Peter-André Alt: Jemand musste Josef K. verleumdet haben – Erste Sätze der Weltliteratur und was sie uns verraten

Am Beginn jeder Erzählung steht ein Verführungsversuch. (S. 10) Wie wahr dieser erste Satz des Buchs von Peter-André Alt ist. Denn was ist es, das uns dazu verführt, ein Buch zu kaufen? Das Cover, der Titel und? Genau, der erste Satz. Wenn er uns nicht überzeugt, nicht verführt, wenn er uns nicht hineinzieht in das Buch, dann hat es schon verloren und wir lassen es in der Buchhandlung zurück. Peter-André Alt ist Literaturwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Er hat u.a. Bücher über Schiller, Kafka oder Freud veröffentlicht. Und nun schreibt er über erste Sätze der Weltliteratur. Er zitiert fast 250 erste Sätze, von Homer über Goethe, Poe, Twain, Grass, bis Patrick Süßkind, Michel Houellebecq, Paula Hawkins. Er analysiert, wie sich die ersten Sätze über die Jahrhunderte verändert haben, was damals und was heute ihre Absicht, ihre Intention ist.

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Wie sag ich’s ihm?

Kritik ist ja bekanntlich so eine Sache. Sie kann sehr weh tun, sie kann alles noch schlimmer machen, ja, sie kann Beziehungen und Freundschaften zerstören. Aber Kritik kann auch helfen, weiterbringen, konstruktiv sein. Worauf es ankommt, ist dabei nicht nur der Inhalt der Botschaft, sondern wie sie überbracht wird. Also ist die entscheidende Frage: wie sag ich’s ihm.

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Reden wir drüber

Bist du abergläubisch? Ich schon. Also nicht so, dass ich vor jeder schwarzen Katze Angst hätte (wäre ja auch blöd, wo eine mich bei sich wohnen lässt und grade neben meiner Tastatur liegt). Aber doch so, dass ich daran glaube, dass man zum Beispiel Unglück herbeireden kann. Also so nach dem Motto: „Beschrei es nicht!“ Oder dass es Unglück bringt, über etwas zu reden, bevor es spruchreif ist.

Und das wäre doch der Fall, würde ich der ganzen Welt kundtun, dass und was ich schreibe. Oder? Oder würde das vielleicht sogar eher Glück bringen?

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Ist Chaos kreativ?

Neulich hatte ich Besuch und der „besichtigte“ auch mein Schreibzimmer. Kommentar: „Bei dir ist aber ordentlich, so aufgeräumt.“
Irgendwie klang das in meinen Ohren vorwurfsvoll, oder doch zumindest verwundert. Warum? Muss es immer chaotisch aussehen auf dem Schreibtisch eines kreativen Menschen?
Also ich kann in Chaos nicht schreiben. Übrigens auch nicht arbeiten, also im Büro bei meinem Brotberuf. Deswegen glaube ich, dass das doch etwas sehr Individuelles ist. Die eine braucht Chaos, der andere die Ordnung.
Wie aber Ordnung halten beim Schreiben? Ordnung in den Gedanken, in den Ideen, den Notizen und den Entwürfen?
Nun, für ihre Gedanken ist jede Autorin selbst verantwortlich, die nötigen Schubladen und Fächer sollten deutlich beschriftet sein 😉

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Stephan Waldscheidt: Die Stimme

Ein weiterer wichtiger Ratgeber, der sich nahtlos an den kurz zuvor herausgegebenen Titel „Der Erzähler“ anschließt. Ein Sachbuch, das sich eines sehr spezifischen Themenbereichs des Kreativen Schreibens annimmt: den Stimmen von Autor, Erzähler und Charakteren.

Auch dieses, das neueste Buch von Stephan Waldscheidt, ist vor allem für fortgeschrittene Romanautoren geeignet. Sich der eigenen, der Autorenstimme, bewusst zu werden, zu lernen, sie von der Stimme des Erzählers unterscheidbar zu machen und darüber hinaus die Stimmen der Charaktere des Romans individuell zu gestalten, das erfordert Erfahrung, viel Selbsterkenntnis und Üben, Üben, Üben.

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Stephan Waldscheidt: Der Erzähler

Jedes Wort, das der Leser in Ihrem Roman liest, kommt vom Erzähler (Seite 12). Wenn sich das doch mehr Autoren zu Herzen nehmen würden. Dann würde auch manche Rezension positiver ausfallen.

Ich gestehe, ich bin ein großer Fan der Sachbücher von Stephan Waldscheidt, die sich alle mit dem Thema Kreatives Schreiben befassen. Stephan Waldscheidt hat bereits etliche Bücher über verschiedene Aspekte des Kreativen Schreibens veröffentlicht. Außerdem schreibt er in entsprechenden Zeitschriften, Foren und Blogs. Unter verschiedenen Pseudonymen verfasst er Romane und Thriller.

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Wie geht kurz?

Was macht eigentlich eine Kurzgeschichte aus? Woran erkenne ich eine Kurzgeschichte, wodurch unterscheidet sie sich von, zum Beispiel, einem Bericht, einem Essay oder einem inneren Monolog? Ich habe jetzt nicht vor, hier eine wissenschaftliche Abhandlung zu schreiben. Soweit ich mich erinnern kann, lernt man sowas in der Schule.

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Einfach nur sagen

„Jemand versucht einzubrechen!“, erschrak Elisabeth.
„Wir machen auf keinen Fall die Tür auf“, beschloss Christine und fing an zu zittern.
„Hör auf, Martin! Sag so etwas nicht.“, fing Elisabeth noch mehr an zu zittern.
„Der ist wirklich verrückt.“, kicherte Elisabeth.
„Was hast du denn die ganze Woche gemacht?“, schaute Martins Mutter ihren Sohn neugierig an.

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Wo ist meine Ecke

Wenn du eine Buchhandlung betrittst, in welche Ecke strebst du? Welches Regal zieht dich magisch an? Die Thriller, mit den dunklen, oft blutbefleckten Covern? Die Krimis mit den Titeln in großen Lettern? Oder die „Frauenliteratur“, mit den romantisch mit Herzen, Blumen oder Schmetterlingen verzierten Titelseiten? Oder gar der Sachbuchbereich, mit den Ratgebern, den Fachbüchern und Nachschlagewerken?

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