Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat, allerdings mit der Schreibmaschine.
Agatha Christie

Mathias Berg – Die Kriminalistinnen: Der Tod des Blumenmädchens

⭐⭐⭐

Rezension, 9. September 2023

Historischer Kriminalroman aus der Flower-Power-Zeit, der sein Thema verliert

Der Kölner Autor siedelt seinen Kriminalroman im Düsseldorf des Jahres 1969 an, als die ersten Kriminalbeamtinnen eingestellt bzw. ausgebildet wurden. Sie stoßen auf wenig Begeisterung bei den männlichen Kollegen und auf wenig Respekt und Anerkennung in der Bevölkerung.

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Louise Kennedy – Übertretung

⭐⭐⭐⭐⭐

Rezension, 8. September 2023

Bewegende Darstellung des Irland-Konflikts der 70er Jahre am Schicksal einer jungen Frau

Beim Lesen solcher Bücher, die sich mit historischen Ereignissen befassen, merkt man die Lücken im eigenen Wissen. Die Irin Louise Kennedy erzählt in ihrem Debütroman von den Geschehnissen und den immensen politischen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten in ihrem Land in den siebziger Jahren. Dabei war mir vieles, was sie schildert, zwar oberflächlich bekannt, in dieser Tiefe und Dimension war man sich dieser Dinge aber sicher nicht bewusst.

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Jana Bennings – Wenn wir von Nähe reden

⭐⭐

Rezension, 6. September 2023

Kitschiges Dramolett um Mutter-Tochter-Beziehungen

Um es gleich vorwegzunehmen, dieser Roman war mir zu rührselig, zu voll mit Klischees und abgedroschenen Tropes.

Iris ist alleinerziehende Mutter der 16-jährigen Livia. Diese ist ein sehr sportliches Mädchen mit vielen Ambitionen und hofft auf eine Olympia-Teilnahme. Iris ist eine Mutter, die ständig an ihren Mutter-Qualitäten zweifelt und um die Liebe ihrer Tochter buhlt. Da ist es fatal, dass ausgerechnet, als Iris zu spät kommt, um Livia mit dem Auto abzuholen, diese deswegen mit dem Fahrrad fährt und einen schweren Unfall hat.

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Castle Freeman – Treue Seele

⭐⭐⭐⭐

Rezension, 4. September 2023

Dialogreiche Geschichte einer hinterwäldlerischen amerikanischen Familie 

Lucy ist zehn Jahre alt, als Port Conway sie zum ersten Mal sieht. Er ist Volkszähler und steht vor der Tür ihres Vaters. Dieser lässt ihn jedoch nicht herein, reagiert böse, ja brutal. Port lässt sich davon nicht beeindrucken, verkündet nur, in zehn Jahren wieder zu kommen, zur nächsten Volkszählung.

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Kristen Bailey – Hat hier jemand mein Liebesleben gesehen?

⭐⭐

Rezension, 1. September 2023

Ein gewisses Thema auf 400 Seiten ausgewalzt – kann man mögen, muss man aber nicht

Wie sehr mochte ich ihren vorigen Roman „Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?“, eine warme Geschichte mit genau der richtigen Mischung von Gefühl und Humor. Letzteren gab es auch in diesem neuen Buch reichlich, allerdings war er mir zu derb, zu einseitig und zu platt.

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Marcel Huwyler – Der lila Seeteufel

⭐⭐⭐⭐⭐

Rezension, 30. August 2023

Eine schillernde Frau ermittelt – spannend und urkomisch

Wie immer genial. Kaum erhalten, schon ausgelesen, geradezu weggesuchtet habe ich diesen neuen Roman des Schweizers, dessen Bücher Garanten sind für geniale Unterhaltung.

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Michiko Aoyama – Frau Komachi empfiehlt ein Buch

⭐⭐⭐

Rezension, 28. August 2023

Fünf einzelne Geschichten um Menschen, denen ein Buch aus der Misere hilft

Die Beschreibung dieses Buches erinnert ein wenig an „Kleine Wunder nach Mitternacht“ von Keigo Higashino, ein Buch, das ich sehr geliebt habe. Weshalb ich mit entsprechenden Erwartungen an das Buch von Michiko Aoyama heranging, die sich leider nicht erfüllten.

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Jane Campbell – Kleine Kratzer

⭐⭐⭐⭐

Rezension, 25. August 2023

Nachdenkliche Geschichten aus der Sicht alter Frauen

Diese Autorin begann mit dem Schreiben, als sie selbst bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht hatte. So verwundert es nicht, dass die in diesem Band versammelten Geschichten sich mit Frauen in ebendiesem Alter befassen. Sie sind dabei weder betulich noch altmodisch, sondern vielmehr hochinteressant, spannend und überraschend.

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Dan Diner u.a. – Roads not taken  Oder: Es hätte auch anders kommen können

⭐⭐⭐⭐

Rezension, 23. August 2023

Man möchte es sich nicht immer vorstellen – Katalog zu einer faszinierenden Ausstellung

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin läuft noch bis Ende November des kommenden Jahres eine interessante – und manchmal vielleicht verstörende – Ausstellung.

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Molli Morgan – Vom Glück, auf Bäume zu flattern

⭐⭐⭐

Rezension, 21. August 2023

Ein Huhn erzählt von der Freiheit – absurd und interessant zugleich

Bücher, in denen Tiere die Protagonisten und manchmal auch die Erzähler sind, gibt es viele. So wie der kürzlich rezensierte Roman „Frankie“, in dem die Umsetzung nicht so wirklich gelungen war. Ähnliche Probleme hatte auch die Autorin des vorliegenden Romans, die unter dem Pseudonym besagter Henne das Buch veröffentlicht.

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