Jutta Mehler – Mord mit Liebesperlen

Ein weiterer Krimi aus der Feder der niederbairischen Autorin, Jahrgang 1949, mit den drei umtriebigen alten Damen Hilde, Thekla und Wally auf der Pirsch. Und wieder hat mich an dem zwar sehr unterhaltsamen, wenn auch recht seichten Roman dieser sehr unrealistische Aspekt gestört, dass drei Privatpersonen – noch dazu in derart fortgeschrittenem Alter – so ohne weiteres ermitteln können (und das diesmal sogar mit dem Segen der Polizei) und dass alle Befragten dann auch noch stets bereitwillig Auskunft geben.

Da hilft es auch nicht, dass die Figuren gut ausgearbeitet sind oder die Handlung flott voranschreitet. Im Vorgängerband zogen sich die drei Seniorinnen immerhin noch den Unmut des ermittelnden Kommissars zu, doch diesmal werden sie geradezu beauftragt. Ein solcher Widerspruch zur Realität verdirbt dann doch etwas den Spaß an der Lektüre.

Worum geht es: In einem ausgebrannten Wohnmobil werden die Leichen eines Ehepaars gefunden. Die Beiden waren flüchtige Bekannte von Thekla und ihrem Mann. Schnell stellt sich heraus, dass sie ermordet wurden. Weil das Ganze sich im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Tschechien zuträgt, die Mordopfer regelmäßig nach Tschechien reisten, ohne dass jemand wusste, warum und weil der deutsche Kommissar dort nicht ermitteln darf, ergreifen die drei Damen die Initiative.

Bei ihren Ermittlungen begegnen sie einem sympathischen älteren Herrn, der Wally heftig den Kopf verdreht und den Hilde nicht nur deswegen heftig verdächtigt. Bis die Täter am Ende überführt werden, gibt es noch weitere Tote, fahren die Drei über kaum befahrbare Straßen im tschechischen Grenzgebiet und geraten selbstverständlich auch in Lebensgefahr.

Die Geschichte ist mir dann doch etwas zu plump. Dazu kommt noch ein gehöriger Infodump, denn die Autorin wird nicht müde, immer wieder längere Passagen einzufügen, die sich wie ein Reiseführer lesen. Da wird ausführlich die Geschichte einer Kirche, eines Staudamms und anderer Sehenswürdigkeiten erzählt, da werden die Historien von Städten, Grenzübergängen und ähnlichem im Detail beschrieben. Wenn dies wenigstens unterhaltsam geschähe, aber leider wirkt es auf mich extrem belehrend. Das hätte man den Leserinnen ersparen können.

Alles in allem ein klassischer Krimi, mit einigermaßen sympathischen Hobbydetektivinnen, ein Genre, das ich eigentlich besonders mag. Nur hier ist der Roman nicht gänzlich gelungen.

Jutta Mehler – Mord mit Liebesperlen
emons, Juli 2022
Taschenbuch, 237 Seiten, 13,00 €


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