Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.
Herta Müller

Nina Bach – Stadt, Land, Mann

Rezension, 16. Juni 2021

Seicht, aber süffig – so könnte man diesen flotten Liebesroman um die Freundschaft zweier junger Frauen kurz und knapp beschreiben.

Nina Bach ist das Pseudonym einer Fernseh- und Radioreporterin und deren erster Roman. In dem sie mit viel Verve, sehr humorvoll und voller Verständnis die Erlebnisse von Nathalie und Ina erzählt, zwei in Berlin lebenden Frauen Anfang Dreißig, denen ihre Freundschaft viel bedeutet.

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Anna Sólyom – Das Café der weisen Katzen

Rezension, 14. Juni 2021

Wenn man aufgrund anderer Rezensionen mit falschen Erwartungen an ein Buch herangeht, muss man sich nicht wundern, wenn man enttäuscht wird. So jedenfalls erging es mir mit diesem Erstling der in Spanien lebenden ungarischen Autorin. Denn ich hatte einen anrührenden Roman erwartet, mit Tiefgang, vielleicht ein wenig philosophisch – eine Geschichte um Katzen eben.
Doch was ich fand war ein Plot ohne viel Handlung, der vielleicht ausreichend für eine Kurzgeschichte gewesen wäre, doch keinen ganzen Roman trägt.

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Constantin Schreiber – Die Kandidatin

Rezension, 11. Juni 2021

Bei diesem Buch ist es ratsam, Inhalt und Stil getrennt zu betrachten. Denn der Plot, die Handlung und die Hintergründe der Geschichte sind ungemein fesselnd, beängstigend realistisch und professionell geschildert. Der Schreibstil allerdings gemahnt eher an einen politischen Artikel in einem Wochenblatt à la Spiegel oder Zeit als an einen spannenden Roman oder gar Thriller.

Constantin Schreiber ist ein bekannter und renommierter Journalist und Buchautor und seit einigen Monaten außerdem Sprecher bei der ARD-Tagesschau. Darüber hinaus ist er Kenner der arabischen Welt, er ist der arabischen Sprache mächtig und hat einige Jahre in der Region gelebt. Er weiß also, besser als viele andere, worüber er schreibt.

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Holly Miller – Ein letzter erster Augenblick

Rezension, 9. Juni 2021

Die ewig-gleiche Frage: möchte man den Augenblick des eigenen Todes vorher kennen? Darum geht es im Grunde in diesem tragischen Liebesroman der englischen Autorin, die damit ihr Debüt vorlegt. Was ihr durchaus gelungen ist, auch wenn mir der Roman manchmal doch ein wenig zu rührselig war.
Joel, von Beruf Tierarzt und Mitglied einer großen, ganz normalen Familie, hat Träume. In diesen Träumen sieht er Ereignisse voraus, Dinge, die Menschen, die ihm nahestehen, geschehen werden.

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Julietta Henderson – Norman Formans Weg zum Ruhm

Rezension, 7. Juni 2021 ~ 1 Kommentar

Jax sagt, wenn man nicht weiß, wohin man will, weiß man nie, wann man da ist, und dagegen kannst du nichts sagen, Normie Boy.“ (S. 17)

Jax ist tot. Der Rolls-Royce unter den besten Freuden. Jetzt muss Norman seine Karriere als Comedy-Star allein beginnen, ohne Jax, der doch der tragende Partner in ihrem Duo war.

Norman Foreman ist zwölf Jahre alt, höflich, zurückhaltend, am ganzen Körper von Schuppenflechte geplagt und auf dem Weg, ein gefeierter Comedian zu werden – hofft er. Norman und sein Freund Jax haben einen Fünf-Jahres-Plan geschmiedet und besiegelt, als sie zehn waren. Mit fünfzehn wollen sie zum berühmten Fringe-Festival nach Edinburgh.

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Julia Cameron – Von der Kunst des kreativen Schreibens: Der Weg zum inspirierten Schriftsteller

5. Juni 2021

Ob Julia Cameron tatsächlich die Erfinderin der Morgenseiten ist, weiß ich nicht. In jedem Fall ist ihr Name für mich stets mit dieser Methode verbunden. Morgenseiten schreiben ist in den Augen der Autorin von Romanen und Drehbüchern ein erster großer Schritt hin zum kreativen Schreiben.

In ihrem 1998 in den USA erschienenen Buch hilft Julia Cameron all denen, die dies wollen, schreibend die Welt zu erobern (so auch der Titel des ersten Kapitels). In ihren Augen geht es nur darum, zu verstehen, was Schreiben wirklich ist. Wer dies erkennt und diese Erkenntnis umzusetzen lernt, demjenigen wird die Inspiration widerfahren. So in etwa könnte man die Anschauung dieser Autorin zusammenfassen, jedenfalls habe ich sie für mich so verstanden.

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Guillermo Martinez – Der langsame Tod der Luciana B.

Rezension, 4. Juni 2021

Schon die beiden im letzten Jahr erschienenen Kriminalromane des argentinischen Autors haben mir sehr gut gefallen. Doch dieser neue toppt die anderen sogar noch. Die Erzählweise, die altmodisch-fesselnde Handlungsstruktur, die geheimnisvollen Figuren – all das passt perfekt und ergibt einen hochspannenden Krimi.

Der Ich-Erzähler ist Schriftsteller, noch am Anfang seiner Karriere. Als er wegen eines gebrochenen Arms eine Schreibkraft einstellen muss, engagiert er die junge Luciana, Studentin und normalerweise für den berühmten Kriminalschriftsteller Kloster tätig.

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Roxanne Bouchard – Der dunkle Sog des Meeres

Rezension, 2. Juni 2021

Eine junge, an Depressionen leidende Frau reist in einen entlegenen kanadischen Küstenort. Dort will sie Frieden und ihre Mutter finden. Doch dann wird eine weibliche Leiche im Meer geborgen – eben ihre Mutter.

Ein älterer, Mid-life-Krisengeplagter Kommissar siedelt in diesen Küstenort um, wartet auf seine Frau, die später nachkommen will. Er wird, obwohl eigentlich im Urlaub, mit den Ermittlungen hinsichtlich der im Meer gefundenen Frauenleiche beauftragt.

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Harry Kämmerer – Oh, Mama

Rezension, 31. Mai 2021

Ein witziger, leider aber nicht neuer Plot um einen nicht erwachsen werden wollenden Sohn, der es sich unter den Fittichen der Mama bequem eingerichtet hat. Auch Romane in Tagebuchform gibt es immer mal wieder, wenn sie in früherer Zeit auch sicher häufiger vorkamen. Der Münchner Autor legt hier nun eine moderne Variante vor – ein Zweier-Tagebuch sozusagen, berichten doch abwechselnd Mutter und Sohn.

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H.K. Anger – Camping mit Todesfolge

Rezension, 28. Mai 2021

Acht Jahre, nachdem ihr Mann von einer Geschäftsreise nicht zurückkehrte, fährt seine Witwe noch einmal mit ihrem Oldtimer-Reisemobil an den Ort, an dem er ihr einst den Heiratsantrag machte und wo sie jedes Jahr einige Urlaubstage verbrachten. Kathrin möchte endgültig Abschied nehmen, obwohl sie noch immer heftig um ihren Peter trauert, der inzwischen für tot erklärt wurde.

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