
Ein Hotel voller Mord und Intrigen – sprachlich gelungener, leichtfüßiger Krimi
Tabea Kummer geht wieder auf Mörderjagd, natürlich unfreiwillig und ebenso natürlich erfolgreich. Die leicht unterforderte Lehrerin übernimmt in den Ferien auf Wunsch ihres Vermieters den Job als Hausdame in dessen Hotel, quasi als dessen Vertretung während seiner Abwesenheit. Hätte sie vorher gewusst, was sie erwartet …
In besagtem Hotel – ein kleines, aber feines Luxusresort – versammeln sich allerlei kuriose Gestalten, darunter eine recht bekannte Influencerin. Welche jedoch eines Tages tot aufgefunden wird, ihr Tod, so stellt sich schnell heraus, war kein Unfall und sicher auch kein Suizid.
Tabea, noch nicht recht warm geworden mit Job und neuen Kollegen, stellt schnell fest, dass das Opfer zahlreiche Feinde hatte oder doch einigermaßen unbeliebt war. Natürlich waren vor allem die Anwesenden ihr gegenüber unfreundlich gesonnen, so dass rasch jede und jeder verdächtig erscheint.
An Tabeas Seite steht, erst eher widerwillig, dann unfreiwillig willig, die Haushälterin Esmeralda, deren Geschichte und Hintergrund auch nicht ganz astrein zu sein scheint. Dazu kommt noch der „Mann für alles“ Valentino, mit dem Esmeralda eine gewisse Zuneigung verbindet. Sowie natürlich der aus dubiosen Gründen abwesend scheinende Hotelbetreiber.
Offizielle Ermittlerin im Mordfall – und es bleibt nicht bei dem einen – ist wieder die aus dem ersten Band der Reihe „Mord am Lago Maggiore“ bekannte, gutaussehende Kommissarin Lara Patelli, die diesmal Tabea gegenüber durchaus großzügiger gesonnen zu sein scheint.
Es sind die vielen skurrilen und gut gezeichneten Figuren, die den Krimi tragen. Vor allem aber ist es die Sprache von Alexandra Holenstein, für das Gelingen der Geschichte sorgt. Ihre Sätze sind voller Wortwitz, spitzzüngig, geschliffen wie kostbare Diamanten. Manche liest man zwei- oder dreimal, um sie ganz aufnehmen und genießen zu können. Selbst Autorin, kann ich mir gut vorstellen, wie mühsam es ist, sich solch ausgefeilte Sätze, solche spritzigen und wortreichen Dialoge auszudenken.
Die Spannung ist in diesem Krimi zwar auf eher niedrigerem Niveau, bis sich am Ende wenig überraschend Tabea und Esmeralda in Lebensgefahr befinden. Da gewinnt der Roman an Tempo.
Ein halbes Sternchen Abzug gibt es für die manchmal arg schwärmerischen Ortsbeschreibungen und die kleinen Längen in der Handlung, wenn zu viel geredet und zu wenig gehandelt wird.
Gerne trifft man Tabea Kummer mal wieder, wenn sie unfreiwillig willig in Sachen Mord und Totschlag ermittelt. Diese Protagonistin ist ein sehr sympathischer Charakter.
Fazit: ein empfehlenswerter Krimi
Alexandra Holenstein – Arrivederci am Lago Maggiore
emons, April 2026
Taschenbuch, 351 Seiten, 15,00 €
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