Laura Dickerman – Shared Desk

⭐⭐

Gute Plotidee schlecht umgesetzt – abgebrochen

An diesen Roman bin ich mit froher Erwartung herangegangen, die Idee, die dem Plot zugrunde zu liegen schien, wirkte interessant und war mal etwas neues. Aber schlechter Schreibstil und die ebenfalls nicht gut gelungene Übersetzung verdarben mir komplett den Spaß.

Ausgangspunkt der Geschichte ist die Anweisung eines Arbeitgebers, wegen Sparmaßnahmen weniger Bürofläche zu verwenden, was dazu führt, dass sich jeweils zwei Mitarbeiter:innen einen Schreibtisch teilen müssen. Das allerdings nicht, indem sie zusammen an diesem Tisch sitzen, sondern natürlich arbeiten die Beiden zu jeweils anderen Zeiten.

Protagonistin Rebecca muss sich also jetzt ihren Schreibtisch teilen mit Ben. Begegnet sind sich die beiden nicht, sie arbeiten auch – was recht verwirrend ist – für unterschiedliche Arbeitgeber, beide aber bei einem Verlag. Der etwas arge Zufall will es, dass nun beide sich für dasselbe neue Buch interessieren, nämlich den letzten Roman eines kürzlich verstorbenen Autors.

Dieser hatte offensichtlich in irgendeiner Weise etwas mit Rebeccas Mutter zu tun in der Vergangenheit, weshalb dessen Witwe den Roman gern von Rebecca betreuen lassen würde. Der Sohn des Verstorbenen allerdings ist mit Ben bekannt, so dass auch dieser meint, Beziehungen zu haben.

Nun wird es aber vollends verwirrend, denn jetzt wechselt die Zeitebene und wir erleben die Geschichte aus Sicht von Rebeccas Mutter während deren Jugend, als sie mit der späteren Frau des berühmten Autors befreundet war.

Ein wenig nach diesem Perspektivwechsel habe ich den Roman dann aber abgebrochen. Nicht nur waren mir die Erzählweise viel zu ausschweifend, waren die Abschweifungen vom eigentlichen Thema zu häufig und zu langatmig. Es störten auch die endlos langen Beschreibungen, die vielen sinnlosen und manchmal gar unverständlichen Dialoge und schließlich traten einfach zu viele Figuren auf, die wenig erklärt, aber alle mit Namen versehen wurden, danach aber kaum noch einmal in Erscheinung kamen.

Dazu der wirklich schlechte Schreibstil mit ständigen viel zu langen Schachtelsätzen, mit Fehlern in der Übersetzung und vielem mehr. Ob hier das Lektorat schon in der Originalfassung oder erst beim Bearbeiten der Übersetzung schluderte, kann ich nicht sagen, macht aber im Hinblick auf die Qualität keinen Unterschied.

Ein Roman, den ich nicht ehrlich empfehlen kann.

Laura Dickerman – Shared Desk
Originaltitel: Hot Desk
Scherz, März 2026
Klappenbroschur, 448 Seiten, 18,00 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert