Herta Müller
Britta Habekost – Stadt der Mörder
Rezension, 19. Januar 2022 
Bislang kannte ich für Paris immer nur den Begriff „Stadt der Liebe“. Dass man sie auch als eine Stadt der Mörder sehen kann, das zeigt Britta Habekost in ihrem stilistisch brillanten Roman. Der die schwierige Jagd nach einem Serienmörder schildert, den Kommissar Vioric gerne zur Strecke bringen möchte.
Alle Figuren, die in diesem Roman auftreten, sind gequälte, geschundene Seelen. Verletzt an Körper und Geist durch den ersten Weltkrieg, durch Hunger, Einsamkeit, Verlust. Die Welt, in der sie agieren, das Paris der Nachkriegszeit, geprägt durch Armut und Protz, durch Arbeit und Vergnügungen, ist düster und gefährlich.
(mehr …)Dani Atkins – Bis zum Mond und zurück
Rezension, 17. Januar 2022 
Es sind immer wieder schwere, berührende Themen, die sich diese Autorin für ihre Romane wählt. Diesmal schildert sie die Emotionen von Menschen, die durch eine Organtransplantation eine Beziehung zueinander fühlen.
Lisa, geliebte Frau von Alex und liebende Mutter des kleinen Connor, stirbt bei einem entsetzlichen Unfall. Bevor Alex die Tragweite des Unglück richtig erfassen kann, erfährt er, dass seine Frau als Organspenderin registriert ist. Obwohl er im ersten Reflex damit gar nicht einverstanden ist, lässt er die Transplantationen zu. Und nimmt etwas später, entgegen den Ratschlägen der zuständigen Organisation, Kontakt zu den Organempfängern auf.
(mehr …)Sophie Cousens – Unsere Zeit ist immer
Rezension, 14. Januar 2022 
Manchmal scheint es mir, als wäre es eine besondere Gabe der britischen Autorinnen. Ob es sich um schottische, irische oder englische Schriftstellerinnen handelt, sie können es einfach: zu Herzen gehende, unterhaltsame, einfühlsame Liebesromane schreiben. Romane mit genau der richtigen Mischung aus Schmalz und Salz, aus Herz und Humor.
So eben auch Sophie Cousens, von der ich bislang noch kein Buch gelesen hatte, die aber nun in mir einen neuen Fan gewonnen hat. Ihr Stil erinnert mich sehr an die Bücher von Mhairi Mcfarlane, die ich so liebe.
(mehr …)Lisa Jewell – Was damals geschah
Rezension, 12. Januar 2022 
Zugegeben, es gab am Anfang mehrere Momente, wo ich den Roman weglegen wollte. Es kam keine Spannung auf, die aus drei Perspektiven erzählte Geschichte nahm zu langsam Fahrt auf. Vor allem bei einer der Perspektiven erschloss sich sehr lange nicht, worum es eigentlich geht.
Doch dann packt einen die Story, die so abgedreht ist, so aberwitzig und vor allem so viele unerwartete Twists hat, dass man definitiv niemals ahnt, worauf es hinausläuft.
(mehr …)Ragnar Jónasson – Frost
Rezension, 10. Januar 2022 
Ist es nun ein Krimi, ein Thriller oder eher ein Psychogramm? Der Roman setzt in gewisser Weise die Reihe um die Kommissarin Hulda fort, auch wenn sie in diesem Band nur eine Nebenrolle spielt.
Hauptfigur ist Helgi, dem man im dritten Band um Hulda bereits begegnet ist, denn er wird ihr Nachfolger im Kommissariat. Doch noch ist es nicht soweit, noch arbeitet Helgi an seiner Abschlussarbeit des Studiums. Das Thema, das er sich gewählt hat, beschäftigt sich mit einem sogenannten Cold Case, einem ungeklärten Mordfall vor dreißig Jahren. Damals wurde in einem Tuberkulosekrankenhaus eine Schwester ermordet, später kam noch ein weiterer Todesfall hinzu.
(mehr …)Torsten Körner – Die Kanzlerin am Dönerstand
Rezension, 7. Januar 2022 
Vermutlich gibt es bereits unzählige Bücher über Angela Merkel und sehr wahrscheinlich werden im Laufe der nächsten Jahre noch viel mehr dazukommen. Dennoch bin ich überzeugt, dass dieses hier etwas Besonderes ist und bleiben wird.
Torsten Körner, der mir durch sein Buch „In der Männerrepublik“ bekannt wurde, das ich letztes Jahr lesen durfte, legt hier etliche spannende, unterhaltsame, hintergründige Miniaturen aus dem Leben unserer inzwischen Alt-Kanzlerin vor.
(mehr …)Anne Gesthuysen – Wir sind schließlich wer
Rezension, 5. Januar 2022 
Ihren Roman „Wir sind doch Schwestern“ habe ich sehr gemocht. Er hatte Tiefgang, die Figuren waren authentisch, nachvollziehbar. Das kann man leider von dem neuen Roman von Anne Gesthuysen nicht sagen.
Dennoch habe ich ihn verschlungen, denn unterhaltsam ist er gleichwohl. Doch bleibt er durchweg seicht, auf Groschenheft-Niveau. Das liegt nicht nur an den adeligen Protagonisten, die wie aus der Zeit gefallen wirken. Die Figuren sind oberflächlich, flach, ohne Kontur, ohne Profil. Sie wirken wie fehlbesetzte Schauspieler, die mit ihrer Rolle fremdeln.
(mehr …)Grégoire Delacourt – Die wärmste aller Farben
Rezension, 3. Januar 2022 
Ob man einen Roman mag oder nicht, hängt ja oft davon ob, ob man die Hauptfiguren mag oder nicht. Bei dem vorliegenden Buch des französischen Bestseller-Autors bin ich deswegen hin und her gerissen. Denn die eine Hauptfigur beginnt man zu lieben, während die andere einfach nur abstoßend, unsympathisch ist.
Die Handlung spielt zur Zeit der Gelbwesten-Proteste in Frankreich. Pierre engagiert sich dabei an vorderster Front – wobei der Begriff Front hier tatsächlich wörtlich zu verstehen ist. Denn es hat den Anschein, als wähne sich Pierre im Krieg. Mit jedem und allen.
(mehr …)Mein Schreibjahr 2021
Blog, 1. Januar 2022 
Am Anfang eines Jahres liegt noch so viel vor dir, gute Vorsätze, Pläne, vielleicht der eine oder andere Schrecken. Im Rückblick dann stellst du fest, dass es gar nicht so schlimm kam, wie du befürchtet hattest. Im Gegenteil, wenn wir zurückschauen, sehen wir doch meist nur noch das Gute, das uns widerfuhr.
Und so blicke ich mit glücklichem Stolz zurück auf dieses Jahr 2021. Trotz oder vielleicht gerade wegen all der Misslichkeiten, Einschränkungen und Unwägbarkeiten haben wir doch alle das Beste daraus gemacht. Ich durfte viel schreiben und einiges veröffentlichen. Darüber freue ich mich wie immer ganz wahnsinnig.
(mehr …)Mein Lesejahr 2021
31. Dezember 2021 
Wenn ich so durch die Liste all der Bücher schaue, die ich im abgelaufenen Jahr gelesen habe, so gab es ganz viele echte Highlights, Romane und Sachbücher, die mir lange in Erinnerung bleiben werden. Das macht es schwer, nur ein Dutzend auszuwählen, um euch meine Jahres-Lieblinge noch einmal vorzustellen.
Natürlich gab es auch heftige Flops, Bücher, die mich wirklich enttäuscht haben, unter den gelesenen. Immerhin waren es in 2021 exakt 162 Bücher, die ich lesen durfte. Dafür auch noch einmal ein tief empfundener Dank an alle Verlage und Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.
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