Emily Winston – Der Mordclub von Shaftesbury: Tod verpflichtet

⭐⭐⭐⭐⭐

Temperamentvoll, herrlich komisch und erstaunlich britisch

Erstaunlich deswegen, weil die Autorin gar keine Engländerin ist, sondern eine deutsche Krimi-Schriftstellerin, die hier unter einem englischen Pseudonym die Reihe um die Eheanbahnerin Penelope St. James veröffentlicht.

Und welchen Spaß diese Reihe macht, deren fünfter Band nun vorliegt, wie oft ich laut lachen musste bei der Lektüre dieses herrlich englischen Krimis. Dabei sind es weder ausgeklügelte Morde noch hohe Spannung oder verwickelte Plots, die den Charme der Romane ausmachen.

Es sind die so wunderbar gezeichneten Figuren, die Bewohner des Städtchens Shaftesbury, die zum festen Personal der Krimis gehören. Vor allem aber sind es die unglaublich witzigen, spritzigen Dialoge, die so viel Vergnügen, so viel Spaß bereiten.

Penelope St. James, aus London zugewanderte Besitzerin eines Partnervermittlungsinstituts, ist inzwischen mit dem örtlichen Tierarzt verheiratet und Mutter geworden, nicht nur eines strammen Jungen namens Harrison, sondern auch der Tochter ihres Gatten aus dessen erster Ehe. Lilly, altklug und tierlieb, erweist sich zusammen mit ihrem Freund Toby immer wieder auch als große Hilfe bei Penelopes Ermittlungen.

Denn sie wird immer wieder in solche hineingezogen. Diesmal werden Mitglieder eines Filmteams ermordet, das eine Dokumentation über eine ansässige adlige Familie drehen will. Natürlich wird wieder einmal Penelope beauftragt, für die Locations für den Dreh zu sorgen und Statisten zu finden. Kein Problem, in diesem Städtchen wollen natürlich alle mitmachen, allen voran Penelopes Freundinnen, die sie gerne im örtlichen Teestübchen trifft.

Wieder einmal ist Penelope schließlich die Einzige, die den Überblick behält, während ihr Mann Sam stets nur arg verwirrt danebensteht, seine Frau immer sehr bewundert, doch meist nichts von dem wirklich versteht, was sie so treibt. Dem ermittelnden Kriminalbeamten geht es nicht anders.

Das Ganze wird so temperamentvoll, so urkomisch und auch gleichzeitig so voller Liebe für die Figuren erzählt, dass der Roman einfach nur enorme Freude bereitet. Wie erwähnt sind die Dialoge das Beste daran. Wenn Sam und Penelope aneinander vorbeireden, wenn eine Maus mit gebrochenem und geschientem Beinchen plötzlich eine Hauptrolle spielt oder Edith wieder ihren Flachmann aus der Tasche kramt. Wenn Toby sämtliche Kabel des Haushalts entfernt für seine Experimente oder wenn eine Schafherde mal eben im örtlichen Warenladen vorbeischaut. Der Roman sprüht von Einfällen, von Witz und ebenso von Zuneigung für Eigenbrötler, für Sonderlinge und für Frauen mit Esprit.

Bleibt zu hoffen, dass bald der nächste Fall auf Penelope wartet.

Emily Winston – Der Mordclub von Shaftesbury: Tod verpflichtet
Aufbau, Juni 2026
Taschenbuch, 372 Seiten, 14,00 €


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