Blake Snyder – Rette die Katze! Das ultimative Buch übers Drehbuchschreiben

Rezension, veröffentlicht am 9. November 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Sachbuch Schreibtipp Werkzeugkasten

Die Gesetze des Blake Snyder! Wer braucht noch etwas anderes, um schreiben zu können. Nachdem ich dieses ultimative Buch nun endlich gelesen habe, verstehe ich, warum all die anderen Autoren und Autorinnen von Ratgebern über das Kreative Schreiben aus dem Buch von Blake Snyder zitieren und jedem und jeder raten, sich an seine „Gesetze“ zu halten.

Das Buch ist im Original 2005 erschienen und wurde in diesem Jahr vom Verlag in neuer Ausgabe herausgebracht. Blake Snyder, der bereits 2009 verstarb, ist ein in den USA bekannter Drehbuchautor, der hier all seine Tricks offenbart und das auf unnachahmliche Weise. Sein Stil ist so munter, humorvoll, selbstironisch und flott, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Und das ist für einen Ratgeber ja doch eher ungewöhnlich.

Dabei ist unbedingt festzuhalten und zu unterstreichen, dass all seine Tipps und Anregungen eins zu eins übertragbar sind auf das Schreiben von Romanen und Geschichten. Diese Tricks funktionieren nicht nur bei Drehbüchern. Natürlich hat man manches oder vieles auch schon anderswo gelesen – und ich habe wirklich viele Ratgeber übers Schreiben gelesen – aber noch nie fand ich alles so klar und leicht verständlich, so nachvollziehbar und nachahmbar, so herrlich frisch und locker formuliert.

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Roberta Allen – Short Shortstorys schreiben

Rezension, veröffentlicht am 1. November 2020 in der Kategorie Sachbuch Schreibtipp Werkzeugkasten

Ein sehr empfehlenswerter Ratgeber für Kreatives Schreiben, nicht nur für Anfänger hält das Buch von Roberta Allen viele interessante Anregungen und Tipps parat.

Die Autorin, die an der New York School for Social Research und bei The Writer’s Voice als Dozentin lehrt, greift viele Beispiele berühmter Kurz- und Kürzestgeschichten auf, um zu zeigen, dass es nicht immer Romane oder längere Erzählungen sein müssen. Und sie bringt außerdem Beispiele aus ihrer Lehrtätigkeit, Texte ihrer Schüler und Schülerinnen, mit denen sie ausgiebig ihre Methoden geübt hat.

Roberta Allen beginnt mit einer Einführung in das Thema Kurzgeschichte, schildert die Vielfalt dieser Gattung und erläutert dann deren Bestandteile. Diese sind im Grunde die gleichen wie die, die ein Autor zum Verfassen eines Romans anwendet, dennoch muss bei einer Kurzgeschichte auf bestimmte Eigenarten geachtet werden. Und dann zeigt sie die Unterschiede der verschiedenen Arten von Kurzgeschichten, wie beispielsweise die Geschichte, die ein Einzelereignis erzählt. Eine andere Art von Geschichte ist diejenige, in der die Zeit verdichtet ist oder die, in der eine Gemütsverfassung geschildert wird.

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Die Augen deiner Heldin

Schreibblog, veröffentlicht am 26. Oktober 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten ~ 1 Kommentar

Wie wichtig sind Beschreibungen in einem Roman für dich? Wie sehr magst du sie? Und, Hand aufs Herz, liest du die Beschreibungen tatsächlich immer Wort für Wort? Ich bin mal ehrlich: ich überfliege sie oft nur, wenn sie mir zu lang, zu detailliert sind.

Tschechows Pistole

Und wie wichtig sind Beschreibungen für den Roman? Ganz bestimmt kennst du Tschechows Pistole? Anton Tschechow sagte, wenn du am Anfang einer Geschichte eine an der Wand hängende Pistole erwähnst, muss diese irgendwann im Laufe der Handlung eine Rolle spielen.

Übertragen auf mein heutiges Thema heißt das: jede Beschreibung einer Person oder eines Settings, die du in deinem Roman bringst, muss irgendeinen Bezug zur Handlung haben. Meines Erachtens kann man das sogar noch ergänzen um das Wort entscheidend, denn ich glaube, nur das, was für die Handlung eine entscheidende Bedeutung hat, sollte auch beschrieben werden. Und das darf dann auch gerne detailliert sein.

Wenn es also für deinen Roman wichtig ist, dass die Protagonistin Augen so groß wie Untertassen hat, dann erwähne es. Ansonsten kannst du Form, Farbe und Größe ihrer Augen gerne der Fantasie deiner Leserinnen überlassen. Ich zumindest möchte mir selbst ausmalen, wie die Figuren in dem Roman, den ich gerade verschlinge, aussehen. Wenn ich mir die Heldin mit langen blonden Haaren vorstelle, empfinde ich es als sehr störend, wenn mir dann auf Seite 237 plötzlich erzählt wird, dass sie kurze graue Locken hat.

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Ein Name für das Kind

Schreibblog, veröffentlicht am 30. September 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten ~ 2 Kommentare

Wie hältst du es mit Namen? Klar, ich meine nicht die Namen, die du deinen vielleicht noch ungeborenen Kindern geben möchtest. Ich rede von den Namen deiner Figuren, der Personen in deiner Geschichte, deinem Roman. Welche Bedeutung haben diese Namen für dich? Und wie suchst du sie aus?

Wie stets gehen ja auch hier die Meinungen auseinander. Ich habe schon viele Autoren sagen hören, dass sie viel Zeit und Schweiß in die Suche nach dem passenden Namen für ihren Protagonisten, für ihre Antagonistin stecken. Und andere? Denen scheinen entweder die Namen, die sie ihren Charakteren geben, einfach so zuzufliegen oder sie sind ihnen schlicht egal.

Es gibt so viele Aspekte, die bedacht werden wollen bei der Auswahl des Namens. Und schließlich müssen wir auch noch immer mindestens zwei Namen finden, Vornamen und Zunamen.

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Jesse Falzoi – Creative Writing / Texte und Bücher schreiben / Der neue Kreativ-Schreiben-Kurs in 16 Lektionen

Rezension, veröffentlicht am 24. September 2020 in der Kategorie Sachbuch Schreibtipp Werkzeugkasten

Es fasziniert mich immer wieder, wie weit voraus die Amerikaner uns sind, wenn es um das Studium des Kreativen Schreibens geht. Nicht nur, dass man dieses Fach in den USA an vielen Orten studieren kann, bei uns hingegen ist es eher ein sehr selten angebotenes Studienfach. Sondern auch, weil die Qualität der Lehre und offensichtlich auch der Lehrenden dort unglaublich hoch ist (oder sein muss). Ein Symptom dafür ist ja ganz sicher die Menge an amerikanischer Literatur, die bei uns auf dem Buchmarkt monatlich erscheint. Und ein weiteres ist das hier vorliegende Buch von Jesse Falzoi. Denn die Autorin dieses Kurses in 16 Lektionen hat in den USA Creative Writing studiert. Und das merkt man beim Lesen ihres Buches auf jeder einzelnen Seite. Ihr Buch hat mich genauso begeistert wie ein weiteres, das auf dem Studium in den USA aufbaut, nämlich „Romane und Kurzgeschichten“ von Alexander Steele, ebenfalls im Autorenhaus Verlag erschienen.

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Wozu schlechte Bücher lesen?

Schreibblog, veröffentlicht am 8. September 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Schlechte Bücher, gibt es die überhaupt? Nun ist das ja zuallererst eine Geschmacksache. Das fällt mir immer besonders dann auf, wenn Bücher auf Buchpreis- und Bestsellerlisten erscheinen, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen konnte. Die mich gelangweilt haben oder schlimmer noch, genervt haben, weil sie schlecht aufgebaut waren, die Figuren blass und ungenügend ausgearbeitet waren, kurzum der ganze Roman nicht funktioniert hat. Bestsellerlisten sind aber nun mal was der Name sagt: sie richten sich ausschließlich nach den Verkaufszahlen. Und wenn wir ehrlich sind, wissen wir alle, dass wir nicht jedes gekaufte Buch auch lesen. Also sagen diese Listen überhaupt nichts aus über die Güte des Romans, die Qualität des Inhalts oder über die Fähigkeiten der Autor*innen. Und bei Buchpreisen?

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Zuerst kommt der Mörder

Schreibblog, veröffentlicht am 22. August 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Schreibtipp Werkzeugkasten

James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt

Als großer Fan von James N. Frey und seinen Büchern zum Kreativen Schreiben ist es natürlich selbstverständlich, dass auch ich als Nicht-Krimiautorin dieses, von emons neu aufgelegte Buch des bekannten Autors lese. Dabei darf man den Untertitel nicht unterschlagen „Von der Inspiration bis zum fertigen Manuskript: eine schrittweise Anleitung“.

Und genau das ist dieses Buch: eine detaillierte, umfangreiche und für angehende Krimiautor*innen meines Erachtens unverzichtbare Anleitung zum Schreiben eines spannenden und von Anfang bis Ende durchdachten Kriminalromans. Besonders interessant war für mich eines der ersten Kapitel, in dem der Autor die Gründe nennt, warum Menschen so gerne Krimis lesen. Dabei zitiert er andere Fachleute und Autoren, die z.B. diese Gründe nennen: der Nervenkitzel, die Befriedigung, den Übeltäter bestraft zu sehen, die Identifikation mit dem Helden und schließlich das Gefühl, die Geschichte spiegele die Realität wieder. Insbesondere über letzteres ließe sich sicher streiten, aber das muss jede*r für sich selbst hinterfragen.

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Was ich nicht weiß

Schreibblog, veröffentlicht am 30. Juli 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Für diesen Blogbeitrag habe ich wie immer vorher recherchiert. Das schien mir diesmal auch besonders angeraten. Denn diesmal geht es um das Thema Recherche.

Wie hältst du es mit Recherchen? Blendest du das komplett aus und schreibst grundsätzlich nur über Themen, in denen du dich selbst bestens auskennst? Und wie viel Recherche ist angebracht für deinen Roman bzw. deine Kurzgeschichte? Hier schon mal die beste (und vermutlich am wenigsten hilfreiche) aller Antworten: so viel wie möglich, aber nicht mehr als nötig.

Wo, wie, wann?

Recherchierst du ausschließlich online und vertraust Wikipedia & Co. blind? Suchst du Rat auf die konservative Weise und besuchst Bibliotheken? Oder kennst du zu deinen Themen, über die du schreibst, jeweils den allwissenden Experten oder die bewanderte Expertin?

Ist es dir peinlich, jemanden anzusprechen und um Auskunft zu einem Thema zu bitten? Die meisten Menschen reden gern über Dinge, die ihnen wichtig sind, Fähigkeiten, die sie beherrschen oder Kenntnisse, die sie haben. Daher werden sich vermutlich die wenigsten Experten, die du zu einem Thema befragen möchtest, dem verweigern. Wenn, dann aus Zeitgründen, nehme ich an. Oder – aber das ist doch sicher eine seltene Ausnahme – weil sie etwas zu verbergen haben.

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Viel hilft viel?

Schreibblog, veröffentlicht am 16. Juli 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Schreibtipp

Ich erinnere mich an eine Episode aus unserer Familiengeschichte, lang ist’s her. Mein Neffe, damals vier oder fünf Jahre alt, erwachte nach einer Familienfeier recht zeitig am nächsten Morgen. Deswegen wurde er von den Altvorderen besorgt gefragt, ob er denn gut geschlafen habe und ob der Schlaf nicht ein wenig kurz gewesen sei. Daraufhin der Knirps – O-Ton: „Qualität entspricht nicht immer der Quantität“. Das darauffolgende verdatterte Schweigen der Erwachsenen kannst du dir bestimmt vorstellen.

Warum erzähle ich das? Weil mich diese Frage immer mal wieder umtreibt: Sind Qualität und Quantität ein Widerspruch? Schließt das eine das andere aus? Sind Autoren, die quasi im Minutentakt neue Kurzgeschichten oder gar Romane raushauen, die zu jedem Thema etwas zu erzählen haben und deren Texte vielleicht auch noch jedes Mal das Zeichenlimit ausreizen, sind diese Schriftsteller automatisch die schlechteren Schreiber? Und sind solche Autoren wie zum Beispiel Donna Tartt, die nur etwa alle zehn Jahre ein neues (zugegeben meistens echt gutes) Buch veröffentlicht, dann im Umkehrschluss grundsätzlich die besseren Schriftsteller?

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Vom Standpunkt des Betrachters

Schreibblog, veröffentlicht am 17. Juni 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Gerade las ich einen hochspannenden Roman – Rezension folgt in Kürze – geschrieben aus der Perspektive eines Ich-Erzählers. Dadurch ist die Leserin sehr nah an, ja quasi in dem Protagonisten, sieht was er sieht, fühlt was er fühlt. Der Autor erreicht damit meiner Meinung nach die höchstmögliche Empathie bei seinen Leser*innen. Allein diese Form der Erzählweise hat ein großes Manko: Die Handlung kann nur aus der Sicht einer Person erzählt werden, d.h. nur das, was der Ich-Erzähler selbst erlebt oder ggf. berichtet bekommt, kann in dem Roman geschildert werden. Und genau das war das Problem in dem oben erwähnten Buch, das ich gerade verschlungen habe: es gab drei Protagonisten, die logischerweise nicht ständig zusammen waren und somit erlebte jede*r eigene „Abenteuer“. Diese wurden detailliert und wie gesagt hochspannend erzählt, ohne dass der Ich-Erzähler dabei gewesen wäre. Die Leserin muss sich also quasi dazu denken, dass die beiden anderen Protagonisten dem „Ich“ von ihren Erlebnissen berichtet hatten und er sie nun also nacherzählt.

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