Albert Einstein
Susanne Goga – Schatten in der Friedrichstadt
Rezension, 16. März 2022 
Ein neuer Fall für Leo Wechsler, den Kommissar im Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Was mir an dieser Krimireihe der Mönchengladbacher Autorin so gut gefällt, ist die Schilderung normaler Menschen in (mehr oder weniger) normalen Verhältnissen. Anders als in so vielen anderen Büchern oder Filmen, die vor allem die nächtliche, die schattige Seite des Berlins dieser Jahre zeigen, treffen wir in den Wechsler-Krimis auf Alltag, Menschen mit alltäglichen Problemen oder mit alltäglichem Glück.
(mehr …)Kerstin Sgonina – Und wenn wir wieder tanzen
Rezension, 14. März 2022 
Gutes Timing könnte man es nennen, dass dieser Roman fast genau am 60. Jahrestag der Hamburger Sturmflut erscheint. Beginnt er doch genau an diesem Tag, an dem die Protagonistin Marie, die in einer Gartenhütte haust, ihr ganzes Hab und Gut durch diese Flut verliert. Und das an einem Tag, der ihr auch schon an ihrem Arbeitsplatz als Zimmermädchen im vornehmen Hotel Atlantic Ärger gebracht hatte.
(mehr …)Vor dem richtigen Hintergrund
Wie gut kennst du deine Figur?
Blog, 12. März 2022 
Bei einem Kriminalroman, den ich in dieser Woche rezensiert habe, kam mir die Frage in den Sinn, wieviel Hintergrund braucht eine Figur. Gerade bei Krimis, ob im Fernsehen oder im Roman, kann es sehr schnell zu viel Hintergrund, zu viel Privates der Figur sein, das der Autor oder die Autorin in den Plot einbaut. Denn alles, was vom Fall ablenkt, bricht die Spannung, bricht die Handlung. Dass der Autor seine Figuren bis in den hintersten Winkel ihrer Gedanken und Gefühle kennen muss, ist selbstverständlich. Tut er das nicht, merkt man das beim Lesen sofort.
(mehr …)Hedwig Herold-Schmidt – Florence Nightingale: Die Frau hinter der Legende.
Rezension, 11. März 2022 
Florence Nightingale war so viel mehr als nur die „Lady with the lamp“, als nur die Krankenschwester an den Betten der schwer verwundeten Soldaten des Krimkrieges im 19. Jahrhundert. Davon erzählt dieses Buch, das mehr ist als eine Biografie und das sich liest wie ein spannender Roman.
Einer der Forschungsschwerpunkte der Autorin sind Kultur- und Sozialgeschichte von Gesundheit und Krankheit. Das prädestiniert sie für dieses Buch, welches nicht nur das Leben und die Geschichte der Frau Florence Nightingale schildert, sondern auch die historischen Zusammenhänge erläutert, die Tätigkeit Nightingales in diese Zusammenhänge einordnet und damit erst verständlich und nachvollziehbar macht.
(mehr …)Kirsten Nähle – Zwölf Sünden
Rezension, 9. März 2022 
Der Debütroman der vielschreibenden Autorin und Journalistin, den sie in ihrer aktuellen Heimatstadt angesiedelt hat, ist ein solider Krimi mit Pageturner-Qualitäten. Beim Lesen lief vor meinen Augen stets ein Film ab, was bedeutet, dass es ihr perfekt gelingt, die Handlung plastisch ablaufen zu lassen. Im Grunde, falls das nicht etwas zu hoch gegriffen ist, wäre der Roman das passende Drehbuch für einen Sonntagabend-Tatort – jedenfalls würde in meinen Augen das Ermittlerteam wunderbar in die Riege der Tatort-Kommissare passen.
(mehr …)Rebecca Fleet – Die Stiefmutter
aus dem Englischen von Ivana Marinovic
Rezension, 7. März 2022 
Ein Brand zerstört nicht nur das Haus der Familie von Alex und Nathalie, er zerstört auch ihr Vertrauen zueinander, verbrennt ihre Träume, Lügen und Gefühle. Das klingt dramatischer und spannender als dieser Roman letztlich ist – ein Thriller ist er ganz sicher nicht.
Nein, im Gegenteil, mich hat dieser Roman so gar nicht gefesselt, die Spannung fehlt in meinen Augen völlig, die Figuren waren hölzern, die Dialoge ebenso und die Handlung flach und ohne Höhepunkte. Die Aktionen der Protagonisten waren für mich zu keiner Zeit nachvollziehbar, Kleinigkeiten wurden aufgebauscht, wichtige Fragen nicht verfolgt.
(mehr …)Inhalt oder Verpackung
Plot oder Stil
Blog, 5. März 2022 
Was macht ein Buch, einen Roman zu etwas besonderem? Ist es der Inhalt oder ist es die Verpackung? Allerdings trifft Verpackung hier nicht so genau, was ich meine. Der Begriff Transportmittel passt vielleicht besser.
Denn es geht mir darum, was wichtiger ist, der Plot oder der Schreibstil. Über einen Roman, der mich sehr erfreut hat, las ich eine Kritik, die der Autorin vorwarf, nichts neues geschrieben zu haben, alle Verwicklungen in dieser Liebeskomödie seien altbekannt und vorhersehbar. Deswegen lehnte dieser Rezensent oder diese Rezensentin den Roman ab.
(mehr …)Mimi Steinfeld – Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt)
Rezension, 4. März 2022 
Vor vielen Jahren las ich mal einen Roman, dessen Protagonistin hieß Columbine Pepperkorn (es war kein Kinderbuch!). Daran erinnert mich ein wenig der Name der Hauptfigur dieses Buchs von Mimi Steinfeld: Cressida Catterberg. Da weiß man doch gleich, dass man in einer Komödie gelandet ist, oder nicht?
Die hier unter einem Pseudonym schreibende Autorin hat bereits einige Romane und Jugendbücher, darunter auch mit Preisen ausgezeichnete, veröffentlicht. Die hier nun als erste unter dem Namen Mimi Steinfeld herausgebrachte Geschichte ist temporeich, angemessen humorig, aber doch leider auch etwas leer.
(mehr …)Ali Hazelwood – Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
aus dem Englischen von Anna Julie Strüh und Christine Strüh
Rezension, 2. März 2022 
Wenn man die ganze Zeit, während man ein Buch liest, ein Lächeln (um nicht zu sagen ein breites Grinsen) im Gesicht hat, dann ist klar, dass es ein gutes Buch ist. Oder anders ausgedrückt: eine wirklich wunderbare, herzerwärmende, romantische Geschichte, die der Leserin etliche Stunden verschönt.
Ach ja, ich könnte ins Schwärmen geraten über diesen witzig-anheimelnden Debütroman einer weitgereisten und jetzt in Amerika lebenden Uniprofessorin.
(mehr …)Eva-Maria Bast – Miss Würzburg
Rezension, 28. Februar 2022 
Was nützt ein interessanter, vielleicht sogar etwas spannender Plot, wenn der Schreibstil einfach nur schlimm ist? Dann macht die Lektüre eines Romans schlicht keine Freude.
So im vorliegenden Buch, dessen Handlung sich in den Nachkriegsjahren zuträgt. Es geht um eine junge Frau, die unerwartet zur Miss Würzburg – in dieser Stadt spielt der Roman – gewählt wird. Wie immer in solchen Fällen ergibt sich für die Betreffende daraus einiges an Möglichkeiten. Sie wird zu Modenschauen eingeladen, muss für Werbung zur Verfügung stehen und vieles mehr. Dies bedeutet Reisen, Trennung von der Familie, andererseits aber auch ein nicht zu verachtendes Einkommen.
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