Alexandra Kui & Peter Godazgar – Böse Aussicht

⭐⭐⭐

Brandstiftung und Mord im Harz – nettes Ermittlerduo in einem eher ruhigen Krimi

Die Fortsetzung des ersten Harz-Krimis der beiden Verfasser:innen, der mich wirklich begeistert hatte mit seinem Humor, seinen sympathischen Figuren und der unterhaltsamen Story. Diesmal haben es Polizist Andreas und Tourismusbeauftragte Ariane mit einer in Brand gesteckten Hütte und einer dort gefunden Leiche zu tun.

Leider aber rutscht der Roman immer öfter und für meinen Geschmack damit zu oft in die privaten Angelegenheiten der beiden Protagonisten ab, so dass die Krimihandlung zu sehr in den Hintergrund gerät. Auch bleibt diesmal der Humor eher oberflächlich, die Spannung ziemlich spärlich und die Handlung verläuft recht dröge.

Da retten auch die netten Szenen und die oft kauzigen Dialoge wenig daran, dass mich diesmal der Roman nicht ganz so gut unterhalten konnte wie der Vorgängerband, den ich mit großem Spaß gelesen hatte.

Diesmal geht es um Probleme mit Jugendlichen, um Zwist zwischen Eltern und Kindern, um ungeborene und erwünschte Kinder und auch um Fragen des Umweltschutzes. Doch immer wieder drängen private Dinge in den Vordergrund, so das Verhältnis zwischen Andreas und seinem Sohn, der zusammen mit seinem Lebenspartner eine WG bewohnt mit Ariane und ihrer Frau. Letztere wünschen sich ein Baby, aber es scheint nicht zu klappen.

Was den Roman positiv ausmacht, sind die plastisch beschriebenen Figuren, die alle ihre Eigenheiten und Schrullen haben, die die Autor:innen gut rüberbringen. Manches wirkt zwar etwas aufgesetzt, ein bisschen sehr konstruiert, aber immerhin dies unterhält bei der Lektüre. Doch bis wirklich etwas geschieht, bis es überhaupt zu dem Fall, um den es in einem Kriminalroman ja gehen soll, kommt, muss man viele Seiten durchhalten, die sich mit vielen anderen Dingen beschäftigen. Das sorgt weder für Spannung noch gelingt es der Geschichte dadurch, zu fesseln und zum Weiterlesen zu verlocken.

So wichtig gut gestaltete Protagonisten und Nebenfiguren sind, ein bisschen mehr braucht es dann schon, damit ein Roman und insbesondere ein Krimi packt und gelingt.  

Dabei sind der Schreibstil sowie Setting und schließlich auch das gewählte Thema überhaupt nicht zu beanstanden, so dass ich schon auf weitere Fortsetzungen um die beiden ungleichen Ermittler Andreas und Ariane hoffe, vielleicht dann mit mehr Krimi und weniger Privatdramen.

Alexandra Kui & Peter Godazgar – Böse Aussicht
rororo, April 2026
Taschenbuch, 319 Seiten, 14,00 €


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