Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Karin Kalisa – Fischers Frau

Rezension, 24. Juni 2022

Die Geschichten zweier Frauen, die sich nie begegneten, erzählt mit hoher sprachlicher Finesse.

Ende der zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts ereilte die Fischer der Ostsee ein dreijähriges Fangverbot. Nun mussten sie nicht nur eine Beschäftigung, sondern auch vor allem neue Einkommensquellen finden. Da überrascht es, dass ihnen ausgerechnet das Knüpfen von Teppichen geeignet erschien. Doch in der Tat begannen die Fischer, feinste Teppiche zu erschaffen, nach unterschiedlichen Knüpftechniken, mit immer wechselnden Motiven aus ihrem Alltag, Schiffe, Fische und das Meer.

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Christine Brand – Kalte Seelen

Rezension, 22. Juni 2022

Dass diese Autorin richtig gute Krimis schreiben kann, habe ich entdeckt als ich im vergangenen Jahr ihren Roman „Bis er gesteht“ lesen durfte. Ein unfassbar spannender Thriller um einen Mord innerhalb einer Familie, vor allem aus Vernehmungsprotokollen bestehend.

Nun hat sie zwei neue Romane vorgelegt, mit einer Fernsehjournalistin namens Milla Nova als Protagonistin. „Kalte Seelen“ ist der erste in der Reihe. Er dreht sich um unidentifizierte Tote, die in Gewässern der Schweiz gefunden werden.

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Ruprecht Frieling – Wie Autoren ihre unbewussten Kräfte aktiv nutzen können

20. Juni 2022 ~ 1 Kommentar

Es gibt Bücher, die braucht man nicht. Leider gilt das auch für das vorliegende, mit einer gewissen Einschränkung. Denn obgleich der Autor nichts als Binsenweisheiten aneinanderreiht, macht es eben doch hin und wieder Sinn, sich auch diese mal wieder in Erinnerung zu rufen. Eben um aus den unbewussten Kräften zu schöpfen.

Ruprecht Frieling, bekannt als Blogger, Autor und Verleger, rät uns in seinem Buch zu verschiedenen Methoden, uns zu motivieren, zu Ideen zu kommen und bei der Stange zu bleiben.

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Elke Pistor – Tide, Tod und Tüdelkram

Rezension, 17. Juni 2022 ~ 1 Kommentar

Beim Lesen dieses sehr unterhaltsamen Kriminalromans läuft einem ständig das Wasser im Mund zusammen – wie gut, dass man allein vom Lesen nicht zunimmt, denn dieser Krimi ist ganz schön kalorienreich und steckt voller spannender Leckereien.

Annemie Engel, ihres Zeichens höchst talentierte Konditorin, macht zum ersten Mal in ihrem Leben Urlaub. Liebe Freunde haben ihr eine Reise an die See geschenkt inklusive Eintrittskarten für ein Konzert ihres absoluten Lieblingsschlagersängers.

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Marcel Huwyler – Das goldene Taschenmesser

Rezension, 15. Juni 2022

Seine Romane um die Auftragsmörderin Violetta Morgenstern sind ein Genuss, ein herrliches Lesevergnügen. So habe ich dem Beginn seiner neuen Romanreihe geradezu entgegengefiebert.

Dieser Roman also schildert den ersten „Fall“ von Eliza Roth-Schild (!), der frisch verwitweten und abrupt gänzlich mittellosen Unternehmergattin. Ihr Mann hat nämlich beim versuchten Versicherungsbetrug sich selbst zusammen mit ihrer Villa in die Luft gesprengt, so dass Eliza zusätzlich auch noch obdachlos ist.

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Lina Jansen – Fräulein Stinnes und die Reise um die Welt

Rezension, 13. Juni 2022 ~ 1 Kommentar

Romane, die wie dieser auf realen Ereignissen basieren, haben mit der Schwierigkeit zu kämpfen, dass man den Ausgang der Geschichte kennt. Dennoch Spannung aufbauen zu können, zeugt also von Talent. Und das trifft auf diesen Roman zu, der die wahre Geschichte von Clärenore Stinnes erzählt, die als erste Frau im Automobil die Welt umrundete. Das immerhin im Jahr 1927!

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Lesen und lesen lassen

Der ganz besondere Abend

Blog, 11. Juni 2022

Gehst du gern zu Lesungen? Mal abgesehen davon, dass wir Bücherwürmer natürlich am liebsten selbst lesen, ungestört und ungehemmt …

Aber es hat doch auch seinen Reiz, den Autor oder die Autorin live zu erleben, zuzuhören, wie er oder sie den Roman vorträgt. Jede Art zu lesen ist immer auch schon eine Art der Interpretation. Jede Betonung, jede Modulation verleiht dem Text eine ganz eigene Wirkung – übrigens für mich ein Grund, warum ich keine Hörbücher mag: die Sprechenden schränken meine Fantasie ein, ich höre dann nur ihre Stimmen und nicht mehr die Erzählstimme des Verfassers.

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Mala Kacenberg – Malas Katze

aus dem Englischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann

Rezension, 10. Juni 2022

Dieses Buch ist kein Roman, sondern die Erzählung der Erlebnisse der Autorin als Kind und Jugendliche während des Zweiten Weltkriegs. Die Jüdin Mala Kacenberg wurde 1927 in Polen geboren und wuchs in einem kleinen Dorf auf, in einer kinderreichen, armen Familie.

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Gerrit P. Cziehso – Autorenwegweiser

8. Juni 2022

Das nenne ich einmal einen ganz besonderen Ratgeber. Er unterscheidet sich gravierend von den mir bislang bekannten Büchern übers Schreiben, beschäftigt das Buch sich doch vor allem mit den „äußeren“ Dingen im Zusammenhang mit dem Schreiben von Romanen.

Dieses Buch wiederholt nicht die üblichen Tipps und hält sich nicht lange auf mit dem Handwerkszeug und den Regeln, die man als Autorin kennen und dann wieder vergessen soll. Kurz und knapp erwähnt werden sie gleichwohl, doch vorrangig geht es um die Schreibenden, um ihr Selbstverständnis und um die Tricks, beispielsweise zur Ideengenerierung, die uns motivieren und bei der Stange halten.

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V.M. Burns – Tod zwischen den Zeilen

aus dem Englischen von Angela Koonen

Rezension, 6. Juni 2022

Ein nett verpackter Krimi mit liebenswerten Hauptfiguren, unterhaltsam, aber auch etwas sehr einfach gestrickt – so kann man diesen Debütroman der amerikanischen Autorin zusammenfassen.

Eine früh verwitwete Mittvierzigerin findet in ihrem Garten einen Toten. Und zwar just den unangenehmen, unsympathischen Makler, bei dem sie ihr Haus kaufen wollte.

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