Herta Müller
Olaf Müller – Rommels Gold
Rezension, 8. April 2022 
Es gibt Frauenbücher und es gibt Männerbücher. Und solche, die quasi neutral sind. Zu letzterem gehören vermutlich auch Kriminalromane. Der neue Roman von Olaf Müller allerdings ist in meinen Augen ein hundertprozentiger Männerroman. Und das nicht nur, weil fast ausschließlich Männer auftreten – von der weiblichen Ermittlerin im Team mal abgesehen – sondern auch, weil es ein Roman mit vielen historischen Rückblicken auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs ist. Und dort treten nun mal naturbedingt vor allem Männer in Erscheinung.
(mehr …)Sophie Money-Coutts – Die große Liebe kann mich mal
aus dem Englischen von Ivana Marinović
Rezension, 6. April 2022 
Ein Roman mit solch einem Titel weckt gewisse Erwartungen – die dieser hier alle erfüllt. Die romantische Komödie, die uns die erfolgreiche englische Autorin erzählt, ist witzig, unterhaltsam und locker-flockig geschrieben.
Florence, die sich eigentlich in ihrem Leben ganz zufrieden fühlt, arbeitet in einer kleinen Buchhandlung. Ihre Stiefmutter allerdings meint, zu ihrem Glück fehlt Florence unbedingt ein Mann. Daher schickt sie sie zu einer Liebestrainerin. Diese verlangt von Florence als erstes, eine Liste zu erstellen mit allen Eigenschaften, die ihr Traummann haben sollte.
(mehr …)Dietmar Wischmeyer – Als Mutti unser Kanzler war
Rezension, 4. April 2022 
Von A wie Abschied bis Z wie Zukunft führt uns Dietmar Wischmeyer durch 16 Jahre Kanzlerin Angela Merkel. Wer kennt ihn nicht, den Kabarettisten und Autor Dietmar Wischmeyer, bekannt für seine treffsichere Ironie, seine präzise Aufdeckung der Schwachstellen unsere aktuellen und früheren Politiker.
Im vorliegenden Buch nun nimmt er sich die Zeit vor, die von Angela Merkel als Kanzlerin geprägt ist. Dabei geht er nicht chronologisch und eigentlich auch nicht thematisch vor, sondern er hangelt sich von einer Erinnerung zur anderen, eben von A bis Z durch eine „total krasse Zeit“.
(mehr …)Einsam oder gemeinsam
Schreiben in der Gruppe
Blog, 2. April 2022 
Bist du eher der Typ einsamer Wolf respektive einsame Wölfin oder läufst du lieber im Rudel mit? Übersetzt in unser Thema lautet die Frage: schreibst du grundsätzlich für dich allein im Kämmerlein oder bist du Teil einer Gruppe Gleichgesinnter?
Es gibt ein Zitat der bekannten Autorin Tanja Kinkel: „Beim Schreiben ist man oft allein, aber niemals einsam.“ Dem kann ich unumwunden zustimmen. Gemeint sind damit natürlich die Figuren deiner Geschichte, die dir beim Schreiben Gesellschaft leisten. Aber braucht man nicht auch die eine oder andere lebendige Person, zum Austausch, zum Anspornen, zum Erhalt der Bodenhaftung und aus Tausend anderen Gründen?
(mehr …)Delphine de Vigan – Die Kinder sind Könige
aus dem Französischen von Doris Heinemann
Rezension, 1. April 2022 
Was für ein Buch. Was für eine Autorin. Ich war schon von ihren anderen Roman begeistert, die ich lesen durfte. Aber dieses hier ist wie ein Faustschlag in den Magen, wie eine eiskalte Dusche. Und man kann nur hoffen, dass es viele Menschen lesen und ihre Lehren daraus ziehen. Ich bin jedenfalls sicher, dass es noch lange nachwirken wird, dass ich noch lange darüber nachdenken werde.
(mehr …)Mona Nikolay – Rosenkohl und tote Bete
Rezension, 30. März 2022 
Genau wie ein gutes Menü braucht auch ein Roman gute Zutaten, um zu gelingen. Und genau solche guten Zutaten hat Mona Nicolay – der Name ist das Pseudonym einer bekannten Krimiautorin – ihrem Buch beigegeben. Der flotte und sehr unterhaltsame Krimi hat sympathische, lebensechte Figuren, einen spannenden und dabei immer nachvollziehbaren Plot und spritzige, die Handlung voranbringende Dialoge.
(mehr …)Annegret Held – Das Verkehrte und das Richtige
Rezension, 28. März 2022 
Ein verschlafenes Dorf im Westerwald namens Scholmerbach in den 80er Jahren. Die junge Anna, unglücklich in ihrem Beruf als Polizistin in Darmstadt und unglücklich in ihrer Liebe zu einem verheirateten Kollegen, kommt nach Hause in ihr Dorf und begegnet auf dem Feuerwehrfest dem verboten attraktiven Pfarrer aus dem Nachbardorf. Was daraus entsteht und wie dies das Leben etlicher Menschen auf Dauer verändert, darum geht es in dem neuen Roman von Annegret Held.
(mehr …)Man lernt nie aus
Schreibkurse und Workshops
Blog, 26. März 2022 
Wenn du heute diesen Blog liest, drücke ich gerade die Schulbank, denn ich besuche ein Seminar, ein Krimi-Workshop. Über drei Tage lernen wir bei einem Kenner der Materie, wie man Kriminalgeschichten schreibt.
Natürlich möchte ich das Erlernte dann auch entsprechend anwenden. In meinem Fall heißt das, dass ich über kurz oder lang mindestens eine Krimi-Kurzgeschichte verfassen werde. Ich bin schon sehr gespannt auf den Ablauf des Workshops, auf die Art und Weise, wie uns der Dozent sein Wissen vermitteln will.
(mehr …)Abbie Greaves – Jeder Tag für dich
aus dem Englischen von Pauline Kurbasik
Rezension, 25. März 2022 
Wenn ich als Leserin die Handlungen der Protagonistin so gar nicht nachvollziehen kann, wenn sie mir ziemlich unrealistisch und reichlich absurd erscheinen, wie kann mir dann der Roman gefallen? Das ist das Problem mit dieser Geschichte, die darüber hinaus auch nicht besonders gut geschrieben ist. Es geht um Mary, deren große Liebe Jim vor sieben (!) Jahren verschwunden ist. Von jetzt auf gleich, ohne Erklärung, ist er, als sie eines Abends heimkehrt, nicht mehr da. Seitdem steht sie Abend für Abend am Bahnhof und hält ein Schild hoch, worauf steht „Komm nach Hause, Jim“.
(mehr …)Stine Pilgaard – Meter pro Sekunde
aus dem Dänischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Rezension, 23. März 2022 
Beim Rezensieren dieses Buches schlagen wieder einmal zwei Herzen in meiner Brust. Stilistisch ist dieser Roman genial, die Sätze sind geschliffen, plastisch, witzig und so nah am Leben, dass es schmerzt. Inhaltlich aber enttäuscht er, es fehlt Spannung, Dynamik, Handlung. Erzählt werden in Ich-Form die Erlebnisse einer jungen Frau – wir erfahren ihren Namen nicht – die mit Freund und kleinem Kind neu in einer dänischen, sehr dörflich strukturierten Kleinstadt ankommt. Sie ist mit Kind und Dorfleben reichlich überfordert, eckt immer wieder an mit ihrer spontanen, etwas rüpelhaften und viel zu ehrlichen Art, mit ihren leicht sarkastischen Bemerkungen, die an den Bewohnern abprallen wie ein Ball vom Boden.
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