Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Bill Francois – Die Eloquenz der Sardine

Rezension, 5. Mai 2021

Ist das nicht ein wunderbarer Buchtitel? Macht der nicht so neugierig auf dieses Buch, dass man es unbedingt lesen muss? Der Gegensatz in diesem Titel ist es, der ihn so interessant, so außergewöhnlich macht: die Eloquenz der doch angeblich stummen Sardine, der angeblich schweigsamen Fische. Die, und davon berichtet der Autor, gar nicht so stumm sind.

Bill Francois ist zugleich Wissenschaftler und Schriftsteller. Seine Leidenschaft, die man in jedem Satz dieses Buch spürt, gilt den Flüssen und Meeren und den darin wohnenden Lebewesen.

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Astrid Rosenfeld – Die einzige Straße

Rezension, 3. Mai 2021

Ein Roman, der die Leserin nicht unberührt lässt. Der aber auch runterzieht, der wenig Frohsinn versprüht.

Astrid Rosenfeld, in Köln geborene und heute in Texas lebende Autorin, erzählt von einer Gruppe Menschen, die der Zufall in einer Kleinstadt in Virginia zusammenführt. Alle leben in einem, in den USA nicht unüblichen, Bungalowpark. Alle sind Gestrandete, Verlorene, Suchende, Versehrte. Die hier entweder ganz allein, mit ihrer Familie oder auch nur mit einem aus dem Müll geretteten Chihuahua leben.
Die 13-jährige Jackie, die sich so sehr nach Anerkennung und Lob von ihrem Vater sehnt, die zu dick ist und die keine Freunde hat, quält sich durch Tanzübungen, weil ihr Vater es auf den Geldgewinn bei einem Wettbewerb abgesehen hat. Stanley, ihr Vater, trinkt mehr als gut für ihn ist und glaubt, diesen Gewinn schon in den Händen zu halten.

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Frühjahrsputz

Blog, 2. Mai 2021

Was kann man in dieser Zeit schon groß anderes machen als umräumen, ausmisten, entrümpeln und neu dekorieren. Was andere in ihren Wohnräumen tun, habe ich in meinem virtuellen Raum, sprich in meinem Blog getan: Frühjahrsputz.

Alles neu macht nun also der Mai. So richtig mit allem Drum und Dran. Vom Keller bis zum Dachboden, einschließlich Inneneinrichtung und Außenanlagen… Wir haben durchgelüftet und frischen Wind hineingelassen.

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Ewald Arenz – Der große Sommer

Rezension, 30. April 2021

Schon von Ewald Arenz großartigem Roman „Alte Sorten“ aus dem vergangenen Jahr war ich restlos begeistert. Sein neues Buch, ein Coming-of-Age-Roman, steht diesem in nichts nach.

Er erzählt von einem hitzeflirrenden Sommer Anfang der 80er Jahre. Der 16-jährige Frieder kann nicht mit seiner Familie in den Sommerurlaub fahren, denn er hat im abgelaufenen Schuljahr die Dinge zu sehr schleifen lassen und muss daher jetzt für Nachprüfungen büffeln. Er zieht für diese Wochen zu seinen Großeltern, Nana, der geliebten und verehrten Großmutter und ihrem Mann, seinem Stief-Großvater, der mit ihm lernen soll.

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Zoe Brisby – Reise mit zwei Unbekannten

Rezension, 28. April 2021

Ein Hauch von „Harold and Maud“ weht durch diesen Roman, in dem eine abenteuerlustige Alte und ein depressiver junger Mann sich auf die Reise nach Brüssel machen.  Sie büxt aus einem Altersheim aus und er versucht, eine unglückliche Liebe zu vergessen. Über eine Mitfahrzentrale kommen die beiden zusammen und begeben sich auf die unterhaltsame und spannende Fahrt.

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Walter A. Sontag – Das wilde Leben der Vögel

Rezension, 26. April 2021

Nicht nur Vogelliebhaber und Vogelbeobachterinnen werden dieses Buch mögen und es immer wieder gerne zur Hand nehmen. Dies auch wegen der schönen Optik und der angenehmen Haptik, die die Leserin ansprechen und die Lektüre des Buches zu einer Freude machen.
Walter A. Sontag ist am Naturhistorischen Museum in Wien tätig und forscht seit mehr als 40 Jahren über Vögel, ihre Arten und Varianten, ihr Leben und ihr Verhalten.

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Kerstin Campbell – Ruthchen schläft

Rezension, 24. April 2021

Ein Buch genau nach meinem Geschmack. Denn es sind vor allem die charaktergetriebenen Geschichten, die ich mag. Die Geschichten, in denen die Figuren, möglichst sonderliche Sonderlinge, die Handlung vorantreiben. Dabei sind es dann gerade die Schrullen, die Macken und Ticks, die diese Protagonisten so liebenswert machen.

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Helge-Ulrike Hyams – Denk ich an Moria

Rezension, 23. April 2021

Der Autorin – Psychoanalytikerin und Professorin für Erziehungswissenschaften, geboren 1942 – gelingt es, die Realität im Lager Moria auf Lesbos zu schildern, ohne zu dramatisieren. In ruhigem, und dadurch vielleicht gerade wirkungsvollerem, Ton beschreibt sie das Leben der Flüchtlinge ebenso wie die Zustände, unter denen die vielen NGOs versuchen, den im Lager untergebrachten Menschen zu helfen.

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Anja Baumheier – Die Erfindung der Sprache

Rezension, 21. April 2021

Von einer Heldenreise der besonderen Art, mit einem überaus liebenswerten Helden, erzählt uns die Autorin in diesem wundervollen Roman.

Dr. Adam Riese, seines Zeichens Sprachwissenschaftler, spricht wenig und wenn, dann am liebsten mit seiner elektronischen Sprachassistentin. Seine Lieblingszahl ist die Sieben, er liebt Listen mit exakt sieben Punkten und sein Äußeres straft seinen Nachnamen Lügen. Aufgewachsen ist Adam auf einer winzigen ostfriesischen Insel, umsorgt von nahezu allen Bewohnern des Eilands, abgöttisch geliebt von seiner Mutter Oda, seinem Vater Hubert und seinen Großeltern, Leska und Ubbo.

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Kathrin Heinrichs u. Walter Wehner (Hg.) – Im Mordfall Iserlohn

Rezension, 19. April 2021

Wieder einmal erscheint ein Band mit Kurzkrimis zur jährlichen Criminale, die diesmal in Iserlohn stattfand – oder vielmehr stattfinden sollte. Die beiden Herausgeber haben hier zwanzig absolut unterhaltsame und vor allem abwechslungsreiche Kriminalgeschichten versammelt. Vertreten sind mit Jutta Profjit, Uli Aechnter, Elke Pistor, Peter Gerdes oder Carsten Sebastian Henn, Brigitte Glaser, Sandra Lüpkes wieder viele bekannte und nicht ganz so bekannte Autorinnen und Autoren.

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