Herta Müller
Alina Bronsky – Barbara stirbt nicht
Rezension, 15. Oktober 2021 ~ 1 Kommentar
Held dieses Romans ist ein herrlich verpeilter Kauz, bei dem man sich als Leserin nicht entscheiden kann, ob man ihn mag oder nicht, ob man ihn bemitleiden oder sich über ihn ärgern soll.
Die erfolgreiche Bestsellerautorin Alina Bronsky erzählt von Walter Schmidt. Rentner und langjähriger Ehemann von Barbara. Die ihn, wie man annehmen darf, all die Zeit hindurch sehr verwöhnt hat, so dass er keinerlei Pflichten im Haushalt übernehmen musste. Walter weiß daher nicht, wie man Kaffee kocht oder gar einen Kuchen backt.
Paula Hawkins – Wer das Feuer entfacht
Rezension, 13. Oktober 2021
Paula Hawkins, bekannt durch ihren Bestseller „Girl on the train“ legt hier einen hochspannenden Roman vor, der insbesondere von den sehr professionell und tiefgründig ausgearbeiteten Figuren lebt.
Daniel Sutherland wird ermordet auf seinem Boot gefunden, das in einem Kanal in London ankert und ihm als Wohnung diente. Seine Leiche findet seine Nachbarin Miriam, die ebenfalls auf einem Boot lebt. Etwa zum errechneten Zeitpunkt seines Todes wurde in der Nähe seines Bootes die junge Laura gesehen, blutbesudelt und offensichtlich verstört. Verstört von seinem Tod ist auch seine Tante Carla, zumal Davids Mutter, ihre Schwester Angela, gerade erst kürzlich ebenfalls verstorben ist. Deren Nachbarin wiederum ist Irene, eine betagte einsame Dame, die dankbar Lauras Hilfe bei täglichen Erledigungen annimmt.
Antonia Michaelis – Die Wiederentdeckung des Glücks
Rezension, 11. Oktober 2021
Wie sehr hat mir ein früheres Buch dieser Autorin gefallen. „Mr. Widows Katzenverleih“ ist ein wunderbar poetischer, liebevoll-mystischer Roman mit liebenswerten Figuren. So war ich voller positiver Erwartung, als ich begann, den neuen Roman von Antonia Michaelis zu lesen.
Für den muss man jedoch, glaube ich, in der passenden Stimmung sein. Ich war es wohl nicht, denn er hat mich nicht so erreicht, wie man es von einem so gefühlvollen Roman vermuten sollte.
Wenn es unter die Haut geht
Lesung bei den Wegberger Literaturtagen 2021
Blog, 9. Oktober 2021
Die eigenen Texte anderen Menschen vorlesen zu dürfen, ist ein Privileg. Welches wir in diesem Jahr natürlich noch einmal besonders schätzen, durften wir doch in 2020 keine Lesungen veranstalten.
Wenn dann die Zuhörer so gebannt lauschen wie bei unserer Lesung kürzlich, dann ist das für mich noch einmal eine Art der Auszeichnung. Das Thema der Lesung meiner Autorengruppe SiebenSchreiber war „Hautnah“ und ich las meine Erzählung „Irgendwann ist jetzt“, die im Schreibtisch.Literarisches Jounal 2020 der edition federleicht erschienen ist.
Marc Levy – Das Geheimnis unserer Herzen
Rezension, 8. Oktober 2021
Um es gleich vorwegzusagen: Der Roman hat seine Spannung und irgendwann fängt diese die Leserin ein. Aber insgesamt ist die Handlung, die uns der erfolgreiche französische Autor hier präsentiert, schon etwas an den Haaren herbeigezogen.
Protagonisten sind die 35-jährige Eleanor-Rigby, die in England lebt, und der Kanadier George-Harrison. Ja, in beiden Fällen handelt es sich um die Vornamen. Unabhängig voneinander erhalten die beiden, die sich nicht kennen, Briefe eines Unbekannten, der über ihre Mütter offensichtlich bislang Geheimes zu wissen behauptet.
Dani Atkins – Heller als alle Sterne
Rezension, 6. Oktober 2021
Dieser kleine Roman, der eigentlich nicht viel mehr ist als eine längere Erzählung, setzt quasi den Schlusspunkt unter einen vorherigen Roman dieser Autorin. Ihre Bücher sind stets Garant für anrührende, leicht kitschige, aber immer hochspannende, tragisch-humorvolle Geschichten.
(mehr …)Mary Lawson – Im letzten Licht des Herbstes
Rezension, 4. Oktober 2021
Wenn man auf Seite 60 noch nicht erkennt, worum es in einem Roman geht und auf Seite 120 noch immer nicht viel schlauer ist, dann stimmt in meinen Augen etwas nicht mit dem Plot. Was dann dazu führt, dass man die Lust an dem Roman verliert.
Die in Kanada geborene und in England lebende Autorin erzählt uns mehrere Geschichten, die nebeneinanderher laufen und sich dabei nur hin und wieder berühren. So scheint es zumindest.
Matt Cain – Das geheime Leben des Albert Entwistle
Rezension, 1. Oktober 2021
Vermutlich habe ich schon mehrmals erwähnt, dass ich ein großer Fan von figurengetragenen Romanen bin. Ganz besonders, wenn die Protagonist:innen Eigenbrötler, Sonderlinge oder anderweitig skurril sind.
Aber auch die liebenswerteste Figur rettet einen Roman nicht, wenn der Stil langatmig und ausschweifend ist und wenig mitreißend.
Clare Chambers – Kleine Freuden
Rezension, 29. September 2021
Ganz im Gegensatz zum Titel ist es eine große Freude, dieses Buch zu lesen. Behutsam, mit viel Verständnis und ebenso viel Einfühlungsvermögen erzählt die englische Autorin von einer einsamen, pflichtbewussten, in den Moralvorstellungen der Zeit verfangenen Frau im London der 50er Jahre.
Jean Swinney, Ende Dreißig und als Lokalreporterin tätig, lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen, etwas heruntergekommenen Haus in London. Ihre Mutter ist gesundheitlich angeschlagen und ein schwieriger Charakter. Daher genießt Jean die Stunden, die sie in der Redaktion oder mit Recherchen fern von zu Hause verbringen kann, ist sie doch in ihrer Freizeit stets ans Haus und an ihre Mutter gebunden.
(mehr …)Julie Buxbaum – What to say next: Vielleicht genügt ein Wort
Rezension, 27. September 2021
Ein Young-Adult-Roman, der das Herz berührt, mit leisem Humor, tragischen Momenten und wunderbaren Figuren. Der amerikanischen Autorin gelingt das Kunststück, die perfekte Balance zwischen Witz und Drama zu halten.
Kit hat gerade ihren Vater verloren, er starb bei einem Autounfall. Dies trennt sie von ihren Freundinnen, von all dem alltäglichen Kleinkram, der Jugendliche in ihrem Alter beschäftigt und der ihr bisher so wichtig war. Doch jetzt, gegenüber diesem irrsinnig großen Verlust, wirkt alles andere belanglos. Da sie ihre Gefühle ihren Freundinnen aber nicht erklären kann und will, geht sie auf Abstand. Das führt sie zu David.