Louis-Philippe Dalembert – Die blaue Mauer

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Katastrophen oder Gräueltaten großen Ausmaßes für diejenigen, die davon nicht betroffen sind, nur sehr abstrakt bleiben, wenn man die schieren Opferzahlen nennt. Sobald jedoch Einzelschicksale herausgegriffen, individuelle Geschichten erzählt werden, dann sind die Zuhörer, die Leser entsetzt, schockiert, geraten in Wut oder trauern.

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Carole Fives – Kleine Fluchten

Es sind tatsächlich kleine, anfangs winzige Fluchten, die sich die Protagonistin des kurzen Romans der französischen Autorin gönnt. Diese junge Frau ist eine alleinerziehende Mutter, ihr Sohn ist gerade einmal zwei Jahre alt. Noch hat sie keinen Krippenplatz für ihn gefunden, sie muss von zu Hause arbeiten, sie ist Graphikerin. Immer wieder verliert sie Aufträge, weil sie des Kindes wegen Termine nicht einhalten kann. Der Kleine ist anstrengend, er verlangt Aufmerksamkeit, Zuwendung. Ständig ruft er nach der Mutter, ruft „Zu mir, zu mir.“

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Angelika Overath – Nahe Tage

Angelika Overath hat mit diesem Buch im Jahr 2005 ihr Debüt vorgelegt. Der btb-Verlag hat den Roman jetzt als Taschenbuch neu herausgebracht. Die in Karlsruhe geborene Autorin, die für diesen und andere Romane für diverse Buchpreise nominiert wurde, erzählt hier die Geschichte einer Nacht.
Johanna, Anfang 40, unverheiratet und kinderlos, steht im Krankenhaus am Bett ihrer soeben verstorbenen Mutter. Schließlich kehrt sie für eine Nacht in deren Wohnung zurück.

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Richard Wagamese – Der gefrorene Himmel

Beim Lesen dieses Romans habe ich gefroren. Nicht weil bei mir zu Hause die Heizung ausgefallen wäre, und auch nicht, weil der Roman sich intensiv mit Eishockey beschäftigt. Sondern weil die Welt des Protagonisten Saul Indian Horse, weil die Atmosphäre im gesamten Roman so kalt, so fast ohne jede Wärme ist. Dabei ist der Protagonist ein liebenswerter und bemitleidenswerter Mensch, der an dem, was ihm als Kind und Jugendlichem angetan wurde, beinahe zerbricht.

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Benedict Wells – Hard Land

Er kann einfach gut schreiben, dieser Benedict Wells. Von seinem vor etwa 10 Jahren erschienenen Roman „Fast genial“ bin ich heute noch begeistert. Dieser Roman drehte sich, genau wie der vorliegende, um einen heranwachsenden Jugendlichen.

Der 15-jährige Sam lebt in der fiktiven Kleinstadt Grady in Missouri. Wichtigster Sohn der Stadt ist der Autor des Gedichtbandes „Hard Land“, titelgebend für Wells‘ Roman. Wir schreiben das Jahr 1985.

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Romalyn Tilghman – Die Bücherfrauen

Den Unterschied zwischen Erwartung und Realität nennt man Enttäuschung. Und hinsichtlich dieses Romans wurde meine Erwartung leider nicht erfüllt.

Erzählt wird die Geschichte einer Kleinstadt in Kansas. Oder ist es die Geschichte von Angelina, die ihre Dissertation über die Bibliothek der Stadt schreiben will? Oder ist es die Geschichte von Traci, der Künstlerin, die für ein Jahr nach New Hope kommt, um dort Kunstprojekte zu realisieren und die Frauen und Jugendlichen der Stadt künstlerisch anzuleiten? Oder welche Geschichte erzählt uns die Autorin?

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Erika Swyler – Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt

Bei der Lektüre dieses Romans war ich oft zwischen Lachen und Weinen hin und her gerissen. Und habe mir die Frage gestellt, wie ein Buch so schön sein kann, wenn man gleichzeitig nicht einmal die Hälfte von dem versteht, was geschieht?
Die mit Mann und Kaninchen auf Long Island lebende Autorin erzählt in ihrem sensiblen und trotzdem hochspannenden Roman die Geschichte von Nedda.

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Mirna Funk – Zwischen Du und Ich

Das ist wieder einmal so ein Roman, bei dem es schwerfällt, sich ein eindeutiges Urteil zu bilden. Das Thema, dessen sich die in Ost-Berlin geborene Autorin annimmt, ist interessant und kann nicht oft genug angesprochen werden. Der Stil ist modern, rasant, brachial, aber auch verstörend, nicht einfach zu lesen. Die Figuren sind es aber vor allem, die diesen Roman zu einer schwer verdaulichen Lektüre machen.

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Michael Macht – Hunger, Frust und Schokolade: Die Psychologie des Essens

Ein besseres Timing für das Erscheinen dieses Sachbuchs hätte man sich kaum ausdenken können. Jetzt, während der Pandemie, wo wir alle unserem Frust mit Essen begegnen und dadurch mehr zunehmen als gut für uns ist, hilft diese Analyse unseres Essverhaltens.

Michael Macht, Psychotherapeut und Professor für Psychologie an der Universität Würzburg, legt hier sein erstes populärwissenschaftliches Buch vor. Und das ist ihm, meiner Meinung nach, durchaus gelungen.

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Pascal Engman – Rattenkönig

Um es gleich vorweg zu nehmen: der Roman hat mich enttäuscht. Weder fand ich Zugang zur Handlung noch konnte ich mich für den Stil des Autors erwärmen.

Vorrangiges Thema soll die Gefahr durch sogenannte „Incels“ sein. Incel steht für Männer, die angeblich ungewollt Single sind, die sich von Frauen verachtet, abgelehnt fühlen. Dieses Gefühl kompensieren sie durch extreme Gewalt gegen Frauen, oft in Gruppen, oft durch Vergewaltigung, Folter, ja sogar Mord.

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Sabine Friedrich – Was sich lohnt

Wie soll man ein Buch rezensieren, das sich mit historischen Figuren und historischen Ereignissen befasst, auch wenn es vordergründig als Roman erscheint? Noch schwieriger wird es, wenn es sich bei den Ereignissen um den Widerstand gegen die Nationalsozialisten in den 30er und 40 Jahren des letzten Jahrhunderts handelt. Denn die Handlung entzieht sich von vornherein einer Bewertung. Bleibt also, den Stil der Autorin zu betrachten.

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Willem Asman – Enter: Die Wahrheit wird dich töten

Ein furioser Action-Thriller, rasant und hochspannend, mit Schauplätzen in Amsterdam, London, New York und Miami. Geschickt konstruiert und packend geschrieben, mit einer vielschichtigen Protagonistin.

Der niederländische Autor vermischt Agentenstory mit Familiendrama und Verbrechergeschichte. In Amsterdam lebt Tyler Young mit ihrer 15-jährigen Tochter Charlie. Was Charlie nicht weiß: Tyler hat eigentlich einen ganz anderen Namen und lebt im Zeugenschutzprogramm mit einer neuen Identität. Ihrer Tochter hat sie erzählt, Charlies Vater sei tot, bei einem Brand umgekommen, zusammen mit dem Familienhund Buster. In Wahrheit hat Tyler vor Jahren gegen ihren Mann ausgesagt und musste danach untertauchen.

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Delphine de Vigan – Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Ein geradezu grausames Buch, das umso wirkungsvoller ist, da diese Geschichte jedem von uns jeden Tag passieren könnte. So realitätsnah ist sie. Und so erschütternd gut ist sie geschrieben.

In die Protagonistin dieses kleinen Romans kann sich jeder, der berufstätig ist, mit Leichtigkeit einfühlen. Mathilde, früh verwitwet, lebt allein mit ihren drei Söhnen, ein Zwillingspaar und deren älterer Bruder. Sie liebt ihre Arbeit, bei der sie sich immer anerkannt fühlte und wo sie bisher erfolgreich und beliebt war. Doch das ändert sich schlagartig, ohne dass es ihr gelingt, die Ursache für diese gravierende Änderung zu ergründen.

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Natascha Keferböck – Bierbrauerblues

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Kennst du solche Bücher, die du unbedingt ganz schnell zu Ende lesen willst, weil du die Auflösung wissen möchtest? Und wenn du dann das Ende erreicht hat, bist du traurig, weil du nun die Figuren verlassen musst, die dich so gut unterhalten haben. Genau solch ein Buch ist der Krimi aus dem Salzburger Land von Natascha Keferböck. Sie erzählt uns von den Vorgängen im Dorf Koppenrieth, ein Ort, in dem jeder jeden kennt und jeder alles über jeden weiß oder zumindest zu wissen glaubt. Marie Steinhauser, eine bildhübsche und blitzgescheite junge Frau, heiratet zur Überraschung der gesamten Dorfbevölkerung den widerlichen, allseits unbeliebten und sehr unansehnlichen Brauer Max Riegler.

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Susanne Goga – Das Geheimnis der Themse

Zu diesem historischen Roman der Mönchengladbacher Autorin gibt es einen Vorgängerband mit dem Titel „Der verbotene Fluss“, den ich leider nicht gelesen habe. Doch auch ohne diese Vorgeschichte zu kennen, kann man das neue Buch verstehen und genießen. So man denn diese Romangattung mag.

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Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek

Wer kennt ihn nicht, den alten Schwarz-Weiß-Film „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart, den man jedes Jahr um die Weihnachtszeit im Fernsehen anschauen kann. An diesen Film erinnert mich der neue Roman des britischen Autors Matt Haig.

Nora Seed, Mitte Dreißig, ist in ihren eigenen Augen eine komplette Versagerin. Sie verliert ihren Job, ihre Katze wird überfahren, ihre beste Freundin hat den Kontakt zu ihr abgebrochen und ihr Bruder will nichts mehr mit ihr zu tun haben. Nora beschließt, es ist Zeit, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

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Anne Mette Hancock – Leichenblume

Den Namen dieser Autorin werde ich mir merken. Ihr Roman, der erste und bereits mehrfach ausgezeichnete der Dänin, bricht in Dänemark und anderswo bereits Verkaufsrekorde. Und ich möchte sagen, ziemlich zu Recht.  

Heloise Kaldan, Investigativjournalistin in Kopenhagen, sitzt in der Bredouille, denn offensichtlich ist sie auf eine falsche Informationsquelle hereingefallen und hat nun heftigen Ärger mit ihrem Chefredakteur und auch im Kollegenkreis.

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Claire Cameron – Neandertal

Natürlich erinnert der Roman an die berühmten Bücher von Jean M. Auel um „Ayla und den Clan der Bären“, in denen es ebenfalls um die Menschen vor Zehntausenden Jahren ging. Und doch ist das vorliegende Buch anders.

Denn Claire Cameron erzählt auf zwei weit auseinanderliegenden Zeitebenen die Geschichten von zwei völlig unterschiedlichen Frauen, die doch so vieles gemeinsam haben.

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Alma Bayer – Liebestöter

„Weiberheldinnen“ – so nennt Marina Pfister ihre Agentur, in der sie Frauen zu Heldinnen coacht. Sie will Frauen, insbesondere Ehefrauen, Mut und Selbstvertrauen geben, so dass diese ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich nicht länger von ihren Ehemännern unterdrücken lassen. Als auf Marina ein Mordanschlag verübt wird, ergeben sich daraus selbstredend zahlreiche Verdächtige, hätten doch all die besagten Ehemänner gerne mit ihr das eine oder andere Hühnchen gerupft. Zu der Verdächtigenriege kommt noch Marinas eigener Ehemann und manch anderer mehr oder weniger berühmte Einwohner Rosenheims hinzu.

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Kristina Hauff – Unter Wasser Nacht

Ein Buch um Trauer, Schuld und Zweifel, um Freundschaft und Nähe und um Fremdheit, ein Roman über Menschen, die verzweifelt um ihre Träume kämpfen.

Es ist fast so etwas wie eine großräumige WG, in der sie leben. Sophie und Thies in dem einen Haus und direkt daneben Inga und Bodo mit ihren Kindern Jella und Lasse. Schon lange sind die Vier eng befreundet und wohnen nun nah beieinander, teilen Grundstück und Windrad, Scheune und Garten, Vergangenheit und Erinnerungen.

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Durian Sukegawa – Die Katzen von Shinjuku

Ein anrührender, einfühlsamer Roman um zwei Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Yama, ein junger, schüchterner Fernsehautor, der von seinem Vorgesetzten auf das Heftigste drangsaliert wird, betritt eines Abends eine winzige Bar im Viertel Shinjuku. Hinter der Theke der Bar bedient die ebenfalls sehr junge Yume. Eine wortkarge Frau, die schielt und die eine ganz besondere Beziehung zu Katzen hat. Um diese Katzen dreht sich auch die Katzenwette, bei der einige der Kneipengäste darauf wetten, welche Katze als nächste durch ein Oberlicht in den Raum hineinsehen wird. Zur besseren Unterscheidung der Tiere hat Yume einen sogenannten Katzenplan gezeichnet, der stets an der Kühlschranktür hinter der Theke hängt.

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Lutz Kreutzer – Die Akte Hürtgenwald

Eigentlich soll Kommissar Straubinger, strafversetzt von Köln nach Stolberg bei Aachen, das Archiv im Keller der Polizeistation aufräumen. Doch dabei findet er eine alte Akte, die von einem Todesfall im Jahr 1956 berichtet, ein gut situierter Bürger der Stadt ist im Wald unter ungewöhnlichen Umständen ums Leben gekommen.

Straubinger „riecht“ Ungereimtheiten bei diesem alten Fall und, mit Erlaubnis seines neuen Vorgesetzten, beginnt er unter den Einheimischen zu ermitteln. Dabei begegnet er mitteilsamen und zugeknöpften Mitmenschen, von denen der eine oder die andere durchaus etwas zu verbergen hat. Besonderes Interesse entwickelt Straubinger für den sogenannten Wolkenmaler, ein Eigenbrötler, der allein im Wald in einer selbstgebauten Hütte haust. Als ein Mord geschieht, der offensichtlich einen Bezug zu den Ereignissen der Vergangenheit hat, übernimmt Straubinger ganz offiziell die Ermittlungen auch in dem aktuellen Fall.

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Marc Hofmann – Der Mathelehrer und der Tod

Ein eigenbrötlerischer Deutschlehrer als Hobbydetektiv auf der Spur des Mörders eines Mathelehrers – das ist kurzgefasst die Handlung dieses Kriminalromans.

Marc Hofmann legt seinen Protagonisten eindeutig als Serienheld an, was sogar auf dem Cover so angegeben ist. Der Nachteil dieses deutlichen Hinweises ist, dass es der Spannung abträglich ist, dazu später mehr. Gregor Horvath, Alter unbekannt, feinsinniger und nach eigenem Bekunden im falschen Jahrhundert geborener Gourmet, findet eines Morgens die Leiche eines Kollegen. Als ermittelnder Kriminalbeamter taucht, welche ein Zufall, Horvaths Zwillingsbruder auf. Doch ein weiterer Doppelmord in der Innenstadt Freiburgs unterbricht die Arbeit der Polizei in der Schule, der Tod des Lehrers wird als Suizid zu den Akten gelegt.

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Kerstin Sgonina – Als das Leben wieder schön wurde

1954, Nachkriegszeit in Hamburg. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, manche und mancher trägt schwer an der eigenen Vergangenheit, andere vertragen sich nicht mit der neuen Zeit.  Viele Lücken sind in den Straßenzügen, wo die Bombenschäden noch nicht beseitigt sind. Nicht jeder findet eine richtige Wohnung, viele hausen in den sogenannten Nissenhütten. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, doch vor allem die jungen Menschen sind auch voller Optimismus und hochfliegenden Plänen.

In dieses Hamburg kommt die junge Greta, Anfang Zwanzig, die nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter aus Stockholm zurückkehrt in die Stadt ihrer Geburt. Sie will zu ihrem Vater, der mit seiner Frau, Sohn und Tochter hier lebt und sie will ihre Mutter finden, die seit Anfang der Vierziger Jahre spurlos verschwunden ist.

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Tea Ranno – Agata und ihr fabelhaftes Dorf

Beim Lesen dieses turbulenten Romans hatte ich ständig das Gefühl, ich sehe einen dieser alten italienischen Spielfilme, wie z.B. „Don Camillo und Peppone“ – die Älteren werden sich an diese noch erinnern. Überhaupt weckte die Lektüre in mir den Wunsch, den Roman einmal verfilmt zu sehen, denn ich glaube, dann erst entfaltet er seine ganze Wirkung, erlaubt doch die visuelle Wahrnehmung eine leichtere Unterscheidung zwischen den Handelnden als nur das Lesen der Namen.

Denn bei aller Freude über diesen unterhaltsamen, liebenswerten Roman verliert man sich doch einigermaßen in dem reichhaltigen Personaltableau, das nahezu alle Bewohner des kleinen sizilianischen Dorfs, dem Schauplatz der Handlung, umfasst.

Die im Titel erwähnte Agata – entgegen meiner fälschlichen, vom Klappentext geweckten Erwartung eine junge und sehr attraktive Frau – wird völlig unerwartet zur Witwe, als ihr Mann Constanzo einem Herzinfarkt erliegt.

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Jutta Mehler – Mord mit Puderzucker

Ein herziger, unterhaltsamer Krimi für ein verregnetes Wochenende – ausreichend spannend und abwechslungsreich, wenn auch ohne größeren Tiefgang.

Die drei betagten Hobbydetektivinnen Thekla, Hilde und Wally entdecken im Nationalpark Bayrischer Wald einen Toten im Tannenbaum. Dummerweise stellt sich heraus, dass der Tote der neue Lebensgefährte von Wallys Tochter Christina ist. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil die Damen grundsätzlich gerne Kriminalfälle lösen – siehe diverse Vorgängerbände der Autorin – starten die Drei ihre Nachforschungen.

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Mary Adkins – Das Privileg

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Das Schicksal von drei jungen Frauen steht im Mittelpunkt des Romans von Mary Adkins, deren Debüt „Wenn du das hier liest“ ich mit großem Vergnügen im vergangenen Jahr lesen durfte. Im Gegensatz zu jenem Buch ist das vorliegende sehr viel ernster.

„Das Privileg“ schildert die Ereignisse am Carter College, wo Bea und Annie ihr Studium beginnen und Stayja in der Cafeteria arbeitet. Alle drei sind gewissermaßen am Scheideweg, müssen Entscheidungen hinsichtlich ihres Lebensweges treffen, müssen sich selbst kennenlernen und müssen vor allem lernen, sich zu behaupten.

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Nienke Jos – Die Angst der Schweigenden

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Ein wirklich ungewöhnliches, ein gewöhnungsbedürftiges Buch. Sowohl was den Haken schlagenden Handlungsverlauf wie auch was den anfangs befremdlichen Schreibstil angeht.

Ich gestehe, während der ersten gut 100 Seiten war ich mehrere Mal versucht, das Buch wegzulegen. Es werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, aus neuen Perspektiven erzählt, ohne dass sich die Zusammenhänge erschließen. Die Protagonistin Inna ist verstörend gestört, sie spricht fast nichts, gibt, wenn reden sich nicht vermeiden lässt, einsilbige Antworten.

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Silke Heimes – Ich schreibe mich schlank

Neugier und die Frage, was sich dahinter verbirgt, hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Hinter diesem Titel vermutete ich ein Sachbuch, welches sich (auch) mit dem Kreativen Schreiben befasst. Ein Missverständnis, das ich aber natürlich nicht dem Buch vorwerfen kann.

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Dieter Aurass – Jeden 3. Tag

Sein historischer Kriminalroman „Rheinland-Bastard“ (Rezension hier) hatte mir ausnehmend gut gefallen, so dass ich sehr gespannt auf diesen neuen Roman von Dieter Aurass war. Und spannend ist er, keine Frage.

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