
Sympathische Hobbydetektivin inmitten zahlreicher Verdächtiger – gelungene Fortsetzung der Reihe
Der inzwischen vierte Band um Agatha Christies Haushälterin Phyllida Bright, die stets nonchalant fiese Mordfälle aufklärt, unterhält bestens, vor allem dank der charmanten und geheimnisvollen Hauptfigur.
Diesmal wird Phyllida fast offiziell zu Ermittlungen gebeten, als es in mehreren Londoner Theatern zu Todesfällen kommt. Ihre Herrin und Freundin Agatha Christie hält sich zusammen mit ihrem Haushalt derzeit in London auf, da einer ihrer Romane als Theaterstück inszeniert werden soll. Da kommt ein Mitarbeiter unter dubiosen Umständen zu Tode.
Und kurz darauf stirbt ein weiteres Opfer an einem anderen Theater, diesmal handelt es sich ganz offensichtlich um Mord. Freunde von Agatha Christie bitten Phillida um Hilfe, der ein besonderer Ruf als erfolgreiche Mordermittlerin vorauseilt.
Das Auffällige an den Todesfällen – es folgen noch weitere – ist die Gemeinsamkeit der Alliteration der Namen der Opfer, was zuerst einem Journalisten auffällt. Phillida beginnt also zu ermitteln, zunächst undercover. Stets hilfreich an ihrer Seite Chauffeur Bradford, immer um sie besorgt und bei ihr ständig für Herzflattern und Schmetterlinge im Bauch sorgend.
Das Personaltableau dieses Krimis ist umfangreich, so dass man recht leicht den Überblick verliert. Motive und Verdächtige gibt es reichlich, viele Spuren führen jedoch in die Irre, wie es bei Krimis so üblich ist. Auch dass Phillida schließlich selbst in Lebensgefahr gerät, ist ein üblicher Plottwist, der die Spannung antreiben soll – was leider meist nicht so recht gelingt, weiß man doch ziemlich sicher, dass die Protagonst:innen stets überleben.
Überhaupt bleibt die Spannung in diesem Roman eher auf sehr niedrigem Niveau. Das Spannendste an der Handlung ist fast die Frage, ob und wann Phillida und Bradford sich endlich in die Arme sinken.
Spaß macht bei dieser Reihe vor allem der leise, typisch englische Humor, der vor allem in den gelungenen Dialogen zutrage tritt. Wenn Phillida mal wieder ihre doch recht spitze Zunge wetzt, sich so ihre eigenen Gedanken über die Menschen im Allgemeinen und ihre Mitbewohner macht, das unterhält und trägt dazu bei, dass ich diese Reihe so gerne lese. Zwar ist auch diesmal die Auflösung wenig nachvollziehbar, die Art der Verkündung unglaubwürdig, aber wen stört es. Das gehört zum Agatha-Christie-Style dieser Serie.
Daher eine Empfehlung auch für diesen vierten Band, der auf weitere Fortsetzungen hoffen lässt.
Colleen Cambridge – Das Theatermord Geheimnis
Originaltitel „Murder Takes The Stage“
aus dem Englischen von Angela Koonen
Lübbe, Juni 2026
Gebundene Ausgabe, 382 Seiten, 18,00 €
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