Ersthelfer

Erinnerst Du dich noch an Deinen Erste-Hilfe-Kurs, den Du für den Führerschein brauchtest? Oder bist Du vielleicht sogar ausgebildeter Ersthelfer? Dann kennst Du auf jeden Fall die 5 W-Fragen:

Wo ist der Unfall passiert?
Was ist geschehen?
Wie viele Verletzte gibt es?
Welche Verletzungen liegen vor?
Warten auf Rückfragen

Diese Art von W-Fragen könnte man nun übertragen auf meine Lieblingsbeschäftigung, das Schreiben und bekäme so einen möglichen Einstieg in eine neue Geschichte, ein neues Buch. Ich stelle mir es so vor:

Wer kommt in der Geschichte vor?
Was passiert in der Geschichte?
Wann spielt die Geschichte?
Wo spielt die Geschichte?
Wie und für wen ist sie geschrieben?

Mit diesen simplen Fragen beziehungsweise den Antworten darauf habe ich das Grundgerüst meiner Geschichte zusammen:

Frage 1: Wer ist Protagonist, wer Antagonist in meiner Geschichte, welche Personen kommen vor, was für Typen sind das? Ich muss mir also Gedanken machen über die Hintergründe des auftretenden „Personals“.

Frage 2: Welches Thema stelle ich mir, was ist der Konflikt, was das Ziel meines Protagonisten? Warum will er/sie dieses Ziel erreichen? Was hilft ihm/ihr dabei, welche Hürden stehen im Weg? Hier ist ja oft der eigentliche Ausgangspunkt, also hätte man das auch als erste Frage formulieren können. Denn zuerst ist da ja mal die Idee.

Frage 3: Das ist erstmal natürlich die Zeit, zu der sich die Handlung zuträgt, also beispielsweise die Gegenwart oder vielleicht schreibe ich auch eine Geschichte, die in der Steinzeit spielt. Zum zweiten ist es aber auch der Zeitlauf der Geschichte, dauert sie einen Tag, ein ganzes Leben oder spielt sie sich innerhalb von wenigen Minuten ab.

Frage 4: ist eigentlich selbsterklärend. Ich muss natürlich, bevor ich mit dem Schreiben beginne, wissen, wo die Handlung stattfindet. Schließlich kann der Ort unter Umständen großen Einfluss auf die Handlung haben. Und der Leser möchte auf jeden Fall wissen, wo er sich befindet.

Frage 5: Für mich ist das vielleicht die am schwersten zu beantwortende der fünf Fragen. Wie bedeutet welches Genre will ich schreiben, mit welcher Stimme will ich erzählen, soll es lustig sein, dramatisch, spannend, erotisch und so weiter. Und schließlich für wen. Wie stelle ich mir meinen Leser, meine Leserin vor? Das ist eine ganz wichtige Frage, immerhin kann ich für Kinder nicht genauso schreiben wie für Erwachsene – und das sind nur zwei sehr offensichtliche Lesertypen, es gibt wirklich noch unendlich viele mehr.

Das sind meine fünf „Ersthelfer“. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fragen sehr hilfreich sind bei der Entwicklung einer Geschichte oder auch eines Romans. Wer nicht gerade völlig ungeplant drauf los schreibt, der kann sich an diesen Fragen entlanghangeln und hat damit ein gutes Konzept, um nicht zu sagen die Grundzüge des Plots. Wer jetzt allerdings behauptet, danach gehe das Schreiben dann ganz von allein, den bitte ich, mir zu zeigen, wie das funktioniert.

Bis zum nächsten Mal

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