Herta Müller
Charlotte Fondraz – Der silberne Kessel
Rezension, 15. Juli 2022 
Es sind vor allem starke Frauen, die den historischen Roman der unter Pseudonym schreibenden Autorin prägen. Vier sehr beeindruckende weibliche Charaktere hat sie in diesem Buch, welches zur Eisenzeit, also etwa im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung spielt, geschaffen.
Da sind die brummige Busla, alte und weise Druidin, sowie Erkenhild, wagemutige und kämpferische Heerführerin. Und es gibt die kecke Katek, gewitzte und abenteuerlustige Diebin und die enttäuschte und verbitterte Friya, die ihren Platz in der Welt sucht.
(mehr …)Nina Bach – Stadt, Land, Herz
Rezension, 13. Juli 2022 
Was hatte ich für einen Spaß bei der Lektüre des ersten Bandes dieser kleinen Reihe. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Autorin ihren Roman „Stadt, Land, Mann“ und kündigte da bereits die Fortsetzung an. Die ich nun beinahe verpasst habe, jetzt aber endlich lesen durfte.
Wieder begegnen wir Nathalie und Ina, den beiden Freundinnen, die alles – manchmal auch die Männer – miteinander teilen.
(mehr …)Michael Kothe – Roman mit Todesfolge
Rezension, 11. Juli 2022 
Ein Detektiv im Stil von Philip Marlowe will der Protagonist dieses unterhaltsamen Romans des in Spanien und Deutschland lebenden Autors Michael Kothe sein.
Gotthilf Leberecht, der nicht wirklich so heißt und seine Vergangenheit lieber vergangen sein lässt, verdient sein Brot als Privatdetektiv. Doch nun muss er aus eigenem Antrieb ermitteln, ohne einen Auftrag bekommen zu haben. Denn er hat eine persönliche Beziehung zu dem Mordopfer, das eines Morgens aus dem Teich im Stadtpark geborgen wird.
(mehr …)Melissa Harrison – Weißdornzeit
Rezension, 8. Juli 2022 
Es geht in diesem Roman vor allem ruhig zu, betulich, beschaulich. Trotzdem entwickelt diese Geschichte eine gewisse Spannung, eine Art Faszination.
Mehrere Handlungsfäden laufen langsam aufeinander zu, erzählt aus den jeweiligen Perspektiven. Da sind zum einen Kitty und Howard, die ihren Lebensabend auf dem Land verbringen wollten und daher vor einiger Zeit aus London fort und in ein kleines Dorf gezogen sind. Kitty vor allem erfüllt sich damit einen Lebenstraum, sie findet im der Landschaft immer wieder Motive für ihre Malerei. Howard, dessen Hobby alte Radiogeräte sind, fühlt sich auf dem stillen Land nicht ganz so wohl, er vermisst das Getriebe der Großstadt.
(mehr …)Robert Habeck & Andrea Paluch – Sommergig
Rezension, 6. Juli 2022 
Andrea Paluch und Ihr Ehemann Robert Habeck (ja, genau der) schreiben ja schon eine ganze Weile zusammen Romane, vor allem Jugendbücher. Dieses, im Original bereits 2009 erschienen, war nun das erste, das ich von dem Autorenpaar las und ich muss sagen, es hat sich gelohnt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 17jährige Tom, der mit seinem Vater zusammenlebt. Seine Mutter ist vor Jahren gestorben, Vater und Sohn haben lange Zeit in Amerika gelebt.
(mehr …)Markus Orths – Tante Ernas letzter Tanz
Rezension, 4. Juli 2022 
Zugegeben, der Roman hat mich vor allem deswegen neugierig gemacht, weil er in der Nähe meines Wohnorts spielt. Dass die Lektüre auch noch großen Spaß macht, ist wie ein zusätzlicher Bonus.
Ich-Erzähler Benno besucht seine Eltern im kleinen Städtchen Niederkrüchten. Seine Mutter Irma und Vater Paul leben dort seit gefühlten Jahrhunderten und sind somit Teil der Gemeinschaft. Dazu gehört vor allem Klärchen, die beste Freundin von Bennos Mutter und direkte Nachbarin seines Elternhauses. Die Nähe geht soweit, dass es sogar eine extra eingebaute Tür von einem Reihenhaus zum anderen gibt.
(mehr …)Unter Gleichgesinnten
Lesung in Bingen am Rhein
Blog, 2. Juli 2022 
Kennst du das, dieses Gefühl, unter Menschen zu sein, die dich verstehen? Die so ticken wie du und die die gleichen Interessen haben wie du? Dann verstehst du, dass ich am vergangenen Wochenende mich so richtig und rundherum wohlgefühlt habe.
(mehr …)Julia Bruns – Die Langeweile stirbt zuletzt
Rezension, 1. Juli 2022 
Was für ein Spaß! Und was für ein geniales Personal, das diesen Roman bevölkert! Wer dieses Buch gelesen hat, verweigert entweder für immer den Einzug in ein Seniorenheim – oder er kann es überhaupt nicht abwarten, bis es soweit ist.
Ich-Erzähler Helmut Katuschek, seines Zeichens pensionierter Kriminalkommissar, lebt seit einer Weile zusammen mit seiner Angetrauten Margot in einem Seniorenheim. Gegen seinen Willen, das muss betont werden, denn er hält sich eigentlich noch für zu jung für diesen Wohnort, seine Margot jedoch, mit einem recht biestigen, auf jeden Fall aber dominanten Charakter ausgestattet, hat den Einzug ins Heim beschlossen und Helmut musste mit.
(mehr …)Christine Brand – Stiller Hass
Rezension, 29. Juni 2022 
Der zweite Band in der neuen Reihe um die Fernsehjournalistin Milla Nova. Diesmal geht es um hochrangige Politiker, die in üble Machenschaften verwickelt sind.
Wieder recherchiert die toughe Journalistin auf eigene Faust. Sie wird durch Zufall Zeugin eines Bombenalarms im Parlament, bedroht wird ein zwielichtiger Politiker. Es scheint, als sei nicht nur er in einen Kinderpornographie-Skandal verstrickt.
(mehr …)Bert Wagendorp – Ferrara
aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
Rezension, 27. Juni 2022 
Dieser Roman ist die Fortsetzung eines Bestsellers mit dem Titel „Ventoux“. Leider gibt der Verlag in seinem Programm darauf keinen Hinweis, man wird erst durch einen Aufkleber auf dem Cover darauf aufmerksam gemacht.
Doch auch ohne den ersten Band zu kennen, findet man schnell hinein in diese Geschichte um vier Männer, alle knapp über 50 und auf der Suche nach etwas, das sie selbst nicht benennen können. Ist es das Leben, das sie verpasst zu haben glauben? Ist es die Liebe, die irgendwann verloren ging? Oder suchen sie gar nicht, weil sie längst alles gefunden haben, ihnen dies aber nicht bewusst ist?
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