Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Kristen Bailey – Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?

aus dem Englischen von Antonia Zauner

Rezension, 3. Juni 2022

Scheidung ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Von daher ist es eigentlich verwunderlich, dass sich nicht mehr Romane mit dem Thema befassen, wie man danach weiterlebt, wie man mit dem Ex umgeht und wie man vielleicht eine neue Liebe findet. Natürlich gibt es viele Liebesromane, die sich letzterer Frage widmen, doch im vorliegenden Buch geht es vorrangig darum, wie die Protagonistin sich von ihrem Ex-Mann abnabelt, wie sie lernt, ihm zu misstrauen und dabei ihre kleinen Töchter aus allem Streit herauszuhalten.

(mehr …)

Volker Klüpfel & Michael Kobr – Affenhitze

Rezension, 1. Juni 2022

Es geht doch, ging mir durch den Kopf beim Lesen dieses neuen Falls des berühmten Allgäuer Kommissars Kluftinger. Denn bei den letzten Büchern der beiden Erfolgsautoren kamen mir Zweifel, ob es Sinn macht, diese Reihe weiterzulesen. Zu abgedreht, zu überdreht war der Humor, zu nebensächlich waren die Kriminalfälle geworden.

Doch diesmal hat mich der Roman so gefesselt, dass ich tatsächlich das Buch erst aus der Hand legte, als ich die letzte der über 500 Seiten gelesen hatte.

(mehr …)

Marianne Cronin – Die hundert Jahre von Lenni und Margot

aus dem Englischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann

Rezension, 30. Mai 2022

Herzerwärmend und berührend sind die Adjektive, die mir als erstes einfallen, um diesen Roman zu beschreiben. Mit überwältigendem Einfühlungsvermögen erzählt uns die Autorin in ihrem Erstling die Geschichte von zwei ganz und gar unterschiedlichen Frauen.

Lenni ist siebzehn und wird sterben. Margot ist 83 und wird sicher ebenfalls in absehbarer Zeit sterben. Die beiden begegnen sich im Krankenhaus und beschließen, ihre gemeinsamen genau einhundert Jahre in Bildern festzuhalten.

(mehr …)

Multi-Writing

Paralleles Arbeiten an mehreren Projekten

Blog, 28. Mai 2022 ~ 1 Kommentar

Bestimmt kennst du die Behauptung, Frauen seien im Gegensatz zu Männern multi-tasking-fähig. (Kleine Randbemerkung: auf der Suche nach Bildern zu dem Thema bekommt man fast ausschließlich Fotos von Frauen gezeigt…).

Gehen wir dennoch mal (vorübergehend 😉) davon aus, dass beide Geschlechter diese Fähigkeit besitzen. Das unterstellt, gilt auch meine heutige Frage beiden, Autorinnen und Autoren: Schreibst du an mehreren Projekten parallel oder arbeitest du eines nach dem anderen ab?

(mehr …)

H.K. Anger – Tod beim Campingdinner

Rezension, 27. Mai 2022

Zwei Meinungen streiten bei diesem Krimi in meiner Brust. In ihrem zweiten Campingkrimi mit dem Privatermittler Henrik und seiner Freundin Kathrin fühlt man sich wohl, ist schnell drin in der Handlung und kann dem Ablauf, auch wenn es manchmal etwas holpert, sehr gut folgen.

(mehr …)

Idliko von Kürthy – Morgen kann kommen

Rezension, 25. Mai 2022

Es ist ziemlich lange her, dass ich den letzten Roman der Autorin gelesen habe – und nun weiß ich auch wieder, warum. Denn auch dieser neue um eine frustrierte verlassene Ehefrau hat mich nicht überzeugt.

(mehr …)

Jane Gardam – Mädchen auf den Felsen

aus dem Englischen von Isabel Bogdan

Rezension, 23. Mai 2022

Ab und zu einmal einen älteren Roman zur Hand zu nehmen, tut gut. Dieses Buch erschien im Original bereits 1978 und schildert Ereignisse in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen in England.

Zeitgemäß mit ruhiger Feder erzählt uns die Autorin aus der Sicht der achtjährigen Margret deren Erlebnisse, als sie sich damit abfinden muss, einen kleinen Bruder bekommen zu haben. Ihre Mutter, die ständig um das Baby kreist und mit Stillen, Wickeln und Füttern überlastet ist, versucht alles, Margret einzubinden, damit diese sich nicht zurückgesetzt fühlt.

(mehr …)

Anne Bandel – Von oben fällt man tiefer

Rezension, 20. Mai 2022

Was für eine kuriose Geschichte. Da geht ein Mann mittleren Alters auf ausdrückliches Anraten seiner Therapeutin auf Wanderschaft. Er will die Alpen überqueren, vor allem, um das Trauma des Todes seines kleinen Bruders vor vielen Jahren auf einer ebensolchen Wanderung aufzuarbeiten.

Und dann gerät der ohnehin recht eigentümlich veranlagte Wanderer in eine solch skurrile und absonderliche Gruppe, dass er die meiste Zeit kopfschüttelnd lieber die Einsamkeit sucht.

(mehr …)

Anna McPartlin – Warten auf ein Wunder

aus dem Englischen von Sabine Längsfeld

Rezension, 18. Mai 2022

Endlich wieder ein Anna McPartlin! Lange habe ich darauf gewartet. Denn nicht nur ihren absoluten Bestseller „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ habe ich geliebt, auch ihre anderen Bücher, allen voran „Irgendwo im Glück“ steht ganz oben auf meiner Lieblingsbücherliste. Nun also ein neuer Roman.

Diesmal dreht sich alles um ungewollte oder gewollte Kinderlosigkeit sowie, als absoluter Gegenpol, ungewollte Schwangerschaft.

(mehr …)

Eva Pantleon – Ein Stern macht noch keinen Himmel

Rezension, 16. Mai 2022

Das nenne ich hohe Kunstfertigkeit: die perfekte Balance zu finden zwischen Heiterkeit und Schwermut. Genau dies gelingt Eva Patleon in ihrem neuen Roman, der mir mindestens so gut gefällt wie ihr Debüt im vergangenen Jahr.

Der Klappentext beschränkt sich fast ganz auf die Andeutung der humorvollen Liebesgeschichte zwischen Janne, der dynamischen Landärztin, und Leon, dem sie unerwartet wiederbegegnet und der, trotz ihrer wirklich sehr unerfreulichen ersten Begegnung, nun ihr Herz im Sturm erobert. Besorgt und erfreut beobachtet werden sie dabei von Jannes besten Freunden Ella und Konrad. Doch es schwirren noch viele weitere sympathische, schrullige Menschen um sie herum.

(mehr …)