Petra Hammesfahr – Nach dem Feuer

Man kennt Petra Hammesfahr als erfolgreiche und erfahrene Autorin spannender Kriminalromane. Dabei nimmt sie sich in der Regel eines besonderen Themas an, welches neben dem vordergründigen Kriminalfall in ihren Büchern eine weitere Hauptrolle spielt. Mit dem vorliegenden Roman allerdings hadere ich.

Der Fall dreht sich um einen verstörten Jugendlichen, der von der Polizei schwer verletzt aus einem brennenden Wohnmobil gerettet wird. Die Kriminalbeamten versuchen sowohl den Halter des Fahrzeugs wie auch Verwandte des Jungen zu finden. Dabei stoßen sie in tiefe menschliche Abgründe vor.

Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und auf unterschiedlichen Zeitebenen. Dabei haben mich die Passagen aus der Perspektive des Jungen am meisten fasziniert, denn der Autorin gelingt ein ergreifendes Abbild seiner verletzten Psyche und seiner Wahnvorstellungen. Hier dringt sie ganz tief ein in seine Gedanken und seine Interpretation der Welt um ihn herum.

Auf den anderen Perspektiven und Erzählebenen jedoch funktioniert weder Spannung noch Plot. Vor allem ist das Personaltableau völlig überladen, jeder einzelne Mitarbeiter jeder einzelnen Polizeidienststelle wird ausgiebig vorstellt mit Namen, Familienverhältnissen und all seinen privaten Problemen. Die Szenen sind zu lang um die Spannung aufrecht zu erhalten, zu viele Figuren tauchen auf. Zu viele Figuren, die meiner Meinung nach für die Handlung unbedeutend sind und höchstens eine Randbemerkung verdient hätten. Dabei wird zu oft und zu plötzlich von einer Szene in die nächste gewechselt, so dass die Leserin Mühe hat, die neu hinzugekommenen Charaktere zuzuordnen.

Kurzum, der Roman hat mich, die ich bislang durchaus jeden neuen Roman von Petra Hammesfahr mit Ungeduld erwartet hatte, einigermaßen enttäuscht. Daran ändert leider auch das sicher wirklich interessante Hintergrundthema nichts.

Petra Hammesfahr: Nach dem Feuer
Diana, August 2020
Gebundene Ausgabe, 463 Seiten, 20,00 €

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