Ruth Hogan – Das Haus der glücklichen Träume

⭐⭐⭐⭐

Wohlfühlroman mit viel Zuckerguss und ein paar Nüssen

Es ist die Art von Geschichte, die ich mag: Völlig unterschiedliche Menschen werden vom Zufall zusammengewürfelt und bilden eine Gemeinschaft voller Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Solidarität. Da darf es ruhig ein wenig süßlich und kitschig werden, da darf der Zufall vielleicht ein bisschen zu oft zuschlagen, das macht nichts, denn solche Romane tun der Seele einfach gut.

Im Mittelpunkt dieses Romans von Ruth Hogan steht Venetia, frisch verwitwet, gut situiert und weit über Siebzig. Hier fehlt nicht das Klischee des besorgten Sohns, der seiner alten Mutter nicht mehr zutraut, allein zu leben. Doch Venetia ist tough und lässt sich weder umsorgen noch zieht sie sich aufs Altenteil zurück. Ein Zugeständnis macht sie jedoch und engagiert eine Hilfe, mehr Assistentin als Haushälterin.

So zieht Liberty bei ihr ein, die gerade ihre Mutter verlor und nicht das erhoffte Erbe erhielt. Ein weiteres neues Mitglied der Wohngemeinschaft ist Colin Firth, ein Schäferhund, den Venitia quasi adoptiert. Und schließlich schlüpft auch noch ihr Enkel Kite bei ihr unter, dessen Eltern beruflich für längere Zeit ins Ausland gehen.

Durch diverse Umstände und die erwähnten Zufälle gerät Venetia in Kontakt mit einem Verein, der Obdachlose betreut und dies in einem Gebäude, in welchem sich ein ehemaliger Ballsaal befindet. Das weckt in ihr versunkene Erinnerungen, war sie doch als junge Frau Tanzlehrerin in genau so einer Art Saal.

Es kommt, wie es kommen muss, Venetia will den Saal kaufen. Dass das einige Aufregung, diverse Schwierigkeiten und Probleme verursacht, die gemeinsam bewältigt werden müssen, ist klar und gehört zu dieser Art Geschichten. Genauso wie die Wiedererweckung alter Liebe und das Happy End. Vieles ist ein bisschen arg zuckrig, manches vorhersehbar, anderes wiederum sehr lustig oder auch sehr spannend.

Insgesamt eine Geschichte, die viel Spaß macht, ohne den Anspruch zu haben, hohe Literatur zu sein. Der Schreibstil ist simpel ohne langweilig zu werden. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, bieten dabei zwar nichts überragend neues, sind aber sympathisch und halbwegs authentisch.

Für Liebhaberinnen dieser Art von Geschichten absolut zu empfehlen.

Ruth Hogan – Das Haus der glücklichen Träume
Originaltitel: The Phoenix Ballroom
aus dem Englischen von Thomas Mohr
Goldmann, August 2026
Taschenbuch, 431 Seiten, 14,00 €

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