Lutz van der Horst – Konfettiblues

⭐⭐

Ein Roman, den man nicht gelesen haben muss

Wenn jemand, der bereits populär und bekannt ist, ein Buch schreibt, verkauft es sich meist wie von selbst. Da ist es eher zweitrangig, ob der Roman gut geschrieben ist und die Handlung interessant.

Lutz van der Horst, man kennt ihn u.a. aus der „Heute-Show“ ist Comedian und so liegt es nahe, dass er auch einen komischen Roman schreibt. Den der Untertitel als Liebesroman ausweist. Was er durchaus auch ist, handelt er doch von Max, einem verhinderten Comedian, der verzweifelt Engagements sucht und eben auch die Liebe.

Max definiert sich selbst als bi-sexuell, er liebt sowohl Männer wie Frauen. Als er sich jedoch in den Japaner Yuma zu verlieben glaubt, wird daraus erstmal nichts. Gleichzeitig vertreibt sich Max die Zeit mit häufigen Treffen mit seinen Freunden Markus, Danny und vielen anderen, die sich vornehmlich in Clubs einfinden, reichlich Alkohol konsumieren und auch die eine oder andere Droge.

Zwischendurch bewirbt sich Max mit selbstentworfenen Comedy-Programmen bei verschiedenen Sendern oder Veranstaltungen, mit eher wenig Erfolg. Damit wäre die Handlung auch schon so ziemlich zusammengefasst, denn viel mehr passiert nicht in diesem Roman.

Der vor allem durch viel Humor besticht, welcher jedoch eher seicht, um nicht zu sagen, sehr flach daherkommt. Die Witze, die oft seitenlangen und eher sinnleeren Dialoge schrammen meist nur haarscharf am kalauerhaften vorbei, die Pointen sind vorhersehbar und wenig überzeugend.

Max ist eine recht sympathische Figur, wie auch manche seiner Freunde, auch wenn diese viele Klischees auf sich vereinen. Überhaupt ist die ganze Geschichte eher ein Klischee, die Emotionen sind nicht wirklich fühlbar, die Charaktere, wiewohl einigermaßen lebendig, recht inhaltsleer, ihnen fehlt ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Profil.

Wer sich am Ende für Max als die große Liebe entpuppt, bleibt lange verborgen und das ist auch ganz gut dargestellt. Immerhin, diese Pointe gelingt. Derweil fragt man sich bei der Lektüre die ganze Zeit, wo die fiktive Figur Max aufhört und wo Lutz beginnt.

Alles in allem ist das ein netter, auch mal unterhaltsamer Roman, den man aber nicht gelesen haben muss.

Lutz van der Horst – Konfettiblues
Droemer, November 2025
Taschenbuch, 286 Seiten, 18,00 €

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