Nina Bach – Stadt, Land, Herz

Was hatte ich für einen Spaß bei der Lektüre des ersten Bandes dieser kleinen Reihe. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Autorin ihren Roman „Stadt, Land, Mann“ und kündigte da bereits die Fortsetzung an. Die ich nun beinahe verpasst habe, jetzt aber endlich lesen durfte.

Wieder begegnen wir Nathalie und Ina, den beiden Freundinnen, die alles – manchmal auch die Männer – miteinander teilen.

Beide sind nun fest in ihren jeweiligen Beziehungen. Ina lebt mit Olli zusammen, dem Halbitaliener, dessen Familie für Ina zur großen Herausforderung wird. Nathalie ist mit ihrem Freund Johannes nun im Schwarzwald sesshaft geworden, wo die beiden im alten Gasthof von Inas Oma eine Kochschule eröffnen wollen.

Auch wieder im Spiel ist Nick, im ersten Band frauenverschlingender Barkeeper, nun im Schwarzwalddorf als Kinderbetreuer tätig. Er wird für Nathalies Beziehung zur Gefahr, erpresst er sie doch mit ihrer im Vorgängerband geschilderten Affäre, die möglicherweise nun Folgen hat. Nathalie gerät in Bedrängnis und Erklärungsnot.

Währenddessen versuchen Ina und Olli ihre junge Liebe ungestört zu leben, doch seine italienische Familie will immer dabei sein und drängt vor allem auf baldigen Kindersegen. Als schließlich auch noch eine Verflossenes von Johannes in der Kochschule auftaucht, ist das Drama komplett.

Leider aber sind all diese Konflikte, all die erzählten und aufgebauschten Probleme arg konstruiert, sehr mühsam herbeigeredet. Immer wieder, wenn die eine ihrem Freund etwas erklären möchte, kommt natürlich etwas dazwischen und alles wird immer komplizierter. Die Dialoge sind sehr seicht, ohne die Süffigkeit, ohne den Charme des ersten Buchs. Es fehlt die Leichtigkeit, der wirkliche Humor und die lockere Erzählweise, die mich im Vorgängerband so gut unterhalten hatte.

Dennoch ist es natürlich eine Freude, zu erfahren, was aus den Freundinnen und ihren Lebens- und Berufsplänen wurde. Ob es einen weiteren Band geben muss, lasse ich mal dahingestellt sein.

Nina Bach – Stadt, Land, Herz
Montlake, November 2021
Taschenbuch, 265 Seiten, 9,99 €


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