Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne.
Jean Paul

Paul Lüdicke – Sarg niemals nie

Rezension, 8. Dezember 2021

Die Idee, einen Krimi um ein Bestattungsunternehmen herum zu entwerfen, ist ja nun wirklich nicht neu. Hier ist es diesmal die Tochter des Bestatters, ihres Zeichens Assistenzärztin an der Charité, die sich zur Mordermittlerin aufschwingt.

Betty Pabst nimmt sich einen Burnout und reist, um sich von der anstrengenden Tätigkeit in der Klinik zu erholen, nach Hause nach Bielefeld zu ihrer Familie. Vater, Mutter und Bruder empfangen sie weniger herzlich, als sie erwartet, alle scheinen irgendwelche Geheimnisse voreinander zu haben.

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Nadifa Mohamed – Der Geist von Tiger Bay

Rezension, 6. Dezember 2021

Dieser Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, ist erschütternd, aber keineswegs leicht zu lesen. Der Stil der in Somalia geborenen Autorin ist eine Herausforderung. Vor allem die ersten etwa 150 Seiten muss man durchhalten können.

Erzählt wird die Geschichte von Mahmood Mattan, ein Somalier, der 1952, Jahre nach seiner Ankunft, in Cardiff mehr schlecht als recht als Tagelöhner lebt.  Im Hafenviertel Tiger Bay, zwischen Kneipen, heruntergekommenen Unterkünften und kleinen Läden schlägt er sich durch. Nur hin und wieder trifft er seine Ex-Frau und besucht seine Kinder.

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Steven Pressfield – The War of Art

Blog, 3. Dezember 2021

Vergessen Sie nicht, dass die Muse Arbeitstiere bevorzugt und Primadonnen verabscheut.“ (S. 87)

Dieser Satz bildet schon fast die Quintessenz dieses interessanten Buches. Ein Buch, das jedem, der kreativ arbeiten will, sozusagen auf die Sprünge hilft. Denn es geht vor allem um eins: den inneren Widerstand zu überwinden.

Und dabei ist auch der folgende Gedanke, der eigentlich ganz einfach ist, eine Aussage, die man sich beispielsweise über den Schreibtisch hängen sollte: „Nicht das Schreiben ist das Schwierige, sondern sich hinzusetzen und damit anzufangen.“ (S. 16).

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Marcel Huwyler – Frau Morgenstern und die Verschwörung

Rezension, 1. Dezember 2021

Was für ein spannender, was für ein exzellent geschriebener Roman! Und was für eine abgefahrene Story.

Der Schweizer Autor hat in diesem bereits dritten Band um die Auftragsmörderin Violetta Morgenstern alle Register gezogen, die einen Krimi mit Tiefgang auszeichnen. Die Figuren sind plastisch, sympathisch, lebendig und dabei so realistisch. Die Geschichte zwar völlig irrsinnig, aber vermutlich (leider) nicht völlig unmöglich. Die Szenen unglaublich dynamisch, ohne falsche Action, mit reichlich Cliffhangern und mit etlichen Nebenhandlungssträngen, die aber mindestens so fesselnd und spannend sind wie der Hauptplot. Und diese Sprache, diese herrliche, so punktgenau treffende Wortmalerei, die ihresgleichen sucht.

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Druckfrisch

Blog, 29. November 2021

Vom Himmel fallen keine Sterne
Sahra hat sich immer einen Stern gewünscht. Vom Vater behütet, von der Mutter verachtet, wächst sie zu einer jungen Frau voller Träume heran. Doch die Träume werden zu Albträumen. Statt eines hellen Sterns hält das Schicksal dunkle Schläge für sie bereit.
Sahra erlebt Gewalt, Verlust, Schmerz und Einsamkeit. Als ihr die Liebe begegnet, hofft sie auf Glück und eine Zukunft. Doch kann sie die Menschen, die sie liebt, halten? Bekommt sie ihren Stern? Oder gewinnt am Ende das Schicksal?


Erzählung
E-Book, zu beziehen über Amazon
Taschenbuch, 62 Seiten
zu beziehen hier über die Kontaktseite

Mhairi McFarlane – Du hast mir gerade noch gefehlt

Rezension, 29. November 2021

Es gibt Autorinnen,  die enttäuschen ihre Leserinnen nie. Mhairi McFarlane ist so eine Autorin. Wenn man ein Buch in die Hand nimmt, den ersten Satz, den ersten Absatz liest und dann erst wieder aufschaut, wenn man den letzten Satz gelesen hat – dann ist es bestimmt ein Buch von ihr.

Sie fängt ihre Leserin ein, sofort. Dabei ist es schwer zu sagen, woran es liegt, warum es sofort, auf der ersten Seite geschieht. Vielleicht liegt es an den so lebendigen, sympathischen Figuren, die stets so wirken, als könnten es deine Nachbarn sein, Kolleginnen, Menschen, die du gerne zum Freund, zur Freundin hättest. Vielleicht liegt es an ihrem so lebendigen Stil, den Dialogen, die so lebensecht, natürlich klingen, so wie die Menschen um dich herum eben sprechen. Oder liegt es an der durchdachten, mit hohem Tempo ablaufenden Handlung, die ihre Spannung bis zur letzten Seite hält, auch wenn erfahrene Leserinnen das Happy End natürlich ahnen.

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Vom Himmel fallen keine Sterne?

Blog, 27. November 2021

Liebst du Herausforderungen? Kannst du ihnen auch nicht widerstehen? Dann geht es dir wie mir. Wenn mich dazu noch jemand mit Lob und Schmeichelei lockt, bin ich verloren. Das Wörtchen Nein verabschiedet sich dann aus meinem Wortschatz.

So ging es mir, als der liebe Autorenkollege Michael Kothe bei mir anfragte, ob ich Lust auf eine Challenge hätte. Genauer: die Authors’ Challenge.

Worum es geht, ist schnell erklärt: Autorinnen und Autoren, die sich gegenseitig kennen und schätzen, wissen um die Schwierigkeiten, auf dem Buchmarkt Erfolg zu haben, bekannt zu werden. Also beschließen sie, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern. Eine hatte die Idee, eine längere Erzählung zu schreiben und diese als E-Book zu veröffentlichen. Für das Schreiben ihres Textes hatte sie einen Monat Zeit.

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Thorsten Steffens – Klugscheißer Supreme

Rezension, 26. November 2021

Wer mag schon einen Klugscheißer? Normalerweise niemand. Doch diesen hier, den kann und muss man mögen. Das ist auch der Grund, warum ich den inzwischen dritten Band um diesen Mann, der immerhin lernfähig ist, gerne gelesen habe.

Timo Seidel, seines Zeichens frisch gebackener Referendar, darf, dank seiner Erfahrungen aus der Abendschule, in der er in den letzten Jahren tätig war, schon während seines Referendariats eine Klasse als Klassenlehrer übernehmen. Da er sich oft selbst überschätzt, nur um im nächsten Moment in tiefste Selbstzweifel zu verfallen, ist das weitere Geschehen im Grunde vorprogrammiert.

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Natascha Keferböck – Im Flachgau wartet der Tod

Rezension, 24. November 2021

Da sind sie wieder alle, die Einwohner von Koppelried. Der Frauenschwarm Raphael Aigner, seine resolute Schwester Gabi,  die gutaussehende Kneipenwirtin Marie und die diversen Sonderlinge des Dorfes werden wieder einmal in einen Mordfall verwickelt.

Diesmal handelt es sich bei dem Opfer der Tat jedoch um Raphaels und Gabis lange verschollene Mutter. Was dazu führt, dass Kommissar Raphi natürlich auf besondere Weise in die Ermittlungen eingebunden ist. Er erfährt viel über die Mutter, an die er keine Erinnerung mehr hatte, da sie verschwand, als er noch sehr klein war.

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Tami Fischer – Booklover Journal: Für alle, die das Lesen lieben

Rezension, 22. November 2021

Dem Untertitel dieses liebevoll gestalteten Buchs ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Er sagt schon fast alles, was man darüber wissen muss.

Ein wenig erinnert dieses Buch an die Freundschaftsbücher, die man in der Schule mit den Klassenkameraden austauscht, die nach Hobbys, Lieblingsessen und Lieblingsschulfächern fragen. Ähnlich gestaltet ist auch dieses Journal, nur dreht es sich hier nicht um Freunde, sondern eben um Bücher.

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