Beate Maly – Raub in der Wiener Werkstätte

⭐⭐⭐⭐

Historischer Krimi aus Wien – nett, mit sympathischem Personal, aber ein wenig spannungsarm

Ein neuer Krimi um den erfolgreichen Kommissar Max von Krause und die liebenswerte Lili Feigl, die in der Wiener Werkstätte als Putzfrau arbeitet. Diesmal werden sie in einen Mordfall verwickelt, der zunächst im Zusammenhang mit spektakulären Juwelendiebstählen zu stehen scheint.

Doch natürlich ist alles ganz anders, was sich dem Kommissar recht bald erschließt. Aber es dauert, bis er, wie immer mit Lilis Hilfe, den Fall lösen kann. Ermordet wurde die Gattin eines einflussreichen Bürgers, der Max‘ Ermittlungen ganz offensichtlich eher behindert als unterstützt.

Lily hat inzwischen weitere Sorgen, drängt sich ihr doch ihr früherer Verlobter, ein gewalttätiger Verbrecher, wieder auf und bedroht auch ihren Vater. Dennoch will sie herausfinden, inwieweit die Werkstätten in die Juwelendiebstähle verwickelt sind.

Es gibt ein reiches Figurentableau, viel Verdachtsfäden, die sich verknoten und nur nach und nach entwirren. Es gibt lange Dialoge, die sich nicht immer um den Fall drehen und daher das Geschehen nicht unbedingt voranbringen. Aber es gibt auch – wie immer bei Beate Maly – viel Zeit- und Lokalkolorit, viel Beschreibung der Zustände in Wien nach der Jahrhundertwende, der krassen Diskrepanz zwischen Arm und Reich und den Behinderungen, die Max von Krause immer wieder von einflussreichen Politikern und Kollegen in den Weg gelegt werden.

Doch so interessant Setting und Plot, so sympathisch die beiden Hauptfiguren sind, die sich hoffentlich irgendwann einmal wirklich näher kommen, so leider auch einfallslos wird inzwischen die Erzählweise Beate Malys. Ich schätze die Autorin wirklich sehr, mag ihre diversen Krimireihen, die alle mit durchaus interessanten und netten Figuren aufwarten. Aber diesmal fielen mir der simple Schreibstil, die abgedroschenen Formulierungen, die phrasenhafte Erzählweise doch arg negativ auf. Die Vielschreiberin – bewundernswert, die vielen Romane, die sie innerhalb eines Jahres veröffentlicht, teils auch unter Pseudonym – scheint dabei aber nicht allzu viel Sorgfalt oder Wert auf abwechslungsreichen Satzbau, auf fesselnde Wortwahl oder auf geschliffene Dialoge zu legen.

Nicht falsch verstehen, die Lektüre ihrer Krimis macht Spaß, ihre Figuren sind sympathisch, ihre Bücher unterhaltsam, aber eben auch – abgesehen von den erwähnten historischen Details – ein wenig seicht und ohne Spannung. Nichtsdestotrotz freue ich mich bereits auf das nächste, das laut Verlagsprogramm bereits im September erscheint.

Beate Maly – Raub in der Wiener Werkstätte
emons, Mai 2026
Taschenbuch, 244 Seiten, 18,00 €  


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