Wiebke von Carolsfeld – Das Haus in der Claremont Street

Rezension, veröffentlicht am 12. Oktober 2020 in der Kategorie Roman ~ 1 Kommentar

Ein weiteres Debüt aus Kanada. Und was für eins. Die in Deutschland geborene Autorin, die als Regisseurin preisgekrönte Filme drehte, erzählt uns in ihrem fesselnden Roman das Psychogramm einer Familie. Dabei zeichnet sie so wunderbare Figuren und entwirft so bildhafte Szenen, dass die Leserin manches Mal nicht weiß, ob sie lachen oder weinen soll.

Die Familie, um die es geht, besteht aus so präzisen wie individuellen Charakteren, deren liebenswerte Egozentrik, würde man diesen Menschen im echten Leben begegnen, einen doch gelegentlich auf die nächste verfügbare Palme treiben würde.

Dabei dreht sich alles um den kleinen Tom, 9 Jahre alt und schwer traumatisiert. Seit er mitbekam, wie sein Vater seine Mutter erschlug und anschließend sich selbst erschoss, spricht er kein Wort. Er verkriecht sich in sich selbst, saugt permanent an seinem Daumen und fügt sich immer wieder möglichst heftige Schmerzen zu. Tom kommt zuerst zu seiner Tante Sonya, der ältesten Schwester seiner Mutter. Doch sie scheitert an dem Verhalten des Jungen, ist sie doch mit sich selbst ganz und gar nicht im Reinen.

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366 Tage oder Ein ganzes Jahr

Schreibblog, veröffentlicht am 10. Oktober 2020 in der Kategorie Aus meinem Schreiballtag Inspiration & Motivation

Heute habe nicht nur ich Geburtstag, sondern auch mein Blog. Renas Wortwelt wird heute ein Jahr alt!!! Ja, denn meine Webseite habe ich letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das war doch mal ein wirklich außergewöhnliches Geschenk.
Seither (ich räume nämlich gerne um – du solltest mal mein Zimmer sehen 😉) hat meine Seite schon wieder einige Änderungen erfahren. Und was soll ich sagen: die nächsten sind auch schon wieder in Planung.  Lass dich also überraschen, wie es hier vielleicht demnächst aussieht.

Jedenfalls hoffe ich, du hast mindestens so viel Spaß, durch meine Rezensionen und Blogbeiträge zu stöbern, wie ich beim Lesen, Schreiben und Bloggen.

Eine digitale Lesung

Wie du bestimmt erfahren hast, wird es in diesem Jahr keine Frankfurter Buchmesse mit Ausstellern und Präsenz der Besucher geben. Um so mehr freue ich mich, zu einer virtuellen Lesung geladen worden zu sein:
Am Mittwoch, den 14. Oktober 2020  von 18 – 19 Uhr veranstaltet der Verlag edition federleicht im Rahmen der Frankfurter Buchmesse eine virtuelle Lesung aus dem Sammelband SCHREIBTISCH JOURNAL 2020.

Und ich bin dabei! Ich lese aus meiner Erzählung „Irgendwann ist jetzt“, die in diesem Buch erschienen ist.

Die Lesung erfolgt via Skype und du kannst unter diesem Link https://join.skype.com/a0z4fs1eDHC7 teilnehmen. Eine Anmeldung unter  info@edition-federleicht.de  ist allerdings erforderlich. Ich freue mich auf dich. Einen Link zum gesamten Programm der edition federleicht auf der FBM findest du hier.

Guillermo Martínez: Die Oxford-Morde

Rezension, veröffentlicht am 5. Juli 2020 in der Kategorie Roman

Um diesen Kriminalroman genießen und verstehen zu können, scheint es ratsam, vorher ein Mathematikstudium abzuschließen. Wer nämlich bislang glaubte, Fälle in Kriminalromanen mit einfacher Logik lösen zu können, wird hier eines Besseren belehrt.

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Ragnar Jónasson: Dunkel

Rezension, veröffentlicht am 12. Juni 2020 in der Kategorie Roman

Eine ungewohnte Heldin in einem nicht ungewöhnlichen Krimi mit einem absolut außergewöhnlichen Ende.

Hulda Hermannsdóttir steht kurz vor ihrer Pensionierung bei der Kriminalpolizei Reykjavik. Sie hadert sehr damit, denn sie weiß mit sich außerhalb ihrer Arbeit wenig anzufangen. Andererseits fühlt sie sich unter ihren Kollegen auch nicht wirklich wohl, sie wird gemobbt, bei Beförderungen übergangen und die Lorbeeren ernten andere. Hulda ist verwitwet und lebt in einer Wohnung in der Stadt, obwohl sie die Natur liebt.

Sie hat gerade einen Fall von Fahrerflucht aufgeklärt, als ihr Vorgesetzter ihr mitteilt, dass sie früher als geplant in den Ruhestand gehen soll, ja , dass ihr Nachfolger bereits bestimmt ist und binnen einiger Tage ihren Schreibtisch übernehmen soll. Nach dem ersten Schock fordert Hulda, wenigstens noch einen alten, ungelösten Fall bearbeiten zu dürfen und bekommt dafür Zeit bewilligt.

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Loslassen, wenn es Zeit ist

Schreibblog, veröffentlicht am 4. Juni 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Schreibtipp Werkzeugkasten

Wer erwachsene Kinder hat, kennt das Gefühl des Loslassen-Müssens. Wenn man als Mutter doch eigentlich denkt, sie sind noch nicht so weit, auf eigenen Füßen allein in die Welt hinauszugehen.

Und genauso fühlt es sich für mich jedes Mal an, wenn ich eine Geschichte „in die Welt hinaus“ lasse. Immer denke ich, sie ist noch nicht so weit, denn es gibt bestimmt immer noch irgendwo eine Stelle, die nicht perfekt ist, einen Tippfehler, einen langweiligen Dialog oder ein überflüssiges Adjektiv. Mit anderen Worte: sie muss nochmal und nochmal überarbeitet werden.

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Armando Lucas Correa: Die verlorene Tochter der Sternbergs

Rezension, veröffentlicht am 30. Mai 2020 in der Kategorie Roman

Auch wenn man schon am Anfang das Ende erfährt, bleibt der Roman von der ersten bis zur letzten Seite hochspannend. Auch wenn man solche und ähnliche Geschichten vielleicht schon öfter gelesen hat, erschüttert und berührt diese Familiengeschichte.

Der Roman wirft die Frage auf, was ein Mensch bereit ist, auf sich zu nehmen, um einen anderen Menschen zu retten, wie weit eine Mutter geht, um ihr Kind zu schützen.

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Jane Healey: Die stummen Wächter von Lockwood Manor

Rezension, veröffentlicht am 27. Mai 2020 in der Kategorie Roman

1939 in London. Das Naturhistorische Museum wird ausgelagert, die Exponate aufs Land verschickt, um sie vor Kriegsschäden zu bewahren. Die Säugetierabteilung kommt nach Lockwood Manor, begleitet und behütet von Hetty Cartwright, der stellvertretenden Abteilungsleiterin. Sie liebt die ausgestopften Tiere, Eisbären, Okapis, Kolibris und den schwarzen Panther. 

Hetty ist nicht gerade das, was man eine toughe Frau nennen würde. Sie ist unsicher, hält sich für tollpatschig und ängstigt sich einerseits vor der großen Verantwortung, andererseits freut sie sich auch über die Herausforderung, „ihre“ Tiere im Krieg zu beschützen. Und so zieht sie mit der ganzen Menagerie in das große, alte Landhaus, in dem außer Major Lockwood und seiner Tochter Lucy nur noch eine Handvoll Dienstboten leben. Lockwood Manor ist ein Haus mit vielen leerstehenden Zimmern, in denen es spuken soll. Dienstboten geben sich die Klinke in die Hand, weil sie sich vor der „weißen Frau“ fürchten, die nachts durch die Flure streifen soll. Und sie fürchten sich vor den schrecklichen Schreien, die in den Nächten durchs Haus gellen.

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Antoine Laurain: Glücklicher als gedacht

Rezension, veröffentlicht am 25. Mai 2020 in der Kategorie Roman

Bei diesem Roman, der im Original bereits 2009 erschien, scheint mir der französische Originaltitel wesentlich passender als der deutsche: „Carrefour des nostalgies“ ist ein wunderbar poetischer Ausdruck dessen, worum es in dem Buch von Antoine Laurain geht.

François Heurtevent ist seit vielen Jahren Bürgermeister von Perisac, als er völlig unerwartet nicht wiedergewählt wird. Für ihn ist das ein großer Schlag und es fällt ihm sehr schwer, das zu verarbeiten. Er wird nahezu depressiv und lässt sich immer mehr gehen, so dass seine Frau, eine berühmt Sterneköchin, sich große Sorgen um ihn macht. Als ihm unvermutet ein altes Klassenfoto aus seiner Abiturzeit in die Hände fällt, beschließt er, herauszufinden, was aus den früheren Mitschülerinnen und Mitschülern geworden ist und er begibt sich so auf eine weite Reise in seine Vergangenheit.

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Helene Bockhorst: Die beste Depression der Welt

Rezension, veröffentlicht am 19. Mai 2020 in der Kategorie Roman

Kann man, darf man über Depression ein witziges Buch schreiben, wurde Helene Bockhorst neulich in einem Radiointerview gefragt, dass ich zufällig mitanhörte. Ja, antwortete die Autorin und ich bin geneigt, ihre Meinung zu teilen.

Helene Bockhorst ist eine Stand-Up-Comedienne, die für ihr Programm auch bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Das vorliegende Buch ist ihr Debütroman.

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Daniel Mason: Der Klavierstimmer ihrer Majestät

Rezension, veröffentlicht am 17. Mai 2020 in der Kategorie Roman ~ 1 Kommentar

Edgar Drake ist Klavierstimmer im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Besonders spezialisiert ist er auf Erard-Flügel, die er sehr schätzt. Da erhält er überraschend einen außergewöhnlichen Auftrag: er soll den Erard-Flügel des Militärarztes Anthony Carrol stimmen. Das Instrument befindet sich allerdings im Dschungel von Birma, dem heutigen Myanmar, eine Region, die zu dieser Zeit im britisch-birmanischen Krieg heftig umkämpft ist.

Nach anfänglichem Zögern macht sich Drake im Jahr 1886 auf die weite und beschwerliche Reise. Er ist nicht nur wegen der Gefahren der Reise aufgeregt, sondern auch sehr neugierig auf den Arzt, der für das britische Militär ausgesprochen wichtig sein muss, wenn man all dies für ihn organisiert.

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