Ein Name für das Kind

Schreibblog, veröffentlicht am 30. September 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten ~ 2 Kommentare

Wie hältst du es mit Namen? Klar, ich meine nicht die Namen, die du deinen vielleicht noch ungeborenen Kindern geben möchtest. Ich rede von den Namen deiner Figuren, der Personen in deiner Geschichte, deinem Roman. Welche Bedeutung haben diese Namen für dich? Und wie suchst du sie aus?

Wie stets gehen ja auch hier die Meinungen auseinander. Ich habe schon viele Autoren sagen hören, dass sie viel Zeit und Schweiß in die Suche nach dem passenden Namen für ihren Protagonisten, für ihre Antagonistin stecken. Und andere? Denen scheinen entweder die Namen, die sie ihren Charakteren geben, einfach so zuzufliegen oder sie sind ihnen schlicht egal.

Es gibt so viele Aspekte, die bedacht werden wollen bei der Auswahl des Namens. Und schließlich müssen wir auch noch immer mindestens zwei Namen finden, Vornamen und Zunamen.

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Jesse Falzoi – Creative Writing / Texte und Bücher schreiben / Der neue Kreativ-Schreiben-Kurs in 16 Lektionen

Rezension, veröffentlicht am 24. September 2020 in der Kategorie Sachbuch Schreibtipp Werkzeugkasten

Es fasziniert mich immer wieder, wie weit voraus die Amerikaner uns sind, wenn es um das Studium des Kreativen Schreibens geht. Nicht nur, dass man dieses Fach in den USA an vielen Orten studieren kann, bei uns hingegen ist es eher ein sehr selten angebotenes Studienfach. Sondern auch, weil die Qualität der Lehre und offensichtlich auch der Lehrenden dort unglaublich hoch ist (oder sein muss). Ein Symptom dafür ist ja ganz sicher die Menge an amerikanischer Literatur, die bei uns auf dem Buchmarkt monatlich erscheint. Und ein weiteres ist das hier vorliegende Buch von Jesse Falzoi. Denn die Autorin dieses Kurses in 16 Lektionen hat in den USA Creative Writing studiert. Und das merkt man beim Lesen ihres Buches auf jeder einzelnen Seite. Ihr Buch hat mich genauso begeistert wie ein weiteres, das auf dem Studium in den USA aufbaut, nämlich „Romane und Kurzgeschichten“ von Alexander Steele, ebenfalls im Autorenhaus Verlag erschienen.

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Neues Buch erschienen

Schreibblog, veröffentlicht am 21. September 2020 in der Kategorie Aus meinem Schreiballtag

Ja tatsächlich, es gibt schon wieder etwas zu berichten:

Am 20. September war es soweit! Das neue Buch der SiebenSchreiber, der Autorengruppe, deren Mitglied ich seit ihrer Gründung bin, ist erschienen:

Federlesen

ist der Titel der neuen Anthologie, die wir uns sozusagen selbst zum Geburtstag geschenkt haben. Denn die SiebenSchreiber feiern in 2020 ihr 10-jähriges Bestehen! Und trotz Corona konnten wir eine Lesung veranstalten, in der wir dieses neue Buch vorstellen durften.

Erwerben kann man den schmalen Band, der sieben Erzählungen, ein Märchen sowie eine Entscheidungsgeschichte als Gemeinschaftsarbeit enthält, unter der ISBN 978-3-00-066371-0 bei den SiebenSchreibern oder im örtlichen Buchhandel.

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Wozu schlechte Bücher lesen?

Schreibblog, veröffentlicht am 8. September 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Schlechte Bücher, gibt es die überhaupt? Nun ist das ja zuallererst eine Geschmacksache. Das fällt mir immer besonders dann auf, wenn Bücher auf Buchpreis- und Bestsellerlisten erscheinen, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen konnte. Die mich gelangweilt haben oder schlimmer noch, genervt haben, weil sie schlecht aufgebaut waren, die Figuren blass und ungenügend ausgearbeitet waren, kurzum der ganze Roman nicht funktioniert hat. Bestsellerlisten sind aber nun mal was der Name sagt: sie richten sich ausschließlich nach den Verkaufszahlen. Und wenn wir ehrlich sind, wissen wir alle, dass wir nicht jedes gekaufte Buch auch lesen. Also sagen diese Listen überhaupt nichts aus über die Güte des Romans, die Qualität des Inhalts oder über die Fähigkeiten der Autor*innen. Und bei Buchpreisen?

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Neue Veröffentlichung

Schreibblog, veröffentlicht am 6. September 2020 in der Kategorie Aus meinem Schreiballtag ~ 1 Kommentar

Daran gewöhne ich mich nicht … (und ich will es auch nicht …)

Nämlich an das tolle Gefühl, eine meiner Erzählungen gedruckt zu sehen. Und wenn es dann noch in einer so schönen, edlen und hochwertigen Sammlung geschieht, dann macht mich das doppelt stolz.

In der Ausgabe 2020 von
SCHREIBTISCH. Literarisches Journal
der edition Federleicht bin ich mit meiner Erzählung „Irgendwann ist jetzt“ vertreten und darüber freue ich mich riesig.

Erwerben kann man das so ausnehmend schön gestaltete Journal unter ISBN 978-3-946112-59-4 beim Verlag edition Federleicht .

Zuerst kommt der Mörder

Schreibblog, veröffentlicht am 22. August 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Schreibtipp Werkzeugkasten

James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt

Als großer Fan von James N. Frey und seinen Büchern zum Kreativen Schreiben ist es natürlich selbstverständlich, dass auch ich als Nicht-Krimiautorin dieses, von emons neu aufgelegte Buch des bekannten Autors lese. Dabei darf man den Untertitel nicht unterschlagen „Von der Inspiration bis zum fertigen Manuskript: eine schrittweise Anleitung“.

Und genau das ist dieses Buch: eine detaillierte, umfangreiche und für angehende Krimiautor*innen meines Erachtens unverzichtbare Anleitung zum Schreiben eines spannenden und von Anfang bis Ende durchdachten Kriminalromans. Besonders interessant war für mich eines der ersten Kapitel, in dem der Autor die Gründe nennt, warum Menschen so gerne Krimis lesen. Dabei zitiert er andere Fachleute und Autoren, die z.B. diese Gründe nennen: der Nervenkitzel, die Befriedigung, den Übeltäter bestraft zu sehen, die Identifikation mit dem Helden und schließlich das Gefühl, die Geschichte spiegele die Realität wieder. Insbesondere über letzteres ließe sich sicher streiten, aber das muss jede*r für sich selbst hinterfragen.

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Was ich nicht weiß

Schreibblog, veröffentlicht am 30. Juli 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Für diesen Blogbeitrag habe ich wie immer vorher recherchiert. Das schien mir diesmal auch besonders angeraten. Denn diesmal geht es um das Thema Recherche.

Wie hältst du es mit Recherchen? Blendest du das komplett aus und schreibst grundsätzlich nur über Themen, in denen du dich selbst bestens auskennst? Und wie viel Recherche ist angebracht für deinen Roman bzw. deine Kurzgeschichte? Hier schon mal die beste (und vermutlich am wenigsten hilfreiche) aller Antworten: so viel wie möglich, aber nicht mehr als nötig.

Wo, wie, wann?

Recherchierst du ausschließlich online und vertraust Wikipedia & Co. blind? Suchst du Rat auf die konservative Weise und besuchst Bibliotheken? Oder kennst du zu deinen Themen, über die du schreibst, jeweils den allwissenden Experten oder die bewanderte Expertin?

Ist es dir peinlich, jemanden anzusprechen und um Auskunft zu einem Thema zu bitten? Die meisten Menschen reden gern über Dinge, die ihnen wichtig sind, Fähigkeiten, die sie beherrschen oder Kenntnisse, die sie haben. Daher werden sich vermutlich die wenigsten Experten, die du zu einem Thema befragen möchtest, dem verweigern. Wenn, dann aus Zeitgründen, nehme ich an. Oder – aber das ist doch sicher eine seltene Ausnahme – weil sie etwas zu verbergen haben.

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Viel hilft viel?

Schreibblog, veröffentlicht am 16. Juli 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Schreibtipp

Ich erinnere mich an eine Episode aus unserer Familiengeschichte, lang ist’s her. Mein Neffe, damals vier oder fünf Jahre alt, erwachte nach einer Familienfeier recht zeitig am nächsten Morgen. Deswegen wurde er von den Altvorderen besorgt gefragt, ob er denn gut geschlafen habe und ob der Schlaf nicht ein wenig kurz gewesen sei. Daraufhin der Knirps – O-Ton: „Qualität entspricht nicht immer der Quantität“. Das darauffolgende verdatterte Schweigen der Erwachsenen kannst du dir bestimmt vorstellen.

Warum erzähle ich das? Weil mich diese Frage immer mal wieder umtreibt: Sind Qualität und Quantität ein Widerspruch? Schließt das eine das andere aus? Sind Autoren, die quasi im Minutentakt neue Kurzgeschichten oder gar Romane raushauen, die zu jedem Thema etwas zu erzählen haben und deren Texte vielleicht auch noch jedes Mal das Zeichenlimit ausreizen, sind diese Schriftsteller automatisch die schlechteren Schreiber? Und sind solche Autoren wie zum Beispiel Donna Tartt, die nur etwa alle zehn Jahre ein neues (zugegeben meistens echt gutes) Buch veröffentlicht, dann im Umkehrschluss grundsätzlich die besseren Schriftsteller?

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Sie hat’s schon wieder getan

Schreibblog, veröffentlicht am 2. Juli 2020 in der Kategorie Aus meinem Schreiballtag Inspiration & Motivation ~ 1 Kommentar

Weil geteilte Freude ja bekanntlich doppelte Freude ist, möchte ich dich heute an meiner Freude teilhaben lassen:

Frisch aus der Druckerpresse liegt sie jetzt vor: die Anthologie „Glühende Herzen, Schockstarre und verlassene Limousinen“ vom Schreiblust Verlag. Und darin – Trommelwirbel – eine Kurzgeschichte aus meiner Feder.

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Vom Standpunkt des Betrachters

Schreibblog, veröffentlicht am 17. Juni 2020 in der Kategorie Schreibtipp Werkzeugkasten

Gerade las ich einen hochspannenden Roman – Rezension folgt in Kürze – geschrieben aus der Perspektive eines Ich-Erzählers. Dadurch ist die Leserin sehr nah an, ja quasi in dem Protagonisten, sieht was er sieht, fühlt was er fühlt. Der Autor erreicht damit meiner Meinung nach die höchstmögliche Empathie bei seinen Leser*innen. Allein diese Form der Erzählweise hat ein großes Manko: Die Handlung kann nur aus der Sicht einer Person erzählt werden, d.h. nur das, was der Ich-Erzähler selbst erlebt oder ggf. berichtet bekommt, kann in dem Roman geschildert werden. Und genau das war das Problem in dem oben erwähnten Buch, das ich gerade verschlungen habe: es gab drei Protagonisten, die logischerweise nicht ständig zusammen waren und somit erlebte jede*r eigene „Abenteuer“. Diese wurden detailliert und wie gesagt hochspannend erzählt, ohne dass der Ich-Erzähler dabei gewesen wäre. Die Leserin muss sich also quasi dazu denken, dass die beiden anderen Protagonisten dem „Ich“ von ihren Erlebnissen berichtet hatten und er sie nun also nacherzählt.

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