Mhairi McFarlane – Aller guten Dinge sind zwei

Rezension, veröffentlicht am 7. Dezember 2020 in der Kategorie Roman

Was kann man Besseres über einen Roman sagen, als dass man sich die halbe Nacht um die Ohren schlug, weil man ihn nicht aus der Hand legen konnte? Genau so erging es mir mit dem neuen Buch der schottischen Autorin, ihrem sechsten Roman. Mit ihren ersten fünf Romanen war es ebenso gewesen. Sie kann einfach unglaublich gute Bücher schreiben.

Gemeinhin wird diese Art von Romanen dem Genre „Chick-Lit“ zugeordnet, soll heißen, es geht um eine Liebesgeschichte, in deren Mittelpunkt eine junge Frau Mitte Dreißig steht. Meist beginnt die Geschichte damit, dass besagte Frau von ihrem bisherigen Partner verlassen wird, dass sie geringes Selbstvertrauen hat, weil sie sich bislang mehr oder weniger über ihren Partner definierte. Nur wenige der in dieses Genre eingereihten Romane sind aber so spannend und so gut geschrieben wie die von Mhairi McFarlane.

Im vorliegenden Buch ist es Laurie, deren langjähriger Freund Dan, nachdem er stets verkündet hatte, er wolle weder heiraten noch Kinder haben, ihr eröffnet, er habe eine Affäre mit einer anderen Frau, die nun ein Kind von ihm erwarte. Natürlich ist Laurie schwer geschockt, nach 18 Jahren plötzlich wieder als Single dazustehen. Erschwerend kommt hinzu, dass Dan und sie in derselben Anwaltskanzlei arbeiten, sich also ständig über den Weg laufen. Da kommt ihr der Zufall zu Hilfe in Form eines blockierten Aufzugs, in dem sie ein paar Stunden lang mit dem Kollegen Jamie festsitzt. Jamie ist der unbeliebteste Anwalt in der Kanzlei, denn er gilt als ehrgeizig, eitel und als Frauenverschlinger.

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Uli Aechtner – Leise rieselt der Tod

Rezension, veröffentlicht am 4. Dezember 2020 in der Kategorie Roman

Ein Krimi mit allen erforderlichen Zutaten: eine gewisse Zahl an Leichen, sehr viele Verdächtige, ein bisschen Liebe, ein ganz klein wenig Humor und eine Hobbydetektivin, die sich schließlich selbst in Gefahr bringt. Das Ganze rund ums Weihnachtsfest in einem alten Herrenhaus, welches in einem winzigen Dorf steht, das dann auch noch zeitweilig von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Zur Handlung: die frisch getrennte Jenny findet über Weihnachten Unterschlupf bei ihrem Kindheitsfreund Tom, der gerade in besagtes, noch weitgehend unmöbliertes Herrenhaus gezogen ist. Dort eröffnet er eine Arztpraxis, die aber bislang wenig Zulauf hat. Am Abend ihrer Ankunft stolpert Jenny vor der Haustür über ihre erste Tote, eine Zeitungsausträgerin im Weihnachtsmannkostüm. Weil Jenny nun fürchtet, dass ihr Freund Tom in Verdacht gerät, der Mörder zu sein, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Ihre Recherchen führen sie zuerst auf den „Seelenhof“, wo ein Weihnachtsflirtkurs abgehalten wird. Natürlich sind erstmal alle Teilnehmer des Kurses schwer verdächtig, in den Mord verstrickt zu sein.

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Jonas Jonasson – Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

Rezension, veröffentlicht am 1. Dezember 2020 in der Kategorie Roman

Wieder hat der Autor des „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg“ eine herrliche Satire vorgelegt, ein furioser Spaß mit absurden Verstrickungen und kuriosen Verwicklungen und vor allem mit genial verrückten Figuren.

Zwar schießt Jonas Jonasson manches Mal über das Ziel hinaus, verläuft sich in Nebenhandlungen und verliert den Faden im Gewirr der Geschicke seiner Charaktere, aber das trübt nicht die Freude bei der Lektüre seines neuesten Machwerks.

Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die dennoch zu einem haltbaren Konstrukt verwebt sind. Da haben wir den Kunsthändler Viktor, der sich auf üble Weise die Kunsthandlung seines Schwiegervaters erschleicht, dann aber unmittelbar nach dessen Tod seine Frau, die Tochter ebendieses Kunsthändlers, quasi mittellos vor die Tür setzt. Da haben wir Kevin, den möglicherweise Sohn von Viktor, den seine Mutter kurz vor ihrem Tod in Viktors Obhut gibt, was diesem jedoch keineswegs in den Plan passt. Also setzt Viktor Kevin, als dieser kurz vor der Volljährigkeit steht, mitten in Afrika in der Savanne aus, hoffend, die hungrigen Löwen würden sein Problem lösen. Und schließlich haben wir Ole Mbatian, den Medizinmann der Massai, der den ihm von Gott gesandten Sohn Kevin zum fähigsten Massai des Dorfes ausbildet. Kevin, Ole und Jenny, Viktors betrogene Ex-Frau, schließen sich zusammen, um gemeinsam mit Hugo, dem Direktor der „Rache ist süß GmbH“, an Viktor ausgiebig und genüsslich Rache zu nehmen.

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Louise Doughty – Ein Roman in einem Jahr: Eine Anleitung in 52 Kapiteln

Rezension, veröffentlicht am 28. November 2020 in der Kategorie Inspiration & Motivation Sachbuch Schreibtipp Werkzeugkasten

Entstanden ist dieses Buch aus einer wöchentlichen Kolumne, die Louise Doughty im Daily Telegraph veröffentlichte. Hier führte sie Schritt für Schritt durch das Entstehen eines Romans.

Dabei beschränkt sie sich nicht auf die üblichen technischen Anleitungen hinsichtlich Plot, Dialogen oder Figuren. Ihr geht es vielmehr darum, Menschen, die gerne schreiben möchten, die einen ganzen Roman verfassen möchten, auf den Weg zu bringen. Sie lässt dabei beispielsweise auch die „Schrecknisse“ nicht unerwähnt. So zitiert sie den australischen Autor Elliot Perlmann, der auf die Frage, welchen Rat er jemanden geben würde, der einen Roman schreiben wolle, erwidert: „Überleg dir, was du zu opfern bereit bist.“ (S. 10).

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Ingrid Retterath – Schlösser und Burgen in der Eifel

Rezension, veröffentlicht am 26. November 2020 in der Kategorie Sachbuch

Ein schmaler Band, der reich bebildert die schönsten Burgen, Burgruinen und Schlossanlagen zwischen Aachen und Trier vorstellt, dabei auch über die Grenzen zu Belgien und Luxemburg schaut.

Mehr als 30 Bauwerke zeigt uns die Autorin, erfasst in alphabetischer Reihenfolge. Dabei erzählt sie zu jeder Burg deren Geschichte, natürlich verkürzt, aber doch das Wichtigste, Interessanteste sowie die eine oder andere Anekdote. Also gerade so viel, wie ein künftiger Besucher des Gebäudes vorab erfahren möchte, um nicht ganz unwissend die Fahrt zu der mächtigen, teils geschickt restaurierten Burg oder dem malerischen Schloss anzutreten.

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Ulrich Kirstein & Tina Rauch – Die 100 besten Bücher der deutschsprachigen Literatur für Dummies

Rezension, veröffentlicht am 24. November 2020 in der Kategorie Sachbuch

Was für ein sperriger Titel für so ein unterhaltsames Buch. Jetzt weiß ich wieder, warum ich die „für Dummies“-Bücher so mag: sie sind locker-flockig geschrieben, eröffnen auf übersichtliche Art und in klarer Struktur den Blick auf Neues oder Altbekanntes.

So auch das vorliegende Buch, in dem die beiden Autor:innen, wie sie herrlich flapsig im Vorwort erläutern, ganz nach eigenem Gusto die 100 besten Bücher aus dem deutschsprachigen Raum versammeln. Sie decken mit ihrem Kanon fünf Jahrhunderte ab und entdecken dabei durchaus nicht nur die üblichen, immer auf solcherart Listen erscheinenden Bücher, sondern auch echte Schätzchen.

Der Aufbau oder besser die Aufstellung der Bücherliste erfolgt jedoch nicht, wie man es sonst meist gewöhnt ist, schlicht in chronologischer Reihenfolge. Nein, Kirstein und Rausch haben die 100 Bücher in 10 Kapitel, man könnte auch sagen Kategorien eingeordnet. Diese thematischen Kapitel haben so verheißungsvolle Überschriften wie Humor und Melancholie oder Abenteuer und Spannung oder Hin und weg. Diese Kapitel wiederum sind in drei Teilen zusammengefasst, die ebenfalls mit Überschriften versehen wurden, die die Leserin wirklich in das Buch hineinziehen. Da gibt es Stoff für Gefühlvolle, für Nervenstarke und für Neugierige.

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Diane Setterfield – Was der Fluss erzählt

Rezension, veröffentlicht am 22. November 2020 in der Kategorie Roman ~ 1 Kommentar

Es war einmal ein Wirtshaus …“ (S. 11). So beginnt dieser märchenhafte Roman, der zugleich spannend, mystisch, amüsant, poetisch, fantastisch und sogar ein wenig gesellschaftskritisch ist.

Mit liebevollem Augenzwinkern sowie hin und wieder einem zarten Hauch von Ironie erzählt die Autorin von geheimnisvollen Ereignissen gegen Ende des 19. Jahrhunderts am Oberlauf der Themse. Es beginnt eines Abends in besagtem Wirtshaus, als ein schwer verletzter Mann die Schenke betritt, in den Armen ein kleines Mädchen. Sie ist tot, so hat es den Anschein und so beurteilt es auch Rita, die erfahrene und stets pragmatische Krankenschwester des Ortes. Doch das täuscht, die Kleine erwacht und von nun an steigt die Spannung von Seite zu Seite.

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Elke Heidenreich – Männer in Kamelhaarmänteln : Kurze Geschichten über Kleider und Leute

Rezension, veröffentlicht am 19. November 2020 in der Kategorie Kurzprosa

Protect me from what I want“ So steht es jetzt auf den T-Shirts einer Frau, die sich immer wünschte, mit einem Musiker zusammenzuleben und die bekam, was sie sich wünschte ….

Ein prickelndes, erfrischendes Potpourri aus Anekdoten, Erinnerungen und skurrilen Geschichten findet sich in dem neuen Buch der bekannten Autorin Elke Heidenreich. Sie erzählt aus ihrer Kindheit und der Zeit ihrer Pubertät, als Kleiderfragen dem Alter entsprechend lebenswichtig wurden. Sie berichtet von Treffen mit Berühmtheiten, zu denen sie völlig unpassend gekleidet erschien. So geschehen bei einem Interview mit Heinz Rühmann, bei dem sie zu einer ihrer eigenen Jeans eine geliehene Seidenbluse trug, was dazu führte, dass der Schauspieler sie während des Gesprächs völlig ignorierte. Elke Heidenreich blickt auch zurück auf ihre Beziehung zu ihren Eltern und besonders zu ihrem Vater, „der einzige Mann, der Kamelhaarmäntel tragen konnte“. 

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Mary Beth Keane – Wenn du mich heute wieder fragen würdest

Rezension, veröffentlicht am 17. November 2020 in der Kategorie Roman

Eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, eine Geschichte von Schuld und Verantwortung, all das ist dieser Roman. Ein Roman mit präzise ausgearbeiteten Figuren, lebensecht, sympathisch, mit Fehlern, Ängsten und Störungen, mit starken Persönlichkeiten und scheiternden Charakteren.

Kate und Peter wachsen auf als Nachbarskinder in einer Kleinstadt in der Nähe von New York. Ihre Väter sind beide Polizisten und haben kurz nacheinander die benachbarten Häuser in Gillam gekauft. Francis und Lena Gleeson haben drei Töchter, die jüngste ist Kate. Sie wird nur wenige Monate nach Peter geboren, dem einzigen Kind von Brian und Anne Stanhope. Während Lena in ihrer Familie zu Hause und mit Haushalt und der Erziehung der Kinder ausgelastet ist, kommt Anne nie wirklich im Kleinstadtidyll an und wird im Laufe der Jahre psychisch immer labiler. Das zeigt sich besonders in ihrem Umgang mit ihrem Sohn Peter und ihrer strikten Ablehnung seiner Freundschaft mit Kate. Schließlich ist genau das der Auslöser einer schlimmen Katastrophe, die das Ende der Freundschaft zwischen den Familien und die Trennung von Kate und Peter bedeutet. Sie verlieren sich aus den Augen.

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Katja Kleiber – Sturm über der Eifel

Rezension, veröffentlicht am 15. November 2020 in der Kategorie Roman

Ein Schamane wird ermordet. In einem keltischen Heiligtum. In der Eifel. Geht es noch mystischer? Na klar. Eine Kräuterhexe ermittelt.

Das sind die Zutaten zu dem neuen Krimi von Katja Kleiber, dem zweiten mit der Hobbyermittlerin Ella Dorn, der sogenannten „Eifelhexe“. Der Ermordete war ein sanfter, vor allem bei Frauen sehr beliebter Mann, der mitten im „Goloring“, dem keltischen Heiligtum, erstochen aufgefunden wurde. Ella, die sich sehr zu dem Ermordeten Leo Schmidt hingezogen gefühlt hatte, ist erschüttert. Nach und nach versucht sie, die Motive zu ergründen und stellt viele neugierige Fragen an die Menschen in der Umgebung. Dadurch gerät sie schließlich selbst in große Gefahr.

Dabei ermittelt natürlich auch die Polizei. Und zwar in Person von Tanja Marx und Peter Claes. Beide kennen Ella bereits aus einem vorherigen Fall, eben dem im ersten Band geschilderten. Es gibt viele Spuren in Fall Leo Schmidt, etliche Menschen, bei denen Tanja und Peter ein Motiv vermuten. Erst langsam kristallisiert sich heraus, um was es wirklich geht.

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