Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Roy Peter Clark – Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben

25. September 2021

Jeder Handwerker hat seinen Werkzeugkasten und je erfahrener der Handwerker, desto sorgfältiger ist das Werkzeug ausgewählt und desto geschickter kann er damit umgehen. Doch ohne Werkzeug kann auch der beste Handwerker nicht arbeiten.

Und so, wie jeder Handwerker den Umgang mit seinen Werkzeugen erst lernen, die Handhabung üben muss und wie er durch den täglichen Gebrauch weiß, welches Werkzeug er in welcher Situation ergreifen muss, so lernen auch Schreibende ihr Werkzeug durch Übung immer besser zu beherrschen und anzuwenden.

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Abi Daré – Das Mädchen mit der lauternen Stimme

Rezension, 24. September 2021

Die aus Nigeria stammende, in England lebende Autorin erzählt uns eine herzzerreißende Geschichte, bei der man sich ständig fragt, ob man sich tatsächlich im 21. Jahrhundert befindet. Und bei der einem ständig bewusst ist, dass all dies tatsächlich täglich nicht nur in Nigeria genauso geschieht. Genau dieser Gedanke ist es, der den Roman so unerträglich und gleichzeitig so faszinierend macht. Hinzu kommt ein wunderbarer Erzählstil.

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Julia Hoch – LebensWende

Rezension, 22. September 2021

Falls es das Wort Jongleuse gibt, dann trifft das auf diese Autorin voll und ganz zu. Julia Hoch jongliert mit Worten, dass der Leserin regelrecht schwindlig wird. „Etwas in Hilde sackte zusammen. Sie begann innerlich zu fallen. Boden weg, freier Fall, Fall, Fall. In Ohnmacht kurz vor dem Aufprall. Es tönte, schwärzte, schwelte, rauchte, rauschte, rotierte. Ein Krisenherd. Zischelte, rumorte, rußte.“ (S. 68).

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Roy Jacobsen – Die Kinder von Barrøy

Rezension, 20. September 2021

Eine Insel voller Kinder. In den Nachkriegsjahren. Schon in wohlversorgten, erschlossenen Landschaften kein einfaches Unterfangen, auf einer einsamen, kargen norwegischen Insel aber sicher eine ganz besondere Herausforderung. Dennoch nimmt Ingrid ein weiteres verlorenes Kind auf.

Darum geht es in dem neuen Roman aus Norwegen, der Fortsetzung von „Die Unsichtbaren“, dem Roman, von dem ich vor zwei Jahren so begeistert war.

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Wenn

Blog, 18. September 2021

Das Schreibtisch Journal von edition federleicht ist ein echtes Highlight auf dem Literaturmarkt. Aufmachung und Inhalt bilden ein harmonisches Kunstwerk. Ich bin stolz darauf, mit meinen Erzählungen darin vertreten zu sein.

So lautet meine Meinung zu dieser wunderbaren, jährlich erscheinenden Sammlung an Texten der vielfältigsten Art und so steht dieses Zitat in der diesjährigen Jubiläumsausgabe.

Und nicht nur das: Auch eine Erzählung von mir ist darin veröffentlicht! Die Geschichte trägt den Titel „Wenn“ und ich habe mich unglaublich gefreut, auch diesmal wieder beteiligt zu sein.

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Christian Schnalke – Louma

⭐⭐⭐⭐⭐

Rezension, 17. September 2021

Wie muss ein Roman sein, den man nicht aus der Hand legt, in dem man ganz drin ist und von dem man wünscht, dass er nicht zu Ende geht? Der nachwirkt, dessen Figuren einen noch lange begleiten, wie gute Freunde? So wie „Louma“ von Christian Schnalke!

Louma ist der Name der Frau, um die sich der gesamte Roman dreht, die aber, bevor die Geschichte überhaupt beginnt, bereits gestorben ist. Und schon dieser Beginn verursacht eine Gänsehaut: Louma wurde in einem Trauerwald beigesetzt, die Beisetzungsfeier ist vorüber, der Friedhof geschlossen. Da steigen ihre vier Kinder und ihr Ehemann über die Mauer und schlagen neben ihrem Grab ein Zelt auf: um sie in der ersten Nacht im Trauerwald nicht allein zu lassen! Was für ein Einstieg in diese wunderbare Familiengeschichte.

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Emma Stonex – Die Leuchtturmwärter

Rezension, 15. September 2021

Der Klappentext klingt ein bisschen wie ein klassischer Agatha-Christie-Roman: drei Männer verschwinden aus einem verschlossenen Leuchtturm und tauchen nie wieder auf. Was ist geschehen?

Dieses tatsächliche Ereignis aus dem Jahr 1900 ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans der britischen Autorin, die die Ereignisse allerdings ins Jahr 1972 verlegt, sowie auf einer zweiten Zeitebene die Frauen der verschwundenen Leuchtturmwärter zwanzig Jahre später 1992 beobachtet.

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Henning Ahrens – Mitgift

Rezension, 13. September 2021

Bei diesem Roman bin ich voreingenommen, denn ich mag Familienromane, die über mehrere Generationen das Schicksal einer Sippe schildern. Genau das ist nämlich das Thema von „Mitgift“, einem Roman, der für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert ist.

Henning Ahrens, deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der bereits für andere Werke mit Preisen ausgezeichnet wurde, erzählt im vorliegenden Buch von einer Bauernfamilie in Niedersachsen, die seit mehr als 200 Jahren ein und denselben Hof bewirtschaftet. Besonders konzentriert er sich auf die Ereignisse in der Mitte des 20. Jahrhunderts, also während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Kunst-Betrachtungen

Wenn Künstler, Menschen mit Handicap und Schreibende zusammenkommen

Blog, 11. September 2021

Lesung „Kunst-Betrachtungen“ am 22. August 2021 in der Kirche St. Peter und Paul in Wegberg, gemeinsam mit Wegberger Künstler:innen und Klient:innen der ViaNobis.

Organisiert und vorbereitet wurde die Lesung, auf die wir so lange warten mussten, von den Mitarbeitern der ViaNobis. Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der wir unsere Geschichten, die aus den Gesprächen mit Menschen mit Handicap, den Klient:innen der ViaNobis, über die Kunstwerke der Wegberger Künstler:innen entstanden waren, vorlasen.

Bei der Lesung wurde immer das jeweilige Bild oder die Skulptur gezeigt,  Künstler:in und Klient:in saßen daneben, während wir unsere Texte vortrugen. Musikalisch begleitet wurde die Lesung von Heinz Stoffels und Reiner Rauer.

Unter Beachtung aller Corona-Vorschriften konnten wir endlich wieder vor Publikum lesen – es war so schön.

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Anja Jonuleit – Das letzte Bild

Rezension, 10. September 2021

Frage: Wie spannend kann eine Geschichte sein, wenn man das Schicksal der Hauptfigur von Anfang an kennt? Antwort: Hochspannend.

Die Autorin, von der ich gerne mehr lesen möchte, basiert ihren Roman auf einem wahren Ereignis: Im November 1970 wird in einem abgelegenen, einsamen Tal in Norwegen eine unbekannte Frauenleiche gefunden, verbrannt, unkenntlich. Niemand scheint sie zu vermissen, niemand erkennt sie. Auf diesem Geschehen baut Anja Jonuleit ihre faszinierende und ungemein fesselnde Handlung auf.

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