
Seicht, vorhersehbar, überraschungsfrei – wenig unterhaltsame Urlaubsgeschichte
Das war leider nichts für mich, auch wenn es vielversprechend und nett klang im Klappentext. Diese Geschichte war locker und leicht erzählt, aber zu altbekannt, zu oberflächlich und eben auch ohne große Überraschungen.
Worum geht es: Netti, alleinerziehend und gerade arbeitslos geworden, fährt in Urlaub. Zusammen mit ihrem alten Vater, der immer verwirrter wird und mit Giorgio. Diesem oder vielmehr dessen Tante verdankt sie die Möglichkeit des Reisens, denn sie fahren zusammen in dessen altem VW-Bus nach Italien. Giorgio zu seiner Familie und Netti hofft auf Erholung von ihrem stressigen Alltag. Ihren gerade volljährigen Sohn Luis lässt sie in Obhut ihrer im Gegensatz zur ihr erfolgreichen Schwester Ellen.
Auf der Fahrt stößt noch Giorgios Nichte Lulu zu ihnen, die Streit mit ihren Eltern hat. So gelangen alle zusammen nach Triest, wo Bruno, Nettis Vater, seinerzeit seine Flitterwochen verbrachte. Seine Frau, Nettis und Ellens Mutter, ist erst vor wenigen Monaten verstorben.
Sie besuchen etliche Plätze und auch Pensionen, die auch Bruno und seine Frau damals aufsuchten. Schließlich tauchen auch noch Ellen und Luis auf und es geht weiter wie erwartet und eben ohne viele Überraschungen.
Nettis Mutter entpuppt sich als begabte Malerin, Netti und Giorgio kommen sich näher (wer hätte das wohl erwartet?) und das Ganze nimmt seinen Lauf.
Dazu war auch leider der Schreibstil eher seicht, nicht wirklich schlecht, aber auch ohne jeden Anspruch. So las sich der Roman nicht wirklich fesselnd, irgendwann verlor ich leider ganz das Interesse am Ausgang der Geschichte und habe schließlich die Lektüre abgebrochen.
Sehr schade, denn im Ansatz hätte das gelingen können. Allerdings war mir die Geschichte auch zu ähnlich dem Roman von Kathy Biggs, den ich neulich las „Wie Schiffe auf stürmischer See“, in dem ebenfalls eine Tochter mit ihrem dementen Vater auf unerwartete Reise geht. Dieses Buch war aber wesentlich fesselnder geschrieben und hat sehr viel mehr Tiefgang.
Für Liebhaber von fluffigen, lockeren Urlaubsgeschichten ist „Andere nennen es Urlaub“ sicher das richtige Buch, für mich war es leider nichts.
Franka Bloom – Andere nennen es Urlaub
rororo, März 2026
Taschenbuch, 382 Seiten, 14,00 €