Michael Pohl – Unnützes Reisewissen England und Juliane Schader & Jens Bey – Unnützes Reisewissen Deutschland

⭐⭐⭐⭐⭐

Skurril, witzig, absurd – kleine Geschichten rund um Kurioses und Überraschendes

Wie der Klappentext so richtig anmerkt: Das sind Bücher, die eigentlich niemand braucht, die aber jeder haben sollte. Beziehungsweise bei deren Lektüre sicher jeder und jede Spaß hat – mit einer winzigen Einschränkung, dazu später mehr.

Ordentlich wie es sich gehört alphabetisch sortiert erfährt man so manches Neue, manches Absonderliche, was man aus Deutschland noch nicht wusste. Wie beispielsweise, dass Deutschland mehr Opernhäuser hat als jedes andere Land, dass ein Gefängnisausbruch in Deutschland nicht strafbar ist (weil Freiheitsdrang ein natürlicher Trieb ist!), dass man im Mittelalter Verstorbene gut durchgekocht hat, um sie haltbar zu machen.

Oder wer wusste schon, dass auch Rettungswagen einen KfZ-Verbandskasten mitführen müssen, dass in Niedersachsen es einen Briefkasten auf dem Grund eines Sees gibt. Aber auch bekannte Skurrilitäten aus deutschen Landen werden in dem kleinen Buch erwähnt, wie der aus einem Scherz entstandene Gag, dass es Bielefeld gar nicht gäbe, dass einmal ein Oktopus als Fußball-Orakel in die Geschichte einging und vieles mehr.

Zwischen die einzelnen Beiträge immer mal wieder eingeschoben ein bisschen unterhaltsame Statistik, z.B. über die Anzahl der Wintergärten im Bundeskanzleramt oder die Dauer der längsten Karnevalssitzung. Zusätzlich gibt es noch ein paar Geschichten, deren Wahrheitsgehalt möglicherweise bezweifelt werden könnte – Auflösung inklusive.

Und natürlich steht der Band über das unnütze Reisewissen aus England dem in nichts nach, im Gegenteil. England und Skurrilität sind ja fast Synonyme. Dass hier dann viele der Geschichten mit den Royals zu tun haben, überrascht dabei sicher eher nicht.

Auch dieses Buch ist wieder alphabetisch aufgebaut und erzählt z.B. von der längsten Ausleihfrist eines Bibliotheksbuchs, nämlich 287 Jahre! Oder von dem kürzesten Krieg der Weltgeschichte, der nur 38 Minuten dauerte.

Weitere Geschichten berichten von dem Erfinder des berühmten Bowler-Huts, der bei uns Melone genannt wird und von diversen Eigentümlichkeiten, die oft auf ziemlich alten und nie abgeschafften Gesetzen beruhen.

Das Blättern und Lesen in diesen beiden Büchern ist sehr unterhaltsam und sorgt mindestens für reichlich vorhandenes Futter für Small Talk auf Partys. Einziger Wermutstropfen bei beiden Bänden ist die leider viel zu enge und feste Bindung der Bücher, die das Halten und Lesen erschwert und etwas anstrengend macht.

Dennoch für Liebhaber skurriler Geschichten unbedingt zu empfehlen.

Michael Pohl – Unnützes Reisewissen England

Juliane Schader & Jens Bey – Unnützes Reisewissen Deutschland

DuMont Reisen, Februar 2026
Taschenbuch, je 176 Seiten, 16,95 €

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