Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Domenico Dara – Der Zirkus von Girifalco

Rezension, 17. April 2021

Ein Buch voll überbordender Fantasie mit einem Panoptikum an skurrilen Figuren – so kann man den Roman von Domenico Dara zusammenfassen. Seinen Vorgänger „Der Postbote von Girifalco“ habe ich leider verpasst.
In der Kleinstadt Girifalco in Süditalien treffen wir auf Menschen voller Wünsche und Träume, sanfte Gemüter, rachsüchtige Geister, selbstverliebte Galane, Verzweifelte, Suchende.

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Ciara Geraghty – Das Leben ist zu kurz für irgendwann

Rezension, 16. April 2021

Was kann man Besseres über einen Roman sagen, als dass man ihn innerhalb weniger Stunden verschlungen hat. Genau so erging es mir mit diesem wunderbaren Buch: nachdem ich die erste Seite gelesen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Der Roman ist herzerwärmend wie eine liebevolle Umarmung, wie ein weiche Kuscheldecke und eine schnurrende Katze auf dem Schoß.

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Rainer Moritz – Als wär das Leben so

Rezension, 14. April 2021

Eine ungewöhnliche Frau ist die Protagonistin dieses Romans. Lisa weiß schon als Kind, wie sie sich ihre Freiräume verschafft. Sie hat ihren eigenen Kopf und geht ihre eigenen Wege, schwimmt gegen den Strom und lässt sich nicht beirren. Wenn sie unschlüssig ist, hält sie inne, probiert Dinge aus und ändert ihre Richtung, ohne über verpasste Chancen oder vertane Zeit zu klagen.

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Jemma Wayne – Der silberne Elefant

Rezension, 12. April 2021

Um drei ganz unterschiedliche Frauen geht es in diesem Debütroman, der bereits einige Auszeichnungen erhalten hat. Emilienne, oder Emily, wie sie sich jetzt nennt, hat unfassbare Grausamkeiten während des Genozids in Ruanda überlebt. Vera leidet unter der vermeintlichen Schuld, die sie auf sich geladen zu haben glaubt. Und Lynn, Mitte 50 und schwer krank, hadert mit ihrem Leben, mit den verpassten Chancen.

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Gabriele Rico – Garantiert kreativ schreiben lernen

10. April 2021

Mit diesem Buch möchte ich alle Schreibenden dazu anregen, ihren kreativen Fähigkeiten zu vertrauen und ihr natürliches Ausdrucksvermögen zu entfalten.“ (S. 7)

So lautet der erste Satz des Buchs der bekannten amerikanischen Autorin. Gabriele Rico (1937 – 2013)  geht in ihrem Ratgeber für kreatives Schreiben einen ganz anderen Weg als ihre Kolleg:innen. Und hat damit eine neue Herangehensweise entwickelt: die Assoziative Methode. Ganz nebenbei prägte sie auch einen Begriff: das Clustering oder Clustern.

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Susanne Schmidt – Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei: Eine Berliner Busfahrerin erzählt

Rezension, 9. April 2021

Sind wir doch mal ehrlich: Wer achtet im täglichen Berufsverkehr, bei Stress und Hektik im Alltag, auf die Fahrer und Fahrerinnen im Öffentlichen Nahverkehr? Nun, ich werde jedenfalls künftig mehr hinschauen, mal ein Lächeln schenken, freundlich grüßen und mich dabei an dieses Buch erinnern.

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Louis-Philippe Dalembert – Die blaue Mauer

Rezension, 7. April 2021

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Katastrophen oder Gräueltaten großen Ausmaßes für diejenigen, die davon nicht betroffen sind, nur sehr abstrakt bleiben, wenn man die schieren Opferzahlen nennt. Sobald jedoch Einzelschicksale herausgegriffen, individuelle Geschichten erzählt werden, dann sind die Zuhörer, die Leser entsetzt, schockiert, geraten in Wut oder trauern.

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Carole Fives – Kleine Fluchten

Rezension, 5. April 2021

Es sind tatsächlich kleine, anfangs winzige Fluchten, die sich die Protagonistin des kurzen Romans der französischen Autorin gönnt. Diese junge Frau ist eine alleinerziehende Mutter, ihr Sohn ist gerade einmal zwei Jahre alt. Noch hat sie keinen Krippenplatz für ihn gefunden, sie muss von zu Hause arbeiten, sie ist Graphikerin. Immer wieder verliert sie Aufträge, weil sie des Kindes wegen Termine nicht einhalten kann. Der Kleine ist anstrengend, er verlangt Aufmerksamkeit, Zuwendung. Ständig ruft er nach der Mutter, ruft „Zu mir, zu mir.“

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Angelika Overath – Nahe Tage

Rezension, 3. April 2021

Angelika Overath hat mit diesem Buch im Jahr 2005 ihr Debüt vorgelegt. Der btb-Verlag hat den Roman jetzt als Taschenbuch neu herausgebracht. Die in Karlsruhe geborene Autorin, die für diesen und andere Romane für diverse Buchpreise nominiert wurde, erzählt hier die Geschichte einer Nacht.
Johanna, Anfang 40, unverheiratet und kinderlos, steht im Krankenhaus am Bett ihrer soeben verstorbenen Mutter. Schließlich kehrt sie für eine Nacht in deren Wohnung zurück.

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Richard Wagamese – Der gefrorene Himmel

Rezension, 1. April 2021

Beim Lesen dieses Romans habe ich gefroren. Nicht weil bei mir zu Hause die Heizung ausgefallen wäre, und auch nicht, weil der Roman sich intensiv mit Eishockey beschäftigt. Sondern weil die Welt des Protagonisten Saul Indian Horse, weil die Atmosphäre im gesamten Roman so kalt, so fast ohne jede Wärme ist. Dabei ist der Protagonist ein liebenswerter und bemitleidenswerter Mensch, der an dem, was ihm als Kind und Jugendlichem angetan wurde, beinahe zerbricht.

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