Silke Heimes – Ich schreibe mich schlank

Neugier und die Frage, was sich dahinter verbirgt, hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Hinter diesem Titel vermutete ich ein Sachbuch, welches sich (auch) mit dem Kreativen Schreiben befasst. Ein Missverständnis, das ich aber natürlich nicht dem Buch vorwerfen kann.

Es geht in diesem Ratgeber tatsächlich um Schreiben, allerdings unter dem Oberbegriff Selbstreflexion. Damit ist nicht gesagt, dass eine solche Innenbetrachtung nicht auch beim Schreiben belletristischer Texte hilfreich und weiterführend sein kann, im Gegenteil. Eine Autorin, die sich selbst gut kennt, kann sicher auch in ihre erfundenen Charaktere besser hineinschauen, sie besser verstehen.

Silke Heimes ist Ärztin, Poesietherapeutin und Leiterin eines Instituts für Kreatives und Therapeutisches Schreiben, sie weiß also, wovon sie spricht. Im vorliegenden Buch geht es darum, mit Hilfe eines 12-Wochen-Programms das Wunsch- oder Wohlfühlgewicht zu erreichen. Und vor allem auch zu halten.

Dazu soll die Leserin jeden Tag in diesen 12 Wochen etwas über sich und ihr Essverhalten, über ihre Ziele und Wünsche, aber auch über das, was sie belastet, über das, was sie ändern möchte, niederschreiben. Erste und wichtigste Voraussetzung dafür ist natürlich Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Zu erkennen, dass man das Falsche isst oder dass man falsch isst, ist ja erstmal nicht so einfach. Und genau den Weg zu dieser Erkenntnis zu finden, dabei hilft dieses Buch.

Vor dem Teil, in welchem man seine Aufzeichnungen direkt ins Buch eintragen kann, gibt es eine ausführliche, aber nicht ausufernde Erläuterung, Erklärungen zum Ansatz der Autorin, zu den Hintergründen ihrer Methode. In anderem Zusammenhang habe ich für ein solches Herangehen auch den Begriff „Mentaltraining“ gehört, ich denke, der passt auf die Methode von Silke Heimes ebenfalls ganz gut.

Der zweite Teil, das 12-Wochen-Tagebuch, ist in thematische Etappen eingeteilt, die die Titel tragen: „Ich bin, wie ich esse“, „Ab heute gesünder und fitter“ und „Meine besten Wohlfühl- und Abnehmrezepte“. Es beginnt also sozusagen mit der Bestandsaufnahme, dem Ist-Zustand. Denn nur, wenn ich mir bewusst bin, wie ich lebe, wie ich esse, wird mir bewusst, was und wo ich ändern kann.

Dann folgen die Planung und die Formulierung der Ziele. Die müssen in das eigene Leben passen, müssen realistisch und realisierbar sein, müssen „aus dem Teufelskreis“ hinausführen. Und schließlich enden die 12 Wochen mit dem Plan für die Zukunft. Rezepte meint hier nicht Kochrezepte, sondern die Methoden, die ich in dem Laufe der Wochen erarbeitet und als für mich wirksam erkannt habe.  

Natürlich habe ich für mich diesen 12-Wochen-Plan nicht abgearbeitet, so lange ist das Buch noch gar nicht erschienen. Auch glaube ich, dass dieser wie alle anderen Pläne nur funktioniert, wenn man wirklich will und daran glaubt, dass es funktioniert. Wer halbherzig an dieses Programm herangeht, wird vermutlich genauso scheitern, wie mit jeder Kohlsuppen- oder Nudeldiät.

Dennoch halte ich diesen Ansatz für möglich und das Buch daher für diejenigen, die etwas Neues auszuprobieren bereit sind, bestens geeignet.

Silke Heimes – Ich schreibe mich schlank
dtv, Dezember 2020
Gebundene Ausgabe, 270 Seiten, 18,00 €

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