Josephine Cantrell – Als die Tage leiser wurden

Ein herzzerreißender Liebesroman, der in London und in Deutschland spielt, geschrieben von einer deutschen Autorin.

Cecelia, eine junge Frau, leitet zusammen mit ihrer Freundin ein Café in London. Stammgast ist dort neuerdings ein junger Mann, dem sie mit der Zeit immer näher kommt, so dass die Beiden schließlich ein Paar werden. Doch dann findet sie Erschütterndes über ihn heraus, was wiederum dazu führt, dass sie noch Dramatischeres über sich selbst erfährt.

Cecelia hat vor kurzem ihren Vater verloren, der ihr einen Brief hinterließ, den er aber nicht zu Ende schrieb. Durch ihre Beziehung zu Lukas kommt das Geheimnis ihres Vaters ans Licht, welches gleichzeitig das Geheimnis von Lukas ist.

Wie sie darauf reagiert, wie sie daraufhin agiert, das ist mir zu kitschig, zu rührselig beschrieben, in meinen Augen auch weder aus ihrer Vorgeschichte noch aus ihrem Charakter nachvollziehbar. Ein bisschen mehr Biss, mehr Konfrontation hätte hier nicht geschadet. Ohne zu spoilern, lassen sich hier in der Rezension keine Beispiele für das anführen, was mich gestört hat, denn es hat mit dem zu tun, was Cecelia herausfindet.

Ein paar Nebenfiguren geben etwas Farbe in diesem ansonsten ziemlich düsteren Roman, der auch stilistisch kein besonderes Highlight ist. Die Dialoge sind hölzern, die Hauptfiguren flach und wenig ausgearbeitet, recht klischeehaft geschildert und nicht sehr lebendig.

Das ist schade, denn die Grundgeschichte hätte charmant und unterhaltsam, vor allem aber im Hinblick auf das Hintergrundthema auch interessant sein können. So wurde sie vor allem reichlich schmalzig.

Josephine Cantrell – Als die Tage leiser wurden
Tinte & Feder, Januar 2022
Taschenbuch, 347 Seiten, 9,99 €

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