Herta Müller
Richard Osman – Der Mann, der zweimal starb
aus dem Englischen von Sabine Roth
Rezension, 11. Februar 2022 
Sicher habe ich schon mehr als einmal in meinen Buchbesprechungen erwähnt, dass ich ausgefallene, skurrile, liebenswerte Charaktere in Romanen besonders mag – was sich dann auch auf meine Meinung über den betreffenden Roman auswirkt.
Hier nun gibt es gleich mehrere solcher außergewöhnlicher Figuren, die sich einprägen, denen ich gerne wiederbegegnen möchte. Der Roman ist bereits der zweite, der die herrlich abgedrehten Rentner Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim als Protagonisten in unglaubliche Abenteuer schickt. Leider ging der erste Band irgendwie an mir vorbei, was besonders schade ist, da im vorliegenden Buch immer wieder Bezug genommen wird auf die im ersten Band geschilderten Ereignisse.
(mehr …)Lia Louis – Acht perfekte Stunden
aus dem Englischen von Veronika Dünninger
Rezension, 9. Februar 2022 
Der Klappentext führt etwas in die Irre, denn anders als erwartet spielt der Roman nicht nur in den titelgebenden acht Stunden. Die Liebesgeschichte zwischen Noelle und Sam zieht sich (natürlich) sehr viel länger hin. Trotzdem – oder deswegen – liest sich der Roman sehr angenehm. Das liegt vor allem an dem sehr unterhaltsamen, wenngleich wenig herausfordernden Stil der englischen Autorin. Sie erzählt aus der Sicht von Noelle, einer jungen, wenig selbstsicheren Frau, von der Begegnung mit Sam, dem amerikanischen Bergsteiger, dem sie in einer Winternacht auf der Autobahn begegnet, als sie über viele Stunden eingeschneit festsitzen.
(mehr …)Charlotte Fondraz – Der Prinz im Labyrinth
Rezension, 7. Februar 2022 
Einen Altertumsroman, der auf dem Mythos des Minotaurus beruht, legt die unter einem Pseudonym schreibende Autorin, studierte Anthropologin, die sowohl in Deutschland wie in Frankreich zu Hause ist, hier vor. Auf verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven schildert sie erfundene Ereignisse auf Kreta vor 3600 Jahren.
In dem Mythos dringt Theseus in das Labyrinth ein, um den Stier Minotaurus zu töten. Damit er wieder herausfindet, gibt Ariadne ihm einen Wollknäuel mit, welches er beim Hineingehen abrollen soll. Wenn er dann den Faden zurückverfolgt, findet er den Ausgang wieder. Für diese Hilfe lässt sich Ariadne von Theseus versprechen, dass er sie heiraten wird.
(mehr …)Sophie Heisenberg – Mein Buchplaner
4. Februar 2022 
Es gibt Autorinnen und Autoren, die einfach anfangen mit dem Schreiben. Damit meine ich nicht die sogenannten Pantser, die sich nicht vorher mit der sorgfältigen Ausarbeitung eines Plots abmühen, sondern einfach drauflosschreiben. Denn bevor man sich über den Plot Gedanken macht, gibt es noch viele andere Dinge, die „geplant“ werden müssen oder können.
(mehr …)Romy Hausmann – Perfect Day
Rezension, 2. Februar 2022 
Ein Mann wird verhaftet. Völlig unvorhergesehen und zum absoluten Entsetzen seiner Tochter. Der Mann, ein anerkannter Philosoph und Professor, wird beschuldigt, bis zu zwölf kleine Mädchen getötet zu haben.
Ann, die Tochter, wegen des frühen Tods der Mutter vom Vater allein aufgezogen, ist überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handeln muss. Sie kann und will nicht glauben, dass ihr Vater ein Mörder sein soll. Doch Walter Lesniak spricht nicht, er äußert sich nicht zu den Vorwürfen, weder gegenüber der Polizei noch gegenüber seiner Tochter.
(mehr …)Ronja von Rönne – Ende in Sicht
Rezension, 31. Januar 2022 
Einen Roman über den Wunsch zu sterben zu schreiben, ohne zu werten, zu verurteilen und ohne rührselig oder dramatisch zu werden, ist eine Kunst. Diese Kunstfertigkeit hat die noch junge deutsche Autorin Ronja von Rönne, die neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin auch für ARTE und DIE ZEIT arbeitet, in dem vorliegenden Roman unwiderlegbar bewiesen.
(mehr …)Josephine Cantrell – Als die Tage leiser wurden
Rezension, 28. Januar 2022 
Ein herzzerreißender Liebesroman, der in London und in Deutschland spielt, geschrieben von einer deutschen Autorin.
Cecelia, eine junge Frau, leitet zusammen mit ihrer Freundin ein Café in London. Stammgast ist dort neuerdings ein junger Mann, dem sie mit der Zeit immer näher kommt, so dass die Beiden schließlich ein Paar werden. Doch dann findet sie Erschütterndes über ihn heraus, was wiederum dazu führt, dass sie noch Dramatischeres über sich selbst erfährt.
(mehr …)Katharina Fuchs – Unser kostbares Leben
Rezension, 26. Januar 2022 
Ein gut recherchiertes Buch zu lesen, kann interessant sein und Freude machen. Wenn die Detailverliebtheit aber auf die Spitze getrieben wird und die Informationen die Leserin erschlagen, wird diese Freude entscheidend getrübt.
Da hilft es auch nicht, dass die erzählte Zeit besonders interessant und insbesondere politisch hochspannend war. Katharina Fuchs, mit ihren früheren Romanen, die sich vielfach an ihrer eigenen Geschichte orientieren, auf den Bestsellerlisten präsent, schildert in aller Ausführlichkeit das Leben dreier Mädchen, beginnend in den 70er und 80er Jahren.
(mehr …)Marie Kondo – Alles in Ordnung
aus dem Japanischen von Cordelia Suzuki
Rezension, 24. Januar 2022 
Selbst wenn man sich von dem, inzwischen schon wieder erheblich abgeflauten, Hype um Marie Kondo nicht anstecken lässt, so muss doch zugegeben werden, dass manche ihrer Tipps durchaus nützlich sind. Vieles, was sie anregt, scheint mir übertrieben, vor allem ihr Ansatz ist für mich nicht nachvollziehbar, anderes hingegen schafft tatsächlich etwas mehr Ordnung im eigenen Leben.
Daher gebe ich offen zu, dass ich, seit ich ihrer Anleitung zum ordentlichen Aufbewahren von Kleidung folge, der Inhalt meiner Kleiderschränke und Kommoden sehr viel übersichtlicher und sinnvoller aufgeteilt ist, meine Kleidungsstücke platzsparender und geschickter aufbewahrt werden.
(mehr …)Marco Hasenkopf – Eisflut 1784
Rezension, 21. Januar 2022 
Während man diesen Roman liest, sollte man sich warm anziehen. Denn selbst in einem wohlig geheizten Zimmer beginnt man bei dieser Lektüre unweigerlich zu frieren. Es ist unfassbar kalt im Winter 1784 in Mülheim am Rhein, nahe Köln. Wo dieser historische Kriminalroman spielt und fesselt.
Die Hauptrolle spielt dabei im Grunde tatsächlich das Wetter. Und die drohende Gefahr durch die gigantischen Eisflächen, die sich auf dem Rhein gebildet haben bei diesen lebensgefährlichen Temperaturen. Unter diesen Bedingungen beginnt der Amtmann Henrik Venray mit Ermittlungen in einem Mordfall. Ein Mönch wurde tot aufgefunden. Nicht erfroren, sondern ermordet, wie sich dank der Untersuchungen der Apothekerin Anna-Maria Scheidt herausstellt.
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