Herta Müller
Mimi Steinfeld – Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt)
Rezension, 4. März 2022 
Vor vielen Jahren las ich mal einen Roman, dessen Protagonistin hieß Columbine Pepperkorn (es war kein Kinderbuch!). Daran erinnert mich ein wenig der Name der Hauptfigur dieses Buchs von Mimi Steinfeld: Cressida Catterberg. Da weiß man doch gleich, dass man in einer Komödie gelandet ist, oder nicht?
Die hier unter einem Pseudonym schreibende Autorin hat bereits einige Romane und Jugendbücher, darunter auch mit Preisen ausgezeichnete, veröffentlicht. Die hier nun als erste unter dem Namen Mimi Steinfeld herausgebrachte Geschichte ist temporeich, angemessen humorig, aber doch leider auch etwas leer.
(mehr …)Ali Hazelwood – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
aus dem Englischen von Anna Julie Strüh und Christine Strüh
Rezension, 2. März 2022 
Wenn man die ganze Zeit, während man ein Buch liest, ein Lächeln (um nicht zu sagen ein breites Grinsen) im Gesicht hat, dann ist klar, dass es ein gutes Buch ist. Oder anders ausgedrückt: eine wirklich wunderbare, herzerwärmende, romantische Geschichte, die der Leserin etliche Stunden verschönt.
Ach ja, ich könnte ins Schwärmen geraten über diesen witzig-anheimelnden Debütroman einer weitgereisten und jetzt in Amerika lebenden Uniprofessorin.
(mehr …)Eva-Maria Bast – Miss Würzburg
Rezension, 28. Februar 2022 
Was nützt ein interessanter, vielleicht sogar etwas spannender Plot, wenn der Schreibstil einfach nur schlimm ist? Dann macht die Lektüre eines Romans schlicht keine Freude.
So im vorliegenden Buch, dessen Handlung sich in den Nachkriegsjahren zuträgt. Es geht um eine junge Frau, die unerwartet zur Miss Würzburg – in dieser Stadt spielt der Roman – gewählt wird. Wie immer in solchen Fällen ergibt sich für die Betreffende daraus einiges an Möglichkeiten. Sie wird zu Modenschauen eingeladen, muss für Werbung zur Verfügung stehen und vieles mehr. Dies bedeutet Reisen, Trennung von der Familie, andererseits aber auch ein nicht zu verachtendes Einkommen.
(mehr …)Wie viele sind zu viele?
Perspektiven im Roman
Blog, 26. Februar 2022 
Bei meiner vielen Lektüre fällt mir auf, dass in letzter Zeit vermehrt Romane geschrieben werden, die die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählen. Dabei gibt es solche, die das strikt durch Kapitel trennen, eventuell mit dem Namen des PoV (das ist Englisch und steht für Point of view = Blickwinkel oder Gesichtspunkt) als Kapiteltitel. Und es gibt jene, die von Szene zu Szene die Erzählperspektive wechseln, ohne dies großartig zu kennzeichnen. Die dritte Variante, die in meinen Augen schrecklichste, die man unbedingt vermeiden sollte, ist das sogenannte Hirnhopping, also wenn der Erzähler ständig zwischen den Perspektiven hin und her hüpft. Das ist schon fast die auktoriale Erzählweise, die aber noch etwas weiter ginge, denn dort weiß der Erzähler immer alles (allwissender Erzähler).
Meine Frage heute zielt darauf, was ist die schönste, die beste oder die praktikabelste Variante? Und vor allem: welche ist dir die liebste?
(mehr …)Adriana Popescu – Schreib mit! Das Schreibjournal für Schriftsteller*innen
25. Februar 2022 
Natürlich könnte man für den Zweck, für den dieses Journal gedacht ist, auch jede andere Kladde oder jedes Notizbuch verwenden. Dann aber entgingen einem die netten, aufmunternden Sprüche, die kleinen, motivierenden Schreibimpulse und die Freude, die vielen Seiten mit den eigenen Ergüssen zu füllen.
Das Schreibjournal ist genau das, was es zu sein vorgibt: ein Tagebuch des Schreibens. Nach einem wirklich sehr kurzen Vorwort, Erläuterungen zu den vorgegebenen Spalten, bietet es gut 200 Seiten zum täglichen Notieren.
(mehr …)Antoine Laurain – Eine verdächtig wahre Geschichte
aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
Rezension, 23. Februar 2022 
Vermutlich mag jeder, der gerne liest und vor allem jeder, der selbst schreibt, Romane, die in Verlagen spielen und das Leben von Autoren und Lektoren zum Thema haben. Daher habe ich auch dieses Buch des Franzosen Antoine Laurain mit großer Freude gelesen, wie auch schon seine früheren Romane.
(mehr …)Nita Prose – The Maid: Ein Zimmermädchen ermittelt
aus dem Englischen von Alice Jakubeit
Rezension, 21. Februar 2022 
Bei diesem Roman darf man sich von Untertitel und Klappentext nicht in die Irre führen lassen. Denn Molly, das titelgebende Zimmermädchen ermittelt mitnichten. Sondern sie wird in einem Mordfall als Täterin verdächtigt und muss, zum Glück mit Hilfe von einigen guten Freunden, ihre Unschuld beweisen. Dabei ist es am wenigsten sie selbst, die ermittelt.
(mehr …)Matt Haig – Der fürsorgliche Mr. Cave
aus dem Englischen von Sabine Hübner
Rezension, 18. Februar 2022 
Dunkel – Das ist das Wort, das mir als erstes einfällt, um diesen Roman zu beschreiben. Matt Haig, dessen Roman „Die Mitternachtsbibliothek“ ich im vergangenen Jahr lesen durfte, erzählt in seinem neuen Buch eine wahrhaft düstere, bedrückende Geschichte. Gleichwohl ist der Roman unglaublich spannend, hofft man doch als Leserin die ganze Zeit auf mehr Licht.
(mehr …)J. David Simmons – Eine unbeugsame Frau
aus dem Englischen von Bettina Eschenhagen
Rezension, 16. Februar 2022 
Die Geschichten zweier Frauen auf verschiedenen Zeitebenen werden in diesem Roman einander gegenüber gestellt. Der schottische Autor erzählt zum einen aus der Perspektive von Laura, einer Schauspielerin jenseits der 50, der kaum noch interessante Rollen angeboten werden. Zum anderen schildert er, in Form von Tagebucheinträgen, Interviews und Briefen, das Leben von Georgie Hepburn, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Stummfilmschauspielerin zu einigem Ruhm gelangt.
(mehr …)Anne Mette Hancock – Grabesstern
aus dem Dänischen von Karoline Hippe
Rezension, 14. Februar 2022 
Man muss sich schon einfühlen in die Protagonistin der Romane von Anne Mette Hancock, die manches Mal doch recht unvernünftig, um nicht zu sagen unlogisch agiert. Aber so sind Journalistinnen vielleicht, jedenfalls die, die in Thrillern die Hauptrolle spielen.
Wie auch in den beiden Vorgängerbänden „Leichenblume“ und „Narbenherz“ dringt auch diesmal Heloise Kaldan, Investigativreporterin in Kopenhagen, in Bereiche vor, die Gefahr für sie und andere bergen. Und wieder wird sie hier unterstützt und begleitet von ihrem guten Freund, Kommissar Erik Schäfer.
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