Elke Pistor – Tide, Tod und Tüdelkram

Beim Lesen dieses sehr unterhaltsamen Kriminalromans läuft einem ständig das Wasser im Mund zusammen – wie gut, dass man allein vom Lesen nicht zunimmt, denn dieser Krimi ist ganz schön kalorienreich und steckt voller spannender Leckereien.

Annemie Engel, ihres Zeichens höchst talentierte Konditorin, macht zum ersten Mal in ihrem Leben Urlaub. Liebe Freunde haben ihr eine Reise an die See geschenkt inklusive Eintrittskarten für ein Konzert ihres absoluten Lieblingsschlagersängers.

Doch Annemie, die von Urlauben überhaupt nichts hält und bereits am ersten Tag ihre Backstube vermisst, stolpert beim Morgenspaziergang über die Leiche des geliebten Sängers Peter Juwel. Als sie jedoch die Polizei zum Fundort führt, ist der Tote verschwunden – und steht am Abend putzmunter auf der Bühne.

Allerdings nur, um am folgenden Morgen ein zweites Mal von Annemie tot aufgefunden zu werden. Diesmal jedoch hat sie ihr Handy dabei und kann die Polizei rufen, bevor die Leiche wieder verschwinden kann. Den Polizisten im Ort kommt Annemie sehr verdächtig vor und so wird sie gleich mal verhört, so dass sie nur dank der Hilfe ihres Freundes Werner und der netten Wirtin ihres Hotels wieder freikommt.

Diesen Verdacht lässt Annemie natürlich nicht auf sich sitzen und beginnt daher, auf eigene Faust zu ermitteln, auch, weil ihr schwant, dass die Polizei ihren Vermutungen und Aussagen nicht glaubt. Nebenbei muss sie auch noch – zu ihrer großen Freude – im Café des Hotels einspringen, weil sich Sonja, die Wirtin, den Arm bricht. Schließlich taucht auch noch ihre beste, weil einzige Freundin auf und alle gemeinsam klären – natürlich – das Verbrechen auf.

All das liest sich herrlich leichtfüßig, mit viel, aber nicht zu viel Witz, mit lustigen Metaphern aus der Backstube und vor allem mit absolut liebenswerten Figuren. Annemie ist mit ihren mehr als 60 Jahren nie aus ihrer Bäckerei herausgekommen, zögert, sich auf die Beziehung mit Werner einzulassen und ist unausrottbar wahrheitsliebend, was immer wieder zu herrlich komischen Situationen führt.

Schade, dass der Verlag weder im Klappentext noch in Programm darauf hinweist, dass es bereits einen Vorgängerband gibt mit Annemie Engel als backende Schnüfflerin. Diesen hätte ich gerne vorab gelesen, gibt es doch vor allem am Anfang dieses Romans viele Hinweise auf den ersten Band, die man dann besser verstehen könnte.

Nun hoffe ich, dass es nicht bei diesen beiden Büchern mit der herrlich skurrilen Annemie als Hauptfigur bleibt, ich würde sie nämlich sehr gerne wiedertreffen. Wie immer bei Elke Pistor ist auch dieser Roman wärmstens zu empfehlen.

Elke Pistor – Tide, Tod und Tüdelkram
emons, Mai 2022
Taschenbuch, 254 Seiten, 12,00 €

Ein Kommentar zu „Elke Pistor – Tide, Tod und Tüdelkram

  1. Dieser Rezension kann ich voll und ganz zustimmen. Ich lese diesen Roman gerade mit viel Vergnüngen zur Entspannung nach -sagen wir mal- hektischen Zeiten.
    Sehr empfehlenswert für vergnügliche Lesestunden.
    Anneliese

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