Kristen Perrin – Das Mörderarchiv: Tante Frances hat kein Herz für Mörder

⭐⭐⭐⭐

Ein alter und ein neuer Mord, Tante Frances‘ Nichte klärt auf

Ein neuer Band in einer netten Krimireihe, die auf dem Archiv einer Frau aufbaut, die bereits im ersten Band verstarb. Ihre Nichte und Erbin findet in besagtem Archiv immer wieder Hinweise auf vergangene Verbrechen – die, welch Wunder, mit aktuellen Morden in Zusammenhang stehen.

Erzählerin der Romane ist jene Nichte Annie, die, nachdem sie den Mord an Tante Frances im ersten Band aufklären konnte, deren Anwesen und Besitz geerbt hat. Annies Mutter, eine mehr oder weniger begabte Malerin lebt in London. Dort nun findet Annie in deren Mülltonne eine Leiche. Es handelt sich um eine Kunststudentin, die bei Annies Mutter lebte und lernte.

In einem parallelen Erzählstrang lesen wir in Frances‘ Tagebuch aus den Tagen ihres Studiums. Dort begegnet sie der beeindruckenden Vera und ihrem Bruder Max. Doch Frances durchschaut die Machenschaften und Beeinflussungen der Beiden, auch mit Hilfe ihres späteren Ehemannes Ford. Aber dann wird Vera ermordet und Frances gerät in Verdacht.

Annie nun im Heute gelingt es natürlich mit der Zeit, sowohl den damaligen wie den aktuellen Mord aufzuklären. An ihrer Seite wieder Kommissar Crane, der diesmal auch persönlich in den Fall verstrickt ist.

Die Geschichte ist ungemein verwickelt, viele Figuren treten auf und wieder ab, kaum jemand ist, wofür man ihn oder sie hält. Die ständigen Perspektiv- und Zeitwechsel zwischen Annie und Frances verwirren zusätzlich. Die Tagebucheinträge wirken eher nicht wie solche, so schreibt niemand Tagebuch. Es ist schlicht eine Methode, zwei Zeitebenen darzustellen.

Das Ganze ist nicht sehr spannend und es dauert ziemlich lange, bis die Story wirklich Fahrt aufnimmt. Die Vorgeschichte, insbesondere die Erlebnisse von Frances, nimmt sehr viel Raum ein, wird recht langatmig erzählt.

Die Protagonistin Annie ist jedoch ungemein sympathisch, sie stellt sich nicht immer sehr geschickt an, tritt in manches Fettnäpfchen und nicht immer sind ihre Handlungen und Schlussfolgerungen schlüssig oder nachvollziehbar.

Dennoch macht der Roman Freude, ließt sich flüssig und ist nie langweilig, wirklich fesselnd allerdings eben auch nicht. Ob es eine weitere Fortsetzung braucht, ob die Geschichte rund um das Archiv der Tante nun nicht inzwischen auserzählt ist, nicht mehr viel hergibt, ist die Frage. Lesen würde ich einen weiteren Band aber sicher und das gerne.

Kristen Perrin – Das Mörderarchiv: Tante Frances hat kein Herz für Mörder
Originaltitel: How To Cheat Your Own Death
aus dem Englischen von Susann Rehlein
Rowohlt Polaris, Juni 2026
Taschenbuch, 380 Seiten, 18,00 €


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