Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Marc Hofmann – Der Mathelehrer und der Tod

Rezension, 13. Februar 2021

Ein eigenbrötlerischer Deutschlehrer als Hobbydetektiv auf der Spur des Mörders eines Mathelehrers – das ist kurzgefasst die Handlung dieses Kriminalromans.

Marc Hofmann legt seinen Protagonisten eindeutig als Serienheld an, was sogar auf dem Cover so angegeben ist. Der Nachteil dieses deutlichen Hinweises ist, dass es der Spannung abträglich ist, dazu später mehr. Gregor Horvath, Alter unbekannt, feinsinniger und nach eigenem Bekunden im falschen Jahrhundert geborener Gourmet, findet eines Morgens die Leiche eines Kollegen. Als ermittelnder Kriminalbeamter taucht, welche ein Zufall, Horvaths Zwillingsbruder auf. Doch ein weiterer Doppelmord in der Innenstadt Freiburgs unterbricht die Arbeit der Polizei in der Schule, der Tod des Lehrers wird als Suizid zu den Akten gelegt.

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Mach es mit Gefühl

Blog, 11. Februar 2021

Wenn du auf einem Feldweg spazieren gehst, lässt du dann Augen, Ohren und Nase zu Hause?

Ich glaube nicht. Ich glaube, du siehst das Grün des frischen Grases, den Reiher zwischen den Ackerfurchen oder das Flugzeug am Himmel Ich behaupte, du hörst das Brummen dieses Flugzeugs, das Rattern des Mähdreschers oder das Zwitschern der Spatzen. Und ich bin mir sicher, du riechst die Gülle, die der Bauer gerade ausbringt, den Rauch, der aus dem Kamin des Bauernhauses kommt oder die Abgase des Traktors.

Richtig?

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Kerstin Sgonina – Als das Leben wieder schön wurde

Rezension, 9. Februar 2021

1954, Nachkriegszeit in Hamburg. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, manche und mancher trägt schwer an der eigenen Vergangenheit, andere vertragen sich nicht mit der neuen Zeit.  Viele Lücken sind in den Straßenzügen, wo die Bombenschäden noch nicht beseitigt sind. Nicht jeder findet eine richtige Wohnung, viele hausen in den sogenannten Nissenhütten. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, doch vor allem die jungen Menschen sind auch voller Optimismus und hochfliegenden Plänen.

In dieses Hamburg kommt die junge Greta, Anfang Zwanzig, die nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter aus Stockholm zurückkehrt in die Stadt ihrer Geburt. Sie will zu ihrem Vater, der mit seiner Frau, Sohn und Tochter hier lebt und sie will ihre Mutter finden, die seit Anfang der Vierziger Jahre spurlos verschwunden ist.

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Tea Ranno – Agata und ihr fabelhaftes Dorf

Rezension, 6. Februar 2021

Beim Lesen dieses turbulenten Romans hatte ich ständig das Gefühl, ich sehe einen dieser alten italienischen Spielfilme, wie z.B. „Don Camillo und Peppone“ – die Älteren werden sich an diese noch erinnern. Überhaupt weckte die Lektüre in mir den Wunsch, den Roman einmal verfilmt zu sehen, denn ich glaube, dann erst entfaltet er seine ganze Wirkung, erlaubt doch die visuelle Wahrnehmung eine leichtere Unterscheidung zwischen den Handelnden als nur das Lesen der Namen.

Denn bei aller Freude über diesen unterhaltsamen, liebenswerten Roman verliert man sich doch einigermaßen in dem reichhaltigen Personaltableau, das nahezu alle Bewohner des kleinen sizilianischen Dorfs, dem Schauplatz der Handlung, umfasst.

Die im Titel erwähnte Agata – entgegen meiner fälschlichen, vom Klappentext geweckten Erwartung eine junge und sehr attraktive Frau – wird völlig unerwartet zur Witwe, als ihr Mann Constanzo einem Herzinfarkt erliegt.

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Jutta Mehler – Mord mit Puderzucker

Rezension, 3. Februar 2021

Ein herziger, unterhaltsamer Krimi für ein verregnetes Wochenende – ausreichend spannend und abwechslungsreich, wenn auch ohne größeren Tiefgang.

Die drei betagten Hobbydetektivinnen Thekla, Hilde und Wally entdecken im Nationalpark Bayrischer Wald einen Toten im Tannenbaum. Dummerweise stellt sich heraus, dass der Tote der neue Lebensgefährte von Wallys Tochter Christina ist. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil die Damen grundsätzlich gerne Kriminalfälle lösen – siehe diverse Vorgängerbände der Autorin – starten die Drei ihre Nachforschungen.

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Mary Adkins – Das Privileg

Rezension, 31. Januar 2021 ~ 1 Kommentar

Das Schicksal von drei jungen Frauen steht im Mittelpunkt des Romans von Mary Adkins, deren Debüt „Wenn du das hier liest“ ich mit großem Vergnügen im vergangenen Jahr lesen durfte. Im Gegensatz zu jenem Buch ist das vorliegende sehr viel ernster.

„Das Privileg“ schildert die Ereignisse am Carter College, wo Bea und Annie ihr Studium beginnen und Stayja in der Cafeteria arbeitet. Alle drei sind gewissermaßen am Scheideweg, müssen Entscheidungen hinsichtlich ihres Lebensweges treffen, müssen sich selbst kennenlernen und müssen vor allem lernen, sich zu behaupten.

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Nienke Jos – Die Angst der Schweigenden

Rezension, 28. Januar 2021 ~ 1 Kommentar

Ein wirklich ungewöhnliches, ein gewöhnungsbedürftiges Buch. Sowohl was den Haken schlagenden Handlungsverlauf wie auch was den anfangs befremdlichen Schreibstil angeht.

Ich gestehe, während der ersten gut 100 Seiten war ich mehrere Mal versucht, das Buch wegzulegen. Es werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, aus neuen Perspektiven erzählt, ohne dass sich die Zusammenhänge erschließen. Die Protagonistin Inna ist verstörend gestört, sie spricht fast nichts, gibt, wenn reden sich nicht vermeiden lässt, einsilbige Antworten.

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Silke Heimes – Ich schreibe mich schlank

Rezension, 25. Januar 2021

Neugier und die Frage, was sich dahinter verbirgt, hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Hinter diesem Titel vermutete ich ein Sachbuch, welches sich (auch) mit dem Kreativen Schreiben befasst. Ein Missverständnis, das ich aber natürlich nicht dem Buch vorwerfen kann.

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Dieter Aurass – Jeden 3. Tag

Rezension, 22. Januar 2021

Sein historischer Kriminalroman „Rheinland-Bastard“ (Rezension hier) hatte mir ausnehmend gut gefallen, so dass ich sehr gespannt auf diesen neuen Roman von Dieter Aurass war. Und spannend ist er, keine Frage.

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Lorraine Fouchet – Pinguine bringen Glück

Rezension, 19. Januar 2021

Ein wunderschönes Buch mit einem etwas unpassenden Titel.

Der fünfzehnjährige Dom spielt nachts heimlich ein Computerspiel, als das Gerät plötzlich abstürzt. Kurz darauf stehen Notärzte und Sanitäter in der Wohnung, in der er mit seinem Vater wohnt. Doch sie können seinem Vater nicht mehr helfen. Sein Herz hat versagt. Doch wer hat die Ärzte gerufen? Dom erfährt, eine blonde Frau sei bei seinem Vater gewesen, als er starb. Wer ist sie? Sie muss im selben Haus wohnen, also muss er sie kennen.

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