuren, die stets so wirken, als könnten es deine Nachbarn sein, Kolleginnen, Menschen, die du gerne zum Freund, zur Freundin hättest. Vielleicht liegt es an ihrem so lebendigen Stil, den Dialogen, die so lebensecht, natürlich klingen, so wie die Menschen um dich herum eben sprechen. Oder liegt es an der durchdachten, mit hohem Tempo ablaufenden Handlung, die ihre Spannung bis zur letzten Seite hält, auch wenn erfahrene Leserinnen das Happy End natürlich ahnen.

(mehr …)

Thorsten Steffens – Klugscheißer Supreme

Wer mag schon einen Klugscheißer? Normalerweise niemand. Doch diesen hier, den kann und muss man mögen. Das ist auch der Grund, warum ich den inzwischen dritten Band um diesen Mann, der immerhin lernfähig ist, gerne gelesen habe.

Timo Seidel, seines Zeichens frisch gebackener Referendar, darf, dank seiner Erfahrungen aus der Abendschule, in der er in den letzten Jahren tätig war, schon während seines Referendariats eine Klasse als Klassenlehrer übernehmen. Da er sich oft selbst überschätzt, nur um im nächsten Moment in tiefste Selbstzweifel zu verfallen, ist das weitere Geschehen im Grunde vorprogrammiert.

(mehr …)

Natascha Keferböck – Im Flachgau wartet der Tod

Da sind sie wieder alle, die Einwohner von Koppelried. Der Frauenschwarm Raphael Aigner, seine resolute Schwester Gabi,  die gutaussehende Kneipenwirtin Marie und die diversen Sonderlinge des Dorfes werden wieder einmal in einen Mordfall verwickelt.

Diesmal handelt es sich bei dem Opfer der Tat jedoch um Raphaels und Gabis lange verschollene Mutter. Was dazu führt, dass Kommissar Raphi natürlich auf besondere Weise in die Ermittlungen eingebunden ist. Er erfährt viel über die Mutter, an die er keine Erinnerung mehr hatte, da sie verschwand, als er noch sehr klein war.

(mehr …)

Jonathan Carroll – Das Land des Lachens

Ein Buch für Träumer, Fantasten und kindliche Gemüter. Ein Buch, das überrascht mit absurden Wendungen, mit unerwarteten Stilbrüchen und wundersamen Figuren. Ein Buch, das Freude macht.

Der Roman war der erste des amerikanischen Autors Jonathan Carroll, veröffentlicht 1980. Er erzählt von Thomas Abbey, Sohn eines berühmten Schauspielers und Lehrer an einer Privatschule. Vor allem aber ist er glühender Fan der Bücher von Marshall France, eines geheimnisvollen Autors von fantastischen Kinderbüchern. France, inzwischen verstorben, gab nie Interviews und es existieren auch keine Biografien über ihn. Da reift in Thomas die Idee, eine solche zu schreiben.

(mehr …)

Volker Klüpfl/Michael Kobr – Morgen, Klufti, wird’s was geben

Ein herrlicher Spaß und ein gelungenes Adventsgeschenk für alle Klufti-Fans. Aber: Hätte es das gebraucht? Die Antwort muss sich jede Leserin und jeder Leser selbst geben.

Kluftinger ist in Weihnachtsvorfreude. Sein Enkelkind wird kommen und seine Erika schmückt den Weihnachtsbaum und wird ein formidables Menu zubereiten. Doch gerade Erika macht einen Strich durch seine Pläne: Sie fällt von der Leiter und damit für die diversen Vorbereitungen, die noch erledigt werden müssen, aus.

(mehr …)

Viktor Zeller – Lotto, Toto, tot

Eine Kölner Tippgemeinschaft auf Verbrecherjagd. Daraus macht der Autor eine sehr unterhaltsame, wenn auch simpel gestrickte Geschichte. Hauptfigur ist Anton Gruber, seines Zeichens Inhaber eines Kiosks und Single. Letzteres möchten er und seine Freunde, eben besagte Tippgemeinschaft, ändern. Also suchen sie für ihn eine Frau auf einem Online-Datingportal.

Es kommt, wie es kommen muss. Nach einigen schiefgegangenen Rendezvous begegnet Anton, genannt Toni, seiner Traumfrau. Greta, so nennt sie sich, ist genauso, wie er sich eine Frau wünscht. Sie erzählt ihm von einem Exmann, der sie bedroht, er will ihr helfen. Doch dann erscheint sie nicht zu einer Verabredung, ist nicht mehr erreichbar für Toni.

(mehr …)

Elke Pistor – Kling und Glöckchen

Auf Elke Pistor ist Verlass. Ihr Name verspricht gute Unterhaltung, spritzig, witzig, mit einer gut abgemessenen Dosis Spannung. Wenn man dann noch die entsprechende Deko, den Schnee und die Liebe draufpackt, dann haben wir alle Zutaten zu einem stimmungsvollen, fröhlichen Weihnachtskrimi.

Die Kölner Autorin Elke Pistor ist mir vor allem durch ihre wunderbar abgedrehten Kurzkrimis bekannt sowie durch die immer gut ausgearbeiteten Charaktere. Im vorliegenden Buch ist die Protagonistin, passenderweise mit dem Namen Janne Glöckchen, eine leicht chaotische, erratisch agierende junge Frau, die mit der wachsenden Anzahl an Leichen in ihrer Umgebung schwer zu tun hat.

(mehr …)

Rita Falk – Rehragout-Rendezvous

Vorab gleich dieses Bekenntnis: Ich bin rettungsloser Fan von Franz Eberhofer und seiner Sippe. Diese herrlich verschrobene Familie, diese absolut sinnentleerten Konversationen, dieses hinterwäldlerische Hinterbayern – ich liebe es.

Aber dennoch: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Mittlerweile geraten die Kriminalfälle in den Romanen derart in den Hintergrund, dass das Etikett „Provinzkrimi“ eigentlich ein Schwindel ist. Denn ehrlicherweise muss man zugeben, dass es eher eine Provinzposse ist, mit ein wenig Kriminalkolorit darin.

(mehr …)

Bethany Clift – Die Letzte macht das Licht aus

Wenn die Fiction von der Realität überholt wird… 
Das hat sich die Autorin dieses hochspannenden und psychologisch fesselnden Thrillers auch nicht träumen lassen. Sie begann 2018 an ihrem Roman zu schreiben. Ein Roman um die letzte Überlebende einer tödlichen Pandemie. Drei Monate nach Unterzeichnung ihres Buchvertrags erfuhr sie zum ersten Mal von dem in China aufgetretenen Virus. „Ich habe ein Buch über eine fiktionale Pandemie geschrieben, das während oder während der Nachwehen einer echten Pandemie erscheinen wird.“ (Nachwort, S. 461)

(mehr …)

Angelika Koch – Die Eifel und die blinde Wut

Wieder ein Eifelkrimi. Diese Faszination der Krimiautor:innen für die Eifel überrascht mich stets von neuem.  Aber selten wird man dann enttäuscht, also funktionieren hier Kriminalromane offensichtlich immer wieder gut.

Und dieser hier hat mir sogar ausnehmend gut gefallen. Vor allem weil hier einmal ein Protagonist die Handlung beherrschte, der mit viel Sympathie, mit Tiefgang und Verständnis ausgearbeitet und geschildert ist.

(mehr …)

Carla Berling – Was nicht glücklich macht, kann weg

Das ist wieder einmal so ein Titel, der keinerlei Bezug zum Inhalt des Buches hat. Manchmal frage ich mich wirklich, wie ein Verlag zu solchen unpassenden Titeln kommt, die noch dazu die falschen Erwartungen wecken.

Denn dieser Titel hier, zusammen mit dem Cover, vermittelt den Eindruck, man habe einen heiteren, unbeschwerten Roman vor sich, der locker-flockig unterhält. Doch weit gefehlt, das Buch von Carla Berling, von der ich bereits den Roman „Der Alte muss weg“ mit großem Vergnügen gelesen habe, hat viel mehr Tiefgang und Ernst, als man anhand eben von Titel und Cover erwartet.

(mehr …)

Margit Kruse – Fröhliches Morden überall

Leider hat mich dieser Roman so gar nicht fröhlich gestimmt. Denn hier stimmt wenig, es hapert am Stil, an der Handlung, die Dialoge lassen zu wünschen übrig und dann gibt es noch ziemlich heftige Fehler, die einfach nicht passieren dürfen.

Zwei Kommissare, Margit und Thomas, fahren gemeinsam in den Weihnachtsurlaub. Zu diesem Zweck haben sie sich ein gemütliches Ferienhaus gebucht in idyllischer Gegend. Doch die Idylle ist nur Schein, denn beide haben ihre jeweiligen Mütter mitgenommen in diesen Urlaub, der daher wenig erholsam gerät. Insbesondere, da eine der beiden alten Damen kurz nach der Ankunft erschlagen aufgefunden wird.

(mehr …)

Wiebke Busch – Familie ist, wenn man trotzdem lacht

Ein momentan sehr aktuelles Thema ist der Ausgangspunkt dieses sympathischen, wenn auch etwas oberflächlichen Romans. Der Titel allerdings führt gänzlich in die Irre, denn um Familiengeschichten geht es nicht oder jedenfalls nicht so, dass man es zum Lachen fände.

Die Hamburger Autorin erzählt von der jungen Familie Ruttmann mit Mama Steffi, Papa Arno und den beiden Kindern Lina und Oskar. Vor allem Steffi, die zu Hause die Kinder betreut und den Haushalt schmeißt, sehnt sich nach einer größeren Wohnung, fühlt sich in den drei Zimmern, die sie derzeit bewohnen, beengt. Doch ihre Suche gestaltet sich schwierig, sind doch die schönen Wohnungen zu teuer, die Makler Betrüger und die bezahlbaren Häuser weit draußen auf dem Land.

(mehr …)

Alina Bronsky – Barbara stirbt nicht

~ 1 Kommentar

Held dieses Romans ist ein herrlich verpeilter Kauz, bei dem man sich als Leserin nicht entscheiden kann, ob man ihn mag oder nicht, ob man ihn bemitleiden oder sich über ihn ärgern soll.

Die erfolgreiche Bestsellerautorin Alina Bronsky erzählt von Walter Schmidt. Rentner und langjähriger Ehemann von Barbara. Die ihn, wie man annehmen darf, all die Zeit hindurch sehr verwöhnt hat, so dass er keinerlei Pflichten im Haushalt übernehmen musste. Walter weiß daher nicht, wie man Kaffee kocht oder gar einen Kuchen backt.

(mehr …)

Paula Hawkins – Wer das Feuer entfacht

Paula Hawkins, bekannt durch ihren Bestseller „Girl on the train“ legt hier einen hochspannenden Roman vor, der insbesondere von den sehr professionell und tiefgründig ausgearbeiteten Figuren lebt.

Daniel Sutherland wird ermordet auf seinem Boot gefunden, das in einem Kanal in London ankert und ihm als Wohnung diente. Seine Leiche findet seine Nachbarin Miriam, die ebenfalls auf einem Boot lebt. Etwa zum errechneten Zeitpunkt seines Todes wurde in der Nähe seines Bootes die junge Laura gesehen, blutbesudelt und offensichtlich verstört. Verstört von seinem Tod ist auch seine Tante Carla, zumal Davids Mutter, ihre Schwester Angela, gerade erst kürzlich ebenfalls verstorben ist. Deren Nachbarin wiederum ist Irene, eine betagte einsame Dame, die dankbar Lauras Hilfe bei täglichen Erledigungen annimmt.

(mehr …)

Antonia Michaelis – Die Wiederentdeckung des Glücks

Wie sehr hat mir ein früheres Buch dieser Autorin gefallen. „Mr. Widows Katzenverleih“ ist ein wunderbar poetischer, liebevoll-mystischer Roman mit liebenswerten Figuren. So war ich voller positiver Erwartung, als ich begann, den neuen Roman von Antonia Michaelis zu lesen.

Für den muss man jedoch, glaube ich, in der passenden Stimmung sein. Ich war es wohl nicht, denn er hat mich nicht so erreicht, wie man es von einem so gefühlvollen Roman vermuten sollte.

(mehr …)

Marc Levy – Das Geheimnis unserer Herzen

Um es gleich vorwegzusagen: Der Roman hat seine Spannung und irgendwann fängt diese die Leserin ein. Aber insgesamt ist die Handlung, die uns der erfolgreiche französische Autor hier präsentiert, schon etwas an den Haaren herbeigezogen.

Protagonisten sind die 35-jährige Eleanor-Rigby, die in England lebt, und der Kanadier George-Harrison. Ja, in beiden Fällen handelt es sich um die Vornamen. Unabhängig voneinander erhalten die beiden, die sich nicht kennen, Briefe eines Unbekannten, der über ihre Mütter offensichtlich bislang Geheimes zu wissen behauptet.

(mehr …)

Dani Atkins – Heller als alle Sterne

Dieser kleine Roman, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine längere Erzählung, setzt quasi den Schlusspunkt unter einen vorherigen Roman dieser Autorin. Ihre Bücher sind stets Garant für anrührende, leicht kitschige, aber immer hochspannende, tragisch-humorvolle Geschichten.

(mehr …)

Mary Lawson – Im letzten Licht des Herbstes

Wenn man auf Seite 60 noch nicht erkennt, worum es in einem Roman geht und auf Seite 120 noch immer nicht viel schlauer ist, dann stimmt in meinen Augen etwas nicht mit dem Plot.  Was dann dazu führt, dass man die Lust an dem Roman verliert.

Die in Kanada geborene und in England lebende Autorin erzählt uns mehrere Geschichten, die nebeneinanderher laufen und sich dabei nur hin und wieder berühren. So scheint es zumindest.

(mehr …)

Matt Cain – Das geheime Leben des Albert Entwistle

Vermutlich habe ich schon mehrmals erwähnt, dass ich ein großer Fan von figurengetragenen Romanen bin. Ganz besonders, wenn die Protagonist:innen Eigenbrötler, Sonderlinge oder anderweitig skurril sind.

Aber auch die liebenswerteste Figur rettet einen Roman nicht, wenn der Stil langatmig und ausschweifend ist und wenig mitreißend.

(mehr …)

Clare Chambers – Kleine Freuden

Ganz im Gegensatz zum Titel ist es eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Behutsam, mit viel Verständnis und ebenso viel Einfühlungsvermögen erzählt die englische Autorin von einer einsamen, pflichtbewussten, in den Moralvorstellungen der Zeit verfangenen Frau im London der 50er Jahre.

Jean Swinney, Ende Dreißig und als Lokalreporterin tätig, lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen, etwas heruntergekommenen Haus in London. Ihre Mutter ist gesundheitlich angeschlagen und ein schwieriger Charakter. Daher genießt Jean die Stunden, die sie in der Redaktion oder mit Recherchen fern von zu Hause verbringen kann, ist sie doch in ihrer Freizeit stets ans Haus und an ihre Mutter gebunden.

(mehr …)

Julie Buxbaum – What to say next: Vielleicht genügt ein Wort

Ein Young-Adult-Roman, der das Herz berührt, mit leisem Humor, tragischen Momenten und wunderbaren Figuren. Der amerikanischen Autorin gelingt das Kunststück, die perfekte Balance zwischen Witz und Drama zu halten.

Kit hat gerade ihren Vater verloren, er starb bei einem Autounfall. Dies trennt sie von ihren Freundinnen, von all dem alltäglichen Kleinkram, der Jugendliche in ihrem Alter beschäftigt und der ihr bisher so wichtig war. Doch jetzt, gegenüber diesem irrsinnig großen Verlust, wirkt alles andere belanglos. Da sie ihre Gefühle ihren Freundinnen aber nicht erklären kann und will, geht sie auf Abstand. Das führt sie zu David.

(mehr …)

Abi Daré – Das Mädchen mit der lauternen Stimme

Die aus Nigeria stammende, in England lebende Autorin erzählt uns eine herzzerreißende Geschichte, bei der man sich ständig fragt, ob man sich tatsächlich im 21. Jahrhundert befindet. Und bei der einem ständig bewusst ist, dass all dies tatsächlich täglich nicht nur in Nigeria genauso geschieht. Genau dieser Gedanke ist es, der den Roman so unerträglich und gleichzeitig so faszinierend macht. Hinzu kommt ein wunderbarer Erzählstil.

(mehr …)

Julia Hoch – LebensWende

Falls es das Wort Jongleuse gibt, dann trifft das auf diese Autorin voll und ganz zu. Julia Hoch jongliert mit Worten, dass der Leserin regelrecht schwindlig wird. „Etwas in Hilde sackte zusammen. Sie begann innerlich zu fallen. Boden weg, freier Fall, Fall, Fall. In Ohnmacht kurz vor dem Aufprall. Es tönte, schwärzte, schwelte, rauchte, rauschte, rotierte. Ein Krisenherd. Zischelte, rumorte, rußte.“ (S. 68).

(mehr …)

Roy Jacobsen – Die Kinder von Barrøy

Eine Insel voller Kinder. In den Nachkriegsjahren. Schon in wohlversorgten, erschlossenen Landschaften kein einfaches Unterfangen, auf einer einsamen, kargen norwegischen Insel aber sicher eine ganz besondere Herausforderung. Dennoch nimmt Ingrid ein weiteres verlorenes Kind auf.

Darum geht es in dem neuen Roman aus Norwegen, der Fortsetzung von „Die Unsichtbaren“, dem Roman, von dem ich vor zwei Jahren so begeistert war.

(mehr …)

Christian Schnalke – Louma

Wie muss ein Roman sein, den man nicht aus der Hand legt, in dem man ganz drin ist und von dem man wünscht, dass er nicht zu Ende geht? Der nachwirkt, dessen Figuren einen noch lange begleiten, wie gute Freunde? So wie „Louma“ von Christian Schnalke!

Louma ist der Name der Frau, um die sich der gesamte Roman dreht, die aber, bevor die Geschichte überhaupt beginnt, bereits gestorben ist. Und schon dieser Beginn verursacht eine Gänsehaut: Louma wurde in einem Trauerwald beigesetzt, die Beisetzungsfeier ist vorüber, der Friedhof geschlossen. Da steigen ihre vier Kinder und ihr Ehemann über die Mauer und schlagen neben ihrem Grab ein Zelt auf: um sie in der ersten Nacht im Trauerwald nicht allein zu lassen! Was für ein Einstieg in diese wunderbare Familiengeschichte.

(mehr …)

Emma Stonex – Die Leuchtturmwärter

Der Klappentext klingt ein bisschen wie ein klassischer Agatha-Christie-Roman: drei Männer verschwinden aus einem verschlossenen Leuchtturm und tauchen nie wieder auf. Was ist geschehen?

Dieses tatsächliche Ereignis aus dem Jahr 1900 ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans der britischen Autorin, die die Ereignisse allerdings ins Jahr 1972 verlegt, sowie auf einer zweiten Zeitebene die Frauen der verschwundenen Leuchtturmwärter zwanzig Jahre später 1992 beobachtet.

(mehr …)