
Netter, leichtgewichtiger Krimi aus der Rhön – sympathisches Personal, wenig Spannung
Nein, der Titel ist kein Schreibfehler. Er bezieht sich auf das für die Rhöner Region typische Leib- und Magengericht Zwiwwelsploatz (= Zwiebelkuchen), der im Roman reichlich verdrückt wird.
Ansonsten wird in dem Roman überhaupt ziemlich viel gegessen, noch mehr geredet, vor allem über andere Dinge als den Mordfall, und ziemlich wenig auf fesselnde Weise ermittelt. Doch die beiden Hauptfiguren, Kommissar Daniel Rohde und seine Kollegin und Lebensgefährtin Brigitte Schilling, sind sehr natürlich, lebensecht, nicht verkorkst oder mit irgendwelchen gravierenden Problemen belastet.
Ihr neuer Fall dreht sich um einen ermordeten Ortsvorsteher, der mittels einer Mistgabel getötet wurde. Da der Tote sich für einen Solarpark eingesetzt hat, gegen den sich andere heftig widersetzen, drängt sich sogleich der Verdacht auf, der Mord könnte damit zu tun haben. Doch es gibt auch andere Ermittlungsansätze, die tief in die Vergangenheit führen.
Bis die beiden Ermittler nun alle Verdächtigen, die es mehr als zahlreich gibt, befragt und hinterfragt haben, bis alle echten und falschen Spuren verfolgt und sortiert sind, dauert es eine ganze Weile. Dabei sind die Zwei dann viel gemeinsam unterwegs und überbrücken die Fahrten dann mit mehr oder weniger sinnstiftenden Gesprächen, die meist eher wenig mit dem Fall und dafür mehr mit ihrem Privatleben zu tun haben.
Ein bisschen Pfeffer kommt in die Sache durch die Konkurrenz des Fuldaer Polizeiteams mit dem größeren Team aus Bad Hersfeld, welches sich ebenfalls für den Fall zuständig glaubt. Hier spielen vor allem ältere Animositäten zwischen Daniel Rohde und einem der Hersfelder Ermittler eine Rolle.
Ansonsten tröpfelt die Handlung ziemlich dahin, aufgrund der arg vielen Figuren – allein auf den ersten paar Seiten treten gefühlt Dutzende auf mit Namen und Hintergrund – verliert man gerne mal den roten Faden, so es denn einen greifbaren gibt. Dennoch ist das Ganze nett und leichtfüßig erzählt, weder zäh noch langweilig, aber eben doch leider ohne jede Spannung. Gefesselt wurde ich daher von diesem Roman eher nicht, auch wenn er mich gut unterhalten hat.
Tim Frühling – Ploatzlich Tot
emons, Juni 2026
Taschenbuch, 215 Seiten, 14,00 €
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